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Waren der Geheimrat und der Reformator rechtsradikal?


Rechte Wanderlust So ein Artikel von Timo Büchner in der „Zeit“ vom 20.05.2022!
In meiner Gegend gibt es einen Luther Wanderweg und auch einen Goethe Wanderweg um nur die beiden bekanntesten Wandersleute von hier zu benennen.
Wir sind ja häufig zu Fuß in Deutschland und darüber hinaus unterwegs und mein Blog lebt ja teilweise von den Erlebnissen unserer Touren. Ich werde nach obiger Lektüre aber erst eine Konsultations- und Nachdenkpause einlegen! Ihr könnt ja gerne den Artikel des Antiwanderer (Timo Büchner), Link siehe oben, lesen. Wenn ihr davon nicht sonderlich beeindruckt seid, dann hier die Daten zu den benannten Wanderwegen:
Goethe-Erlebnisweg (einer von vielen)
Lutherweg von Erfurt nach Weimar (ein Beispiel von mehreren)
Nun möchte ich mich mit euch der Kultur zuwenden. Wohl wissend, es ist ja ebenfalls ein vermintes Terrain, wie kürzlich in Kassel zur Documenta zu erleben war.
Folgt mir einfach in die Barfüßer Ruine in Erfurt. Es ist eine von drei Kirchen, die im zweiten Weltkrieg in dieser Stadt zerstört wurden. Das Gotteshaus ist nicht wieder aufgebaut wurden und kündet seither als Mahnmal vom Schrecken dieser Zeit. Sie gehörte zu den schönsten Bettelordenskirchen Deutschlands. Nun wird sie seit vielen Jahren im Sommer als Aufführungsort für vorwiegend Shakespeare Stücke und vielfältige musikalische Veranstaltungen genutzt. Gegenwärtig kann man sich an „Viel Lärm um nichts“ erfreuen. Das erinnert sicher Manchen an seinen Arbeitsalltag!
In diesem Jahr haben wir uns aber für ein Musikprogramm entschieden:
Par-ci, Par-là“ für mich noch auf deutsch: Hier und da. Genau das bekamen wir in virtuoser Weise dann zu hören. Von Bach zu Till Lindemann (Rammstein) und Klezmer war alles dabei. Die Instrumentation Bass, Klarinette, Trompete und Akkordeon lassen erahnen warum wir frenetisch Beifall spendeten.
Wenn keine Veranstaltung ist kann die Ruine besichtigt werden. Ein Weg führt um die Ruine und während der Sommermonate steht auch ab Nachmittag eine kleine Gastronomie zur Verfügung. Ein frisches Bierchen, einen Aperol Spritz oder Kaffee sind erhältlich.
Macht was aus dem Sommer; bald wird es Herbst und Herr Lauterbach ist wieder dran. 😉

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Durch Landgrafenschlucht und Drachenschlucht


Momentan nutzen Heidi und ich vorzugsweise das 9-Euro-Ticket. Doch unser befreundetes Paar, mit dem wir öfter gemeinsame Exkursionen unternehmen, ist von den Vorteilen solchen Reisens nicht zu überzeugen gewesen. Also stiegen wir mit in deren Auto und fuhren in Richtung Eisenach.
Wir parkten am verfallenen Jagdschloss „Hohe Sonne“. Dort gibt es einen Parkplatz, Imbiss und besonders wichtig: Toiletten! Mit einem 50 Cent Stück erhält man in seiner Not Zugang.

Um zur Landgrafenschlucht zu gelangen, überquert ihr die B19. Wenn ihr euch links haltet, findet ihr den gut ausgeschilderten Wanderweg. Nach rechts würdet ihr in einigen Metern den Rennsteig erreichen, doch das war ja nicht unsere Absicht.
Der Versuch mit einer Wander-App die Strecke zu erkunden, führt nur zu unnötigen Fragen und Diskussionen. Wir haben es erlebt und raten, haltet euch an die Wegweiser!
Es ist ein schöner schattiger Weg mit einigen wunderbaren Aussichten in Richtung Rennsteig.
Je nach Gehgeschwindigkeit kommt ihr nach etwa 1,5 Stunden oberhalb des Prinzenteiches an. Da seid ihr dann fast in Eisenach.
Nun überquert die B19 wieder auf die andere Seite und folgt dem Weg entlang der Straße bergauf und ihr erreicht in wenigen Minuten das Tor zur Drachenschlucht.
Das ist der etwas anstrengendere Teil der Tour, denn im Gegensatz zur Landgrafenschlucht, die ihr hinter euch habt, geht es nun nur bergauf bis zum Ausgangspunkt „Hohe Sonne“.
Die Route beträgt insgesamt etwa 11km und ist selbst an warmen Tagen sehr angenehm zu gehen, da durch den Schatten und die Feuchtigkeit in den Schluchten ein erfrischendes Klima herrscht.
Ihr könnt euch natürlich auch zuerst für die Drachenschlucht entscheiden oder auch vom Prinzenteich aus starten.
Egal von wo in Deutschland – ihr gelangt momentan mit nur neun Euro Einsatz, wenn ihr wollt nach in Eisenach.
Man kann die Route vom Bahnhof zu Fuß gehen oder den Stadtbus Linie 190 benutzen. Diese verkehrt etwa halbstündig vom Bahnhof.
Dann viel Spaß, egal was ihr so unternehmt.
Schwierigkeit: leicht
Strecke: 11,0 km
Dauer: 3:15 h
Aufstieg: 412 hm
Abstieg: 413 hm
Höchster Punkt: 458 hm
Tiefster Punkt: 247 hm

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Externsteine und Hermannsdenkmal


Normalerweise merke ich mir immer das Große Ganze und nicht Details wie Jahrestage, Entfernungen und ähnliche Daten.
Doch das Jahr 9 unserer Zeitrechnung und die Schlacht im Teutoburger Wald, wo unter Führung von Hermann dem Cherusker die Römer besiegt wurden, ist eine der wenigen Ausnahmen.
Es war Anfang September, die Sonne strahlte vom Himmel und die Schule hatte wieder begonnen. Da stand wie immer die Frage, welches Fach von wem unterrichtet wurde. Das fünfte Schuljahr war ja besonders spannend, da einige neue Fächer den Lehrplan bereicherten. Das traf auch auf Geschichte zu. Hier handelte es sich für uns nicht nur um ein neues Stoffgebiet, auch die uns zugedachte Frau „G“ war völlig neu an der Schule. Sie hatte ihre ersten Stunden nach bestandenem Examen zu absolvieren. Wir sollten Frau „G“ lieben lernen. Sie war jung, charmant immer modern gekleidet, konnte zuhören und mit uns lachen. Sie stellte niemanden bloß und warf auch nicht mit dem Schlüsselbund oder verteilte gar Kopfnüsse. Da war der Einstieg mit besagter Varusschlacht das absolute Highlight.
Das liegt nun einige Jahre zurück und bisher war ich noch nicht in den Teutoburger Wald gekommen.
Da wir nach zwei vergeblichen Anläufen, erst Corona dann Sturmtief „Antonia“, endlich unseren Besuch im Sauerland zu Ostern nachholen konnten, ergab sich die Möglichkeit den Osterspaziergang in den Teutoburger Wald zu verlegen.
Zuerst führte uns der Weg zu den Externsteinen, einem einzigartigem Kulturdenkmal aus Sandstein, das abrupt aus dem Boden ragt und sich bis zu 40 Meter erhebt.
Wir wanderten von dort bis zur Falkenburg über den Falkenberg zurück zum Ausgangspunkt. Zum Hermannsdenkmal wären es 11 km gewesen und mit Rückweg das doppelte. Das war uns dann doch etwas zu weit. So musste also das Auto benutzt werden.
Im Folgenden einige Impressionen für euch.

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Greiz-Göltzschtalbrücke u. zurück


Es geht auch einfacher, in dem man mit dem Auto bis zum Parkplatz unmittelbar an die Göltzschtalbrücke fährt.
Das Einfache war aber nie unser Ding und so machten wir uns auf zur alten Papierfabrik. Die liegt am Ortsausgang von Greiz in Richtung Netzsckau. Von hier kann man sich für eine der beiden Möglichkeiten der Wanderung entscheiden. Entweder hält man sich links des Flüsschens Göltzsch oder alternativ rechts.
Es gibt am dortigen Wanderparkplatz mehre Wegweiser. Die Routen sind aber etwa gleich lang und mit 9 km angegeben. Das ist etwas mehr als bei „outdooractive“, die für den Rundweg 14,5 km veranschlagen. Die längere Variante entspricht auch unserer Erfahrung. Insgesamt waren es von unserem Hotel und zurück 22 km.
Wir bevorzugten, aus einem Bauchgefühl heraus, die blaue Route und überquerten nach der Pension und Gaststätte „Waldfrieden“ (war leider geschlossen) die Straße um auf den Köhlersteig, dann weiter über die Köhlerspitzen unser Ziel zu erreichen.
Es gab auf dem ganzen Weg keine Möglichkeit der Versorgung mit Essen und Trinken. Ihr solltet also ausreichend Vorrat im Rucksack mitnehmen. Unterwegs lagen eine Unmenge umgestürzter Bäume. Ein Weg war auch deshalb gesperrt. Insbesondere das rote Wegstück zwischen den Köhlerspitzen und alter Papierfabrik war recht anspruchsvoll. Bei entsprechender Aufmerksamkeit und gutem Schuhwerk habt ihr jedoch eine abwechslungsreiche Wanderung vor Euch.

wir sind die blaue Route hin und die rote Route zurück gelaufen

Route lt. Outdooraktive

Es gibt ja diese Floskel: „Der Weg ist das Ziel“. Das galt aber diesmal nicht für unsere Wanderung. Im Focus stand diese Brücke, über die wir schon manches gehört und gelesen hatten. Der Weg war allenfalls eine zusätzliche Bereicherung.
Die älteste römische Holzbrücke ist laut Überlieferung der im 7. Jahrhundert v. Chr. errichtete Pons Sublicius über den Tiber.
Der Mensch beschäftigt sich seit langer Zeit mit dem Bau von Brücken. Sie spielen auch in Kultur und Politik und Kriegen immer wieder eine Rolle. Sie waren Bestandteil der mittelalterlichen Handelsstraßen; hier wurden Zölle erhoben und Wegerechte erstritten.
Die Brücke am Kwai, ein Abenteuerroman von Pierre Boulle wurde 1957 verfilmt. Die Brücke von Arnheim, spielte im 2. Weltkrieg eine Rolle und war Gegenstand des gleichnamigen Filmes von 1977. Die Glienicker Brücke über die Havel, zwischen Berlin und Potsdam, erlangte durch ihre Funktion als Agentenaustauschplatz zwischen 1962 und 1986 eine besondere Bedeutung. Über sieben Brücken musst du gehn, ist ein 1978 von der DDR-Rockband Karat veröffentlichtes Lied.
Brücken spielen selbst in unserer Freizeitplanug eine wichtige Rolle. So kennt mancher schon die sogenannten Brückentage der kommenden 10 Jahre und berücksichtigt sie bei seiner Reiseplanung. Nicht nur Architekten und Baumeister beschäftigen sich mit der Konstruktion von Brücken auch Zahnärzte verstehen etwas von diesem Me­ti­er. Was alle Brücken ausmacht ist das Verbindende. Hat jemand alle Brücken hinter sich abgebrochen, ist da wohl kaum noch etwas zu machen.
So könnte ich hier noch fröhlich weiter schreiben.
Ich will auch zur Göltzschtalbrücke nur einige wenige Fakten liefern.

Technische Daten im Überblick

  • Überspannt das Tal der Göltzsch zwischen Mylau und Netzschkau
  • Massivbrücke mit zahlreichen Pfeilern und 81 Bögen in vier Etagen
  • Hauptbaustoff: Ziegel etwa 26 Millionen Stück
  • Länge:  574 m
  • Höhe:   78 m
  • max. Spannweite eines Bogens: 30,9 m
  • Bauzeit: 1846 – 1851
  • Grundsteinlegung 31. Mai 1846
  • Einweihung 15. Juli 1851
  • Baukosten: ca. 2.200.000 Taler (ca. 26 Mill., 6.600.000 Goldmark) 

Bemerkenswert ist die Bauzeit! Da fallen einem gleich duzende Beispiele des „Hier“ und „Jetzt“ ein. Übrigens kamen während der Bauzeit 30 Menschen ums Leben.

Die fatale Faszination des Bauwerkes:
Sie gilt als Todesbrücke und wird von der Polizei regelmäßig kontrolliert. Doch trotz der Streifengänge stürzen sich immer wieder traurigerweise Jugendliche von der Göltzschtalbrücke in den Tod.
Wer noch mehr zu diesem einzigartigen Bauwerk wissen möchte wird an vielen weiteren Stellen im Netz fündig: Göltzschtalbrücke

Nachstehend für Interessierte eine Dokumentation des MDR


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Vorfreude ist anders


Es ist grau, nass und mit vier Grad Celsius auch nicht gerade warm.
Blicke ich, wie häufig aus dem Fenster, steht da der japanische Kirschbaum und nichts lässt erahnen wie prächtig er zur Blütezeit aussieht.
Bis dahin vergeht aber noch reichlich Zeit. Nur zwei, irgendwie noch nicht zu Boden gefallene Blätter, bewegen sich leicht im Wind und trotzen widerborstig den Gesetzen der Natur.
Heidi und meine Widerborstigkeit ist nicht ganz so ausgeprägt. Die geplanten Flüge nach Barcelona haben wir gecancelt. Das dies vernünftig sei, wurde uns mehrfach bestätigt und nun glauben wir selbst auch daran.
Meine langjährigen Freunde ließen, aus eben diesen Vernunftgründen, unser monatliches Treffen zum Kartenspiel auch lieber ausfallen. Ausgefallen ist nach eingeschränkter Eröffnungsfeier und zwei tägigem bunten Treiben, auch der Weihnachtsmarkt.
Einige Requisiten hat man nun über die Stadt verteilt. Wenige Buden erhielten die Erlaubnis zur Öffnung. Natürlich ist Glühwein dabei passé.
Nun wollten wir am Mittwoch die Ausstellung „Florales zur Weihnachtszeit“ besuchen aber dies ist nicht mehr möglich gewesen, da auch dort kein Einlass mehr gewährt wird.
Um etwas Farbe in meinen tristen Alltag zu bringen, empfahl mir Heidi mal wieder ein Buch, welches sie kürzlich in der Bibliothek entliehen hatte. Es enthält 14 Kurzgeschichten, was ich ganz praktisch fand. Man ist nicht so im Stress unbedingt in einer bestimmten Zeit das Ende zu erreichen. Die Geschichten widmen sich jedoch ausschließlich dem Thema: Der alternde Mensch auf den letzten Metern des Lebens. Das ist natürlich nicht unbedingt stimmungsaufhellend. Es sind aber herzliche Storys, die einen durchaus, das eine oder andere Lächeln bescheren („Die Küche ist zum Tanzen da“ von Marie Sabine Roger).
Einen Lichtblick aber gab es doch! Herr Gysi und Herr Platzeck erschienen gut gelaunt zur Veranstaltung im Rahmen der Erfurter Herbstlese: „Gysi trifft Zeitgenossen“.
Die Veranstaltung dauerte zwar eine Stunde länger als geplant (halt Politiker), aber es war kurzweilig und informativ.
Mit den nachfolgenden Impressionen vom Rennsteig, bei herrlichem Winterwetter am gestrigen Sonnabend, verabschiede ich mich für dieses Jahr von euch. Allen wunderschöne Feiertage, Gesundheit und ein Wiedersehen im Jahr 2022.