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SPRING, FRÜHLING, PRIMAVERA


Alles ist Frühling! So hatten wir bereits ein Fest auf dem Domplatz namens “Altstadtfrühling”;  an diesem Wochenende findet der “Autofrühling”, eine Verkaufsschau an selbigem Ort statt. Die Insekten ernten Honig aus den Blüten der Frühlingsblüher, beim Chinesen kann man die Frühlingsrolle im Biergarten genießen und ob dieses Angebotes werden auch Menschen von Frühlingsgefühlen heimgesucht. Selbst das Wetter zeigt sich von seiner besten Seite, Sonne satt und entsprechende Temperaturen. Das ist für den Monat April in unseren Gegenden nicht der Normalfall!
So konnten Heidi und ich uns dieser Frühlingseuphorie  auch nicht verschließen.
Zuerst besuchten wir das Fest auf dem Domplatz. Es gab da eine Attraktion, die wir doch einmal gesehen haben wollten. Wer Frühling mit Nervenkitzel und Adrenalin verbindet, sollte sich auf diesem Kettenkarussell in 80m Höhe das bunte Treiben aus der Vogelperspektive betrachten. Wahlweise kann man sich auch bei der Firma von Frau von der Leyen bewerben (ich empfehle ersteres) .
Rummel (24)
Rummel (28)
Heidi und ich selbst, betrachten uns derartige Vergnügungen aus respektablen Abstand.
Wir lieben es aber, unabhängig von der Jahreszeit, unbekannte Orte aufzusuchen. So begaben wir uns zur “Schwedenschanze”. Das ist zwar kein unbekannter Ort, doch aufgesucht hatten wir ihn noch nie. Der schwedische König, Gustav Adolf der II., war durch die Kämpfe des dreißigjährigen Krieges hierher verschlagen wurden. Seinen Namen erhielt das Gelände daher aus der schwedischen Besatzungszeit von Erfurt 1631 bis 1650. Ein Bericht machte mich auf ein noch existierendes Bauwerk aus preußischer Zeit, die damals “bombensichere” Festungsküche aufmerksam. So begaben wir uns zum  Ausgangspunkt unserer kleinen Tour, mit der Straßenbahn, zum Hauptfriedhof. Durch verschiedene Kleingartenanlagen, entlang an Streuobstwiesen, erreichten wir nach etwa 3km besagtes Gebäude. Es war wie alle Tage dieser Woche ein wunderschöner sonniger Frühlingstag.
Schwedenschanze (7)
Schwedenschanze (9)
Hier befindet sich auch ein 1634 errichteter Brunnen von 57m Tiefe. Aber wie so oft, der Weg war das Ziel.

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Ostern


Man kann sich auf nichts mehr verlassen, dachte  ein Hausbesitzer in unserer Nachbarschaft und schuf sich seine eigene Flora und Fauna. Leider auch hier kein Frühling  (ich wollte es nur mal gezeigt haben).
Trotz allem, er kommt ganz bestimmt, der Lenz! Dann erinnert ihr euch möglicherweise an nachstehenden Vers.

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick,
Im Tale grünet Hoffnungsglück…

Naja, habt ihr irgendwann vielleicht mal auswendig lernen müssen, natürlich in ganzer Länge, wobei der Spaß sich wahrscheinlich in Grenzen hielt.
Eigentlich handelt es sich hier um einen Monolog aus Goethes “Faust”. Eine bunte Truppe von Handwerkern, Bürgern, Mädchen, Schülern auch ein Bettler ziehen hinaus aus der Stadt.
Die so unterschiedlichen Menschen befinden sich in angeregter Unterhaltung. Da spricht einer der Bürgersleute folgenden Satz:
Nichts Bessers weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen
Als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei,
Wenn hinten, weit, in der Türkei,
Die Völker aufeinander schlagen.
Man steht am Fenster, trinkt sein Gläschen aus
Und sieht den Fluß hinab die bunten Schiffe gleiten;
Dann kehrt man abends froh nach Haus,
Und segnet Fried und Friedenszeiten.
Da erübrigt sich jeder Kommentar. Bemerkt sei nur:  “Faust 1”  erschienen 1808, also vor210 Jahren!
Daran solltet ihr bei eurem Osterspaziergang nicht unbedingt denken, aber interessant ist das schon.
Wir haben noch keinen Plan wohin. Der Wetterbericht wird uns bei der Entscheidung sicher behilflich sein. Was immer ihr unternehmt, schönes Wetter und frohe Ostertage für euch.
Buchfahrt (29)
Nach Buchfahrt wäre so eine Möglichkeit. Hier verläuft der Goethewanderweg.  Da wären wir dem Meister sehr nahe.
1Frühling (16)
Hier in Hohenfelden sind wir häufig. Es handelt sich um ein Freilichtmuseum was sehr sehenswert ist und auch Oscar und Fritz immer wieder begeistert.
Hohenfelden01
Dort wachsen auch die seltenen Adonisröschen.
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Singen


…Euer Singsang ist ein Graus. Statt daran sich zu ergötzen, reißt der Zar sich vor Entsetzen
lieber alle Haare aus…
Nein, nein, es geht nicht ums Singen und schon gar nicht um die “Singschule” aus Zar und Zimmermann. Ihr seht ja an Herrn Lindner(FDP), wie brisant russische Themen heute sind.
Ich wollte euch mal in den Wald, in der Nähe des kleinen  Örtchens “Singen” am Fuße des Thüringer Waldes mitnehmen.
Jeder verbindet ja mit dem Wald die verschiedensten Dinge. Er hat die Menschen immer fasziniert aber auch geängstigt. Hänsel und Gretel verliefen sich und gelangten in die Fänge der grausamen Hexe. Rotkäppchen kam beim Besuch der kranken Großmutter vom Weg ab und landete im Bauch des Wolfes. Die Römer wurden im Teutoburger Wald von Hermann  dem Cherusker vernichtend geschlagen.
Das wird euch mit mir alles nicht widerfahren. Wir werden uns den Genüssen hingeben, die der Wald in dieser Gegend bereit hält.

Singen in Thüringen (als wäre die Welt noch in Ordnung)
Hierher gelangen wir in etwa 30 Minuten mit dem Auto. Unser vornehmliches Ziel ist nicht in schöner Natur zu wandern, sondern wir widmen uns den Früchten des Waldes und da kann, je nach Fleiß und Witterung, einiges zusammenkommen. Natürlich genießen wir auch die wunderschöne Landschaft mit ihren jahreszeitlichen Fassetten.

Den Singer Wald erreicht man von der Ortsmitte in etwa 10 Minuten. Wir benutzen meist den Wanderweg in Richtung “Paulinzella”. Die dortige Klosterruine wäre einen extra Aufsatz wert.
Unser erstes Ziel sind dann in jedem Jahr die Walderdbeeren. Sie wachsen hier etwa von Ende Juni bis Mitte Juli. Die Ausbeute ist bei diesen Beeren nicht gerade üppig. In diesem Jahr hat es gerade einmal für ein Glas Marmelade gereicht. Das Aroma ist aber einzigartig und so wollen wir nicht verzichten. Walderdbeeren wachsen an sonnigen Wegen, Bahndämmen und Waldrändern. Es lohnt sich, wie bei allen Beeren und auch Pilzen, die Standorte zu merken um sie in den folgenden Jahren wieder aufzusuchen.
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Im Singer Wald findet man in den Monaten Juli und August reichlich Waldheidelbeeren. Wir sammeln meist so etwa drei Liter dieser Köstlichkeit und benötigen dafür an die zwei Stunden Zeit. Daraus entsteht bei uns in der Weiterverarbeitung leckerer Kuchen und Konfitüre.
Den Pilzen widmen wir uns von August bis November. Obigen Korb haben wir vergangenes Wochenende gefüllt. Es scheint, aufgrund der diesjährigen Witterung, eine ergiebige Pilzsaison zu werden. Um Pilze auch schadlos essen zu können, ist jedoch ein gewisses Wissen unabdingbar.

Das ist der “ Flockenstielige Hexenröhrling”,  den wir auch in unserem Korb hatten. Name und Aussehen lassen schlimmes vermuten. Es ist aber ein guter Speisepilz. Doch er hat einen Doppelgänger, der ihm in Namen und Aussehen ähnelt, den “Satanspilz”. Er löst heftige Magen-Darm-Beschwerden aus.
Solltet ihr Lust auf Pilze haben, besorgt euch ein gutes Pilzbuch (unser Tipp:Pilze sicher bestimmen”), welches ihr auch unterwegs handlich nutzen könnt. Am besten beginnt ihr eure erste Pilzsafari mit einem erfahren Sammler, ehe ihr auf eigene Faust das Abenteuer sucht. Im Zweifelsfall fragen und dann zubereiten.
Wir waren in diesem Jahr schon mehrfach auf Beeren- und Pilzsuche unterwegs. In keinem Fall haben wir Menschen im Wald angetroffen. Früher konnte ein anderer Pilzsammler auch einmal nach “essbar” oder “giftig” befragt werden. Hatte man vor lauter Euphorie die Orientierung verloren, lief einem über kurz oder lang ein Ortskundiger über den Weg. Das ist heute nur noch sehr selten der Fall. Euer Handy wird vermutlich wegen eines Funkloches keine Hilfe sein.
Ihr könnt natürlich auch in den Wäldern eures unmittelbaren Wohnortes Beeren und Pilze sammeln. Sollte es euch aber in den kleinen Ort “Singen (Ilmtal)” verschlagen, besucht die dortige ”Brauerei Schmitt”. Hier wird noch wie vor 100 Jahren gebraut. Rührwerke und Würzepumpe werden am Brautag von einer 12-PS Dampfmaschine angetrieben, die Bierwürze im Holzbottich vergoren, das Bier in Eichenholzfässern gelagert.
Singen 001
Dann mal Prost! Für 1,50€  pro Flasche könnt ihr auch eine Kostprobe mitnehmen!

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Ein irrer Duft von frischem Heu


Dieser sinnliche Genuss, von frisch gemähten Bergwiesen, begleitete uns letzte Woche bei herrlichem Wetter im Allgäu. Wir hatten das Glück die erste Heuernte des Jahres zu erleben. Stück für Stück verwandelten sich die üppig blühenden Wiesen in grüne Teppiche auf denen die in langen Reihen gemähten Gräser und Kräuter zu duftendem Heu trockneten.
Das Geläute der Kuhglocken erfüllte die Bergtäler, eine Eidechse kreuzte flink unseren Weg ehe sie unter einem Stein verschwand. Der Kuckuck machte durch seinen typischen Ruf auf seine sexuellen Bedürfnisse aufmerksam. Auf einer Höhe von etwa 1500m konnten wir Gämsen mit ihren Jungen beobachten, die sich ungelenk über noch vorhandene Schneefelder bewegten.
Nun sind wir zurück mit hunderten Fotos, die unsere Eindrücke dokumentieren und etwas davon soll hier zu sehen sein.

Ihr habt sicher schon dieses Verkehrszeichen gesehen. Wir begegnetem ihm während unserer Wanderungen in derartigen Häufung, dass wir glaubten, es könne sich um um ein Wahlplakat der CSU zum Thema  Mütterrente handeln.  Irgendwie bildete ich mir ein, dieses Verkehrstafel schon mal in einer anderen Darstellung gesehen zu haben?
Das lies mir keine Ruhe und tatsächlich, bis 1971 galt diese Tafel:image
in Ost-und Westdeutschland,
ehe obiges Verkehrszeichen an der Brücke, aus für mich unerklärlichen Gründen, Gültigkeit erlangte.
Erstaunlicherweise wurde dieser Geschlechterwechsel auch im Osten Deutschlands
1979 vollzogen und sah so aus:……………………………………………………  image

Ein anderes Thema, welches uns auf unseren Touren begegnete,war der Milchpreis; ein wichtiges Thema der Region.


Und hier die Lösung für 1,50€ wahlweise in Pad-oder Glasflasche aus dem Automaten:
dav

Unsere Ferientage waren abwechslungsreich. Das Thema “Leitkultur” kam ebenfalls vor:


Die überaus erfolgreiche Familienpolitik und in Pisavergleichen gewürdigte Schul- und Bildungspolitik des Freistaates Bayern, konnte nachstehendes pubertäres Problem nicht verhindern:


Ich hatte ja von einigen hundert Fotos gesprochen. Wenn ihr auf das Bild unten klickt, könnt ihr uns ein Stück des Weges begleiten.

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Vom Eise befreit sind Strom und Bäche…


Frühling01
Ihr kennt natürlich das Gedicht von Johann Wolfgang Goethe. Deshalb will ich den Text hier nicht weiter ausführen. Eigentlich handelt es sich ja um einen Monolog aus dem “Faust”.
Über die Jahre hat der “Osterspaziergang” sich aber als eigenständiges Gedicht etabliert. So hoffen wir jedes Jahr auf schönes Wetter um unseren ganz eigenen Osterspaziergang zu erleben.
In unserer Gegend gab es nicht viel Natur, die vom Eise befreit werden musste. Gerade eine Woche bescherte hier der Winter eine geschlossene Schneedecke.
Die Aussichten für das Osterwetter sind wie oft recht trübe in diesem Jahr. Deshalb nutzen wir, wann immer es geht, das gerade vorhandene Wetter. So haben Heidi und ich unseren Osterspaziergang quasi schon hinter uns.
Da, wo wir zu Hause sind  gibt es natürlich, dem Geheimrat zu Ehren, einen Goethewanderweg. Er verläuft von Weimar über  Vollersroda – Buchfart – Saalborn – Schwarza – Neckeroda nach Großkochberg. Für die gesamte Strecke benötigt ihr etwa sieben Stunden (28,4 km).
Wir sind den Weg neulich nicht abgelaufen, denn unser Ziel war das am Wege gelegene Saalborn, wo ein alter Schulfreund in herrlicher Umgebung sein zu Hause hat.
In etwa dreijähriger Bauzeit ist hier ein Golfplatz geschaffen worden, der im Jahr 2013 eröffnet wurde.
Nun gehören wir in keiner Weise zu denen, die diesem Sport und seiner Klientel in irgend einer Weise nahe stehen. Trotzdem, möchten wir euch diese Anlage als Osterspaziergang empfehlen. Sie bettet sich wunderschön und harmonisch in die Landschaft zwischen Bad Berka und Blankenhain ein. Ein denkmalgeschützter alter Gutshof wurde gelungen zu einer geschmackvollen Hotelanlage umgebaut. Alles ist frei zugänglich und die Restaurantpreise sind moderat.
Wenn ihr in der Nähe weilt, schaut einfach vorbei, genießt die Natur und anschließend einen Espresso oder Prosecco, ja warum auch nicht beides!?
Jedenfalls für alle ein schönes Osterfest, so wie ihr es euch vorstellt .

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