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Nur nicht aufregen oder Currywurst à la petit jardin


Zeitungsbote01Unsere Qualitätsmedien verteidigen ihren Ruf mit Zähnen und Klauen. Es ist schon etwas zynisch die Leute, die kaum einer von uns zu Gesicht bekommt, die bei Wind und Wetter für einen Hungerlohn, zu Zeiten wo wir uns noch einmal müde im Bett umdrehen, die Zeitung in den Briefkasten schieben als Medienlogistiker zu adeln.
Heidi rät mir immer bei derartigen Nachrichten, ich möchte mich doch nicht so sinnlos aufregen! Deshalb auch schnell ein anderes Thema.
In unserem Kleingarten wachsen zur Zeit die verschiedensten Beeren, Gurken, Zucchini und viele Kräuter. Wir versuchen dann alles, was da teilweise im Überfluss gedeiht, auch zu verarbeiten. So holten wir die, im Ruhrpott und Berlin hochgeschätzte Currywurst, auf den Mittagstisch unserer Gartenterrasse.
Das sieht dann so aus, schmeckt vorzüglich und ich glaube es ist auch durchaus gesund.

Rezept (für zwei Personen)

  • eine kleine gelbe Zucchini (gelb nur wegen der Optik)
  • eine kleine Knoblauchzehe
  • frischen Oregano, Basilikum, Schnittlauch, Rosmarin (eurer Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt)
  • 4 Wienerwürstchen (möglichst nicht aus der Dose)
  • Olivenöl
  • Tomatenmark (wenn Tomaten reif auch geschälte und gewürfelte Tomaten)
  • Salz, Pfeffer, Currypulver

Zubereitung

Die Würste in je vier gleiche Teile schneiden und die Enden über Kreuz einschneiden. Olivenöl mit der in Salz zerdrückten Knoblauchzehe erhitzen und die Wurststücke unter ständigem Wenden, in einer ausreichend großen Pfanne, anbraten.
Die Zucchini wird vom Kerngehäuse befreit und in bissgerechte Würfel geschnitten. Sie kommt, wenn die Wurststücken angebraten sind, ebenfalls in die Pfanne und wird unter Wenden gemeinsam gedünstet.
Als nächstes Tomatenmark (Ketchup oder gewürfelte Tomaten)  hinzugeben. Kräftig umrühren und am Besten mit einem Deckel abgedeckt einige Minute auf kleiner Flamme dünsten.
Die Kräuter, die ihr bereits fein gehackt habt, kommen nun ebenfalls dazu. Alles nochmals kräftig umrühren und mit eurer Currymischung abschmecken (soviel Curry verwenden, dass die Kräuter nicht erschlagen werden).  Dazu Brot, Pommes oder was ihr sonst mögt.
Nun habe ich mich, wie in der Zeitungsannonce, mit  “Currywurst à la petit jardin” natürlich auch der verbalen Hochstapelei bedient. Aber probiert es trotzdem einmal. Bon appétit!

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Ein irrer Duft von frischem Heu


Dieser sinnliche Genuss, von frisch gemähten Bergwiesen, begleitete uns letzte Woche bei herrlichem Wetter im Allgäu. Wir hatten das Glück die erste Heuernte des Jahres zu erleben. Stück für Stück verwandelten sich die üppig blühenden Wiesen in grüne Teppiche auf denen die in langen Reihen gemähten Gräser und Kräuter zu duftendem Heu trockneten.
Das Geläute der Kuhglocken erfüllte die Bergtäler, eine Eidechse kreuzte flink unseren Weg ehe sie unter einem Stein verschwand. Der Kuckuck machte durch seinen typischen Ruf auf seine sexuellen Bedürfnisse aufmerksam. Auf einer Höhe von etwa 1500m konnten wir Gämsen mit ihren Jungen beobachten, die sich ungelenk über noch vorhandene Schneefelder bewegten.
Nun sind wir zurück mit hunderten Fotos, die unsere Eindrücke dokumentieren und etwas davon soll hier zu sehen sein.

Ihr habt sicher schon dieses Verkehrszeichen gesehen. Wir begegnetem ihm während unserer Wanderungen in derartigen Häufung, dass wir glaubten, es könne sich um um ein Wahlplakat der CSU zum Thema  Mütterrente handeln.  Irgendwie bildete ich mir ein, dieses Verkehrstafel schon mal in einer anderen Darstellung gesehen zu haben?
Das lies mir keine Ruhe und tatsächlich, bis 1971 galt diese Tafel:image
in Ost-und Westdeutschland,
ehe obiges Verkehrszeichen an der Brücke, aus für mich unerklärlichen Gründen, Gültigkeit erlangte.
Erstaunlicherweise wurde dieser Geschlechterwechsel auch im Osten Deutschlands
1979 vollzogen und sah so aus:……………………………………………………  image

Ein anderes Thema, welches uns auf unseren Touren begegnete,war der Milchpreis; ein wichtiges Thema der Region.


Und hier die Lösung für 1,50€ wahlweise in Pad-oder Glasflasche aus dem Automaten:
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Unsere Ferientage waren abwechslungsreich. Das Thema “Leitkultur” kam ebenfalls vor:


Die überaus erfolgreiche Familienpolitik und in Pisavergleichen gewürdigte Schul- und Bildungspolitik des Freistaates Bayern, konnte nachstehendes pubertäres Problem nicht verhindern:


Ich hatte ja von einigen hundert Fotos gesprochen. Wenn ihr auf das Bild unten klickt, könnt ihr uns ein Stück des Weges begleiten.

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Vom Eise befreit sind Strom und Bäche…


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Ihr kennt natürlich das Gedicht von Johann Wolfgang Goethe. Deshalb will ich den Text hier nicht weiter ausführen. Eigentlich handelt es sich ja um einen Monolog aus dem “Faust”.
Über die Jahre hat der “Osterspaziergang” sich aber als eigenständiges Gedicht etabliert. So hoffen wir jedes Jahr auf schönes Wetter um unseren ganz eigenen Osterspaziergang zu erleben.
In unserer Gegend gab es nicht viel Natur, die vom Eise befreit werden musste. Gerade eine Woche bescherte hier der Winter eine geschlossene Schneedecke.
Die Aussichten für das Osterwetter sind wie oft recht trübe in diesem Jahr. Deshalb nutzen wir, wann immer es geht, das gerade vorhandene Wetter. So haben Heidi und ich unseren Osterspaziergang quasi schon hinter uns.
Da, wo wir zu Hause sind  gibt es natürlich, dem Geheimrat zu Ehren, einen Goethewanderweg. Er verläuft von Weimar über  Vollersroda – Buchfart – Saalborn – Schwarza – Neckeroda nach Großkochberg. Für die gesamte Strecke benötigt ihr etwa sieben Stunden (28,4 km).
Wir sind den Weg neulich nicht abgelaufen, denn unser Ziel war das am Wege gelegene Saalborn, wo ein alter Schulfreund in herrlicher Umgebung sein zu Hause hat.
In etwa dreijähriger Bauzeit ist hier ein Golfplatz geschaffen worden, der im Jahr 2013 eröffnet wurde.
Nun gehören wir in keiner Weise zu denen, die diesem Sport und seiner Klientel in irgend einer Weise nahe stehen. Trotzdem, möchten wir euch diese Anlage als Osterspaziergang empfehlen. Sie bettet sich wunderschön und harmonisch in die Landschaft zwischen Bad Berka und Blankenhain ein. Ein denkmalgeschützter alter Gutshof wurde gelungen zu einer geschmackvollen Hotelanlage umgebaut. Alles ist frei zugänglich und die Restaurantpreise sind moderat.
Wenn ihr in der Nähe weilt, schaut einfach vorbei, genießt die Natur und anschließend einen Espresso oder Prosecco, ja warum auch nicht beides!?
Jedenfalls für alle ein schönes Osterfest, so wie ihr es euch vorstellt .

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Wart ihr schon mal in Altafulla?


Wir sind gerade wieder zurück aus Altafulla. Es handelt sich um einen etwas mehr als 5000 Einwohner zählenden Küstenort an der Costa Daurada, ohne riesige Hotelanlagen. Die Aussprache ist übrigens (Altafuja) . Nachdem ich von Oscar und Fritz mehrfach korrigiert wurde, spreche ich es nun meist richtig aus. Hier seht ihr die beiden bei der Ersteigung eines Monumentes zu Ehren der Castells (Menschenpyramide). Das wäre aber mal ein gesondertes Thema.

Warum reist man in diesen frühen Frühlingstagen nach Spanien, genauer gesagt in die Küstenregion von Katalonien? Natürlich zum Einen wegen der beiden Rabauken aber auch, wegen der bei angenehmen Temperaturen blühenden und duftenden Landschaften.
Der blau blühende Rosmarien duftet, ebenso die wild wachsende Freesien und die Mandelbäume stehen in voller Pracht von  zartem Rosa und strahlendem Weiß.

Da weder Susan, noch die Jungen das Kloster “Santa Maria de Montserrat” kannten, unternahmen wir einen Ausflug in diese bizarre Felsregion etwa 40 Km von Barcelona entfernt. In Monistrol de Montserrat hatte Susan für uns im Hotel “Guilleumes” Übernachtungen gebucht. Wir hätten den Besuch des Klosters auch ohne Übernachtung geschafft, aber Oscar und Fritz lieben Ausflüge mit Schlaf in fremden Betten.
Von hier gelangt man mit einer Zahnradbahn zur 721 m hoch gelegenen  Benediktinerabtei.
Das Kloster ist für die Katalanen der Pilgerort schlechthin. Verehrt wird dort die schwarze Madonna, Schutzheilige der Katalanen (La Moreneta). Was für den Touristen ohne katalanischen Bezug am meisten beeindruckt ist die bizarre Felsenlandschaft.

Spanien ist natürlich nicht nur Berge und Meer. Jede Region hat selbstverständlich ihre kulinarischen Spezialitäten.

Nicht ganz so üppige Schinkenberge dürft ihr mittlerweile auch in hiesigen Supermärkten sehen. Trotz der großen Auswahl von Schinkenspezialitäten  konnte ich eine Sorte nicht finden.
Falls ihr nicht die Absicht habt den Urlaub im sonnigen Spanien zu verbringen, könnt ihr das Geld fürs Flugticket auch in “Pata Negra de Bellota” investieren. Wenn ihr günstig bucht, erhaltet ihr etwa 500gr dieser Schinkenspezialität an Stelle des Flugtickets. Das Ganze ist dann beispielsweise wie  erwartbar bei “Amazon” abzuwickeln.
Was ist das Besondere an diesem Schinken? Grundlage ist das iberische schwarze Schwein, welches natürlich reinrassig sein muss. Nur diese Schinken (100% raza ibérica) dürfen die magische Bezeichnung eines „pata negra“ (Schwarzfuß) führen. Aufwachsen müssen diese Schweine bis zum Zeitpunkt der Schlachtung ausschließlich in freier Natur, wo sie sich in den Korkeichenwäldern von den dort vorkommenden Kräutern und Eicheln ernähren.
Je nachdem wie ihr euch nun entscheidet, gute Reise oder guten Appetit.Zwinkerndes Smiley

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Wie wärs mit Fröschen in der Petersiliensauce?


Als fleißiger Blogger ist man ja auch daran interessiert was Gleichgesinnte so für Themen beackern und besonders, wie sie das tun. So lese ich auch immer mal die Posts von Karina, die fast in meiner Nachbarschaft ein Bistro betreibt. Damit man ihr hin und wieder über die Schulter schauen kann, unterhält sie das Blog ISS DICH GLÜCKLICH.
Nun postete sie, dass ihr erstes Kochbuch erfolgreich veröffentlicht ist und eine Lesung bei “Hugendubel” in Erfurt bevorsteht ( 15. Februar, 20:15 Uhr).
Das inspirierte mich, Euch doch mal einen Blick in eines unserer Bücherregale zu gestatten!

Ihr seht, Kochen spielt in unserem Hause durchaus eine Rolle. Wobei hier eine etwas ungerechte Arbeitsteilung vorherrscht. Essen mögen alle, aber das Kochen ist mehr meine Domäne. Dafür verweigere ich die obligatorischen Reinigungsarbeiten.
Nun nehmt mal das älteste Buch aus dem Regal! Das dürfte nicht so schwierig sein. Genau, ihr haltet nun das “Pester Kochbuch” in den Händen. Das Buch ist etwa 140 Jahre alt. Es fällt somit in die Zeit des “Hotel Sacher”, welches 1876 in Wien eröffnet wurde.
Ich besitze dieses Buch, welches ein Erbstück ist, schon viele Jahre. Noch nie habe ich aber in unserer Küche ein Rezept daraus verwendet. Es ist aber eine wunderbare Lektüre und mit etwas Fantasie begibt man sich auf eine Zeitreise. Dabei sind 140 Jahre, geschichtlich gesehen, eine Kleinigkeit. Beschäftigt man sich etwas mit dieser Lektüre, erschließt sich eine Welt, die einem doch sehr fremd erscheint.
Habt ihr zum Beispiel schon mal einen Indian (Truthahn) zubereitet, einen Kapaun gegessen (kastrierter Hahn) oder habt ihr euch letzten Sonntag einen Schöpsenbraten (Lamm) schmecken lassen?
Wurde von euch schon mal einen Seitel in der  Küche verwendet (2/5 Liter) oder das Mehl beim Backen in Loth ( schaut bei Interesse mal in Wikipedia) portioniert?
Natürlich in der befreundeten Gebirgsrepublik sind diese Ausdrücke zum Teil noch lebendig. Sie sind auch nicht der Hinderungsgrund, das Kochbuch dazu zu verwenden, wofür es ursprünglich geschrieben wurde. Blättert doch mal mit mir auf Seite 163.

Genau, dieses Kapitel wollte ich euch kurz nahebringen. Ihr seht, das Dschungelcamp ist garnicht eine Entgleisung unserer heutigen Gesellschaft.
Damit ihr es leichter lesen könnt:

Frösche, Krebse, Rohrhüner, Schildkröten und Schnecken
505. Frösche in der Petersiliensauce.

Nachdem die Frösche gehörig geputzt und gewässert wurden, schneidet man ihnen die forderen Füße ab, steckt die beiden hinteren Füße in einander und salzt sie, macht dann eine Sauce mit 1 Stück Butter, 1 Löffel Mehl und etwas kleingeschnittener grüner Petersilie, dann ein wenig Erbsenbrühe, gibt die Frösche hinein, läßt sie damit aufkochen und gibt sie zur Tafel.

506. Krebse gekocht.
Die Krebse….

Das Buch ist voll von Rezepturen, die Euch möglicherweise Unwohlsein bescheren könnten. Deshalb will ich das Thema hier nicht weiter vertiefen. Noch eine letzte Seite möchte ich euch nahebringen. Schlagt einmal fast am Ende die Seite 443 auf.

Zu dieser Tafel gibt es noch den Hinweis: Die Raumtemperatur möge nicht weniger als 15 Grad und nicht mehr als 17 Grad betragen.
Falls ihr nun glaubt, durch eure späte Geburt ist euch manches erspart geblieben, stellt euch mal die Frage: würde ich denn einen Salon besessen haben wo eine Tafel für 25 Personen Platz gefunden hätte, oder wie viel Personal war den zur Führung eines derartigen Haushaltes notwendig und musste bezahlt werden?  Vielleicht hättet ihr ja zum erlesenen Kreis jener gehört, die nach diesem Kochbuch bewirtet wurden. Größer ist aber die Wahrscheinlichkeit, dass ihr euch von Kartoffeln, Rüben, Kohl und Roggenbrot und einem kräftigem Schluck Molke ernährt hättet. Mit etwas Glück gab es Sonntag etwas Fleisch. Um 1800 gab ein Maurerhaushalt etwa 70% für den Erwerb von Nahrungsmitteln aus.
Falls ihr mehr zu diesem historischen Kochbuch wissen möchtet, hier ein Link zu Google Books:
Pester Kochbuch Erstausgabe v. 1920
Eine schöne Woche wünsche ich und lasst euch nicht den Appetit verderben!Zwinkerndes Smiley