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Es hört doch jeder nur, was er versteht.


Überschrift: (Zitat von Goethe)

Da wo ich zu Hause bin, findet fast wöchentlich ein Festival des Frohsinns und der Ausgelassenheit statt.
Diese Woche feierten wir “La Fête de la Musique”, eine Woche zuvor kamen etwa 150 000 Besucher zum “Krämerbrückenfest” und so geht das schon seit dem 1.Januar. Es ist hier nicht der Platz, um alle kleinen und größeren Volksbelustigungen zu erwähnen.
Nun hat die deutsche Mannschaft die nächste Runde bei der Fußball WM doch nicht erreicht! (Eigentlich hatte ich diese Passage hier der allgemeinen Euphorie folgend schon anders formuliert.) Irgendwie hat das ja auch etwas Gutes, gewinne ich doch dadurch etwas Zeit. Schon am Donnerstag, den 28. Juni, startet mit der “Danezare” ein internationales Folklorefestival.
Also, nun zum Fest rund um die “Krämerbrücke”. Selbige wird jedes Jahr in ein Kunstprojekt einbezogen.
In Erfurt narrte Till Eulenspiegel, einst der Überlieferung nach, die Professoren der hiesigen Universität, indem er ihnen vorgaukelte, einem Esel das Lesen beigebracht zu haben. So treibt der Narr alljährlich am Wochenende vor Sommeranfang Unwesen mit der Bevölkerung und den Gästen der Stadt. Diesmal hat er nicht nur die Eröffnung des Festes vorgenommen.
Laut der  Erzählung aus dem 16. Jahrhundert spannte Till Eulenspiegel einst ein Seil über einen Fluss und kündigte allen Anwesenden an, ein Kunststück zu vollbringen. Er bat die Neugierigen um deren linken Schuh, band in der Folge alle zusammen, kletterte auf das Seil und schmiss alle im Bündel auf den Boden. Weil alle ihren Schuh wieder haben wollten, entstand ein einziges Gerangel. In Anlehnung an diese Geschichte hängte er in diesem Jahr, neben 20 Zitaten berühmter Größen der Geschichte, auch  eine Menge von Schuhen über die Brücke.
Zum Abschluss des Festes konnte erlebt werden, wie Till Eulenspiegel die auf der Krämerbrücke aufgehängten Schuhe  wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholte. Einige Schuhe gehörten einst prominenten Zeitgenossen, manche enthielten kleine Überraschungen.
Damit ihr einen kleine Eindruck habt, folgen einige Bilder, die ich für Smartphone-Nutzer zusätzlich beschriftet habe.
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Madonna: Den Verlust meiner Jungfräulichkeit habe ich als Schritt auf der Karriereleiter angesehen.Erfurt KB (10)
Woody Allen: Sex ist nur schmutzig, wenn er richtig gemacht wird.Erfurt KB (12)
Udo Lindenberg: Jeder lügt so gut er kann!
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Marilyn Monroe: Wer morgens betet, hat den Rest des Tages Zeit für Spaß und Sauereien.
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Donald Trump: Das Schöne an mir ist, dass ich sehr reich bin!
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Martin Luther: Kein Irrtum ist so groß, der nicht seine Zuhörer hat.

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Im Reich des Bösen


Ja, es ist mal wieder Fußballweltmeisterschaft und selbige findet im Reich des Bösen statt (engl.: evil empire)!
Es handelt sich um eine vom ehemaligen US-Präsidenten Ronald Reagan und von US-amerikanischen Konservativen geprägte Bezeichnung für die Sowjetunion.
Trotz verschwinden des Feindes aus dem kalten Krieg, das Böse ist immer noch allgegenwärtig, nur der Name ist heute halt Russland. Auch als Fußballabstinenzler, konntet ihr euch  in den letzten Wochen kaum um die Aufklärungsbemühungen unserer Medien drücken. Es sei denn, ihr zahlt die 17,50€ ohne euch des Angebotes zu bedienen.
Heidi und ich haben unter Aufbringung unseres ganzen Mutes vor einigen Jahren dieses Land bereist.
Hier ein Bild vom Eingang in das Reich des Bösen. Die junge Frau rechts zögert nochZwinkerndes Smiley.
VLUU L100 / Samsung L100
Wie ihr sehen könnt, es werden keine Mühen der Überwachung gescheut!
KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERA
Wir waren damals mit dem Schiff von Moskau nach Sankt Petersburg unterwegs.
Kanal: MoskauUglitsch266km
Fluss Wolga: Uglitsch Jaroslawi 209km
Rybnisker Stausee :Jaroslawi Goritzy 391km
Fluss Schenka : Goritzy Kishy 375km
Weißer See : Kishy Mandrogi 277km
Fluss Kowascha : Mandrogi St. Petersburg 288km
Ehemaliger Marinekanal Fluss Wytegra  Summe: 1806km
Wenn ihr Lust habt, ihr könnt mit Klick auf den folgenden Link die Reise nachvollziehen:
KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERA  Moskau Sankt Petersburg
Viel Spaß in den nächsten vier Wochen und falls ihr euch aufregt, bitte nur über verschossene Elfmeter, falsche Schiedsrichterentscheidungen und verlorene Spiele.

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Da hatten wir wohl die richtige Entscheidung getroffen!


Sonnabends gehen wir fast immer zum Markt auf dem Domplatz. Dabei geht es nicht vorrangig um die Lösung von Versorgungsfragen, es ist so ein kleiner Ausflug in die Geschichte des Handels; Erwerb von Dingen für Küche und Haushalt ohne Account bei Amazon, bezahlbar sofort mit Geld aus dem Portmonee.
Dabei führt uns unser Spaziergang immer an drei Kleinkunstbühnen vorbei und das sind beileibe nicht alle hier in der Stadt. Die erste Adresse, die wir passieren, ist das oder die “Mehlhose” in der Löberstraße 12. Es stehen nur noch wenige der ehemaligen alten Häuser dieser Straße und besagtes dient also nun kleineren Veranstaltungen für ein buntes Publikum. Die hier auftretenden Künstler haben noch nie eine Einladung zu einer der zahlreichen Talkshows der ARD  gehabt. Entweder wird man durch Mundpropaganda zum Erwerb einer Eintrittskarte animiert oder ein Blick auf das Programm macht einen neugierig.
“Lesen für Bier” stand auf dem Programm! Das wollten wir nun endlich einmal genau wissen. Heidi besorgte Karten und ließ sich vorher den Programmablauf erklären.
Die Lesen-für-Bier-Regeln sind einfach: Friedrich Herrmann und sein Gast Flemming Witt lesen, was auch immer mitgebracht wird. Ob alte Liebesbriefe, die Menükarte eures Lieblingsdöners oder Sartre – eben Texte aller Art.
Nach jedem Vortrag entscheidet der Applaus, ob der Text oder die Performance besser war. Hat die Performance überzeugt, geht das Bier an die Lesenden auf der Bühne. War der Text besser, erhält der Besucher das Bier, der den Text zur Verfügung gestellt hat.
Das kann schon recht lustig werden! So wurde uns die Einleitung zur Gebrauchsanweisung der Nähmaschine “VERITAS” aus dem Jahr 1967 verständlich und ohne Anglizismen zu Gehör gebracht. Ein durch männliche Demonstration unterstützter Vortrag , “Anleitung zur selbständigen Brustuntersuchung der Frau”, fand auch bei den Herren viel Beachtung und entsprechenden Applaus.
Eine Kindergärtnerin hatte einen eigenen Text aus ihrem Berufsalltag verfasst.
Jeder konnte auch Wünsche zur Art der Präsentation des Textes äußern und die Protagonisten bemühten sich um entsprechende Umsetzung.
bmd
Als ich unseren Text überreichte, bat ich Flemming Witt dem Ganzen eine Hörsaalatmosphäre zu verpassen und den wissenschaftlichen Anspruch der Thesen zu unterstreichen.
“Zur soziologischen Psychologie der Löcher” ist eine Satire aus dem Jahre 1931 von Kurt Tucholsky. Der Vortrag war gut und mit Enthusiasmus wie Überzeugungskraft vorgetragen. Doch das vorwiegend recht junge Publikum wählte den Text! So kam ich zu einem Bier und Tucholsky zu Ehren. Die Jungs auf der Bühne mussten aber nicht verdursten, es gab noch genügend Texte, wo die Performance den Text übertraf.
Letztlich folgte nach etwa zweieinhalb Stunden eine Endauswertung über den besten Text.
Gewinner war Tucholsky mit seiner tiefsinnigen Auseinandersetzung über das Loch und dessen Plural die Löcher!
So bin ich auch noch in den Besitz eines Gutscheins von 20€, einzulösen im “FRANZ MEHLHOSE”, gelangt.
Sehr verehrter Kurt Tucholsky,
irgendwie ist mir die Sache etwas peinlich. Es ist ja eigentlich nicht mein Verdienst. Nun- ich mache jetzt erst einmal Ferien. Falls Sie meinen Text hier lesen, den Gutschein würde ich Ihnen gerne überlassen. MfG Ihr S.W.
(Das Video ist leider nicht sehr gut aber der Vortrag, damit ihr wisst  über was ich hier überhaupt geschrieben habe)

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Duck Racing


Da, wo ich zu Hause bin, tut man hin und wieder eigenartige Dinge und erfreut sich über alle Maßen daran. Zugereiste und Touristen schütteln bisweilen den Kopf und halten uns für behandlungswürdig. Eine völlig unbegründete Sorge!
Am Sonntag startete zum 25. Mal das Entenrennen. Keine Angst liebe Veganer und Tierschützer. Es handelt sich lediglich um Plastiktierchen, welche  in einigen Geschäften für 3€ erstanden werden können. Sie sind mit einer Nummer versehen, die zur Ermittlung des Siegers notwendig ist.
Verblüffend viele, nämlich 6000 Plastikenten, werden jährlich erstanden und zu Wasser gelassen. Dabei verwenden viele Teilnehmer Zeit und Farbe um den Tieren ein tolles Outfit zu verpassen.


Keine Ahnung wie viele Zuschauer das Spektakel verfolgten. Ich rechne mal drei pro Entchen,  so um die 20.000 könnten es bei dem herrlichen Wetter schon gewesen sein.
Also schaut mal, ob auf eurem Badewannenrand  so ein gelbes Quietscheentchen sitzt. Wenn euch kopfschüttelnde Kolleginnen oder Kollegen nichts ausmachen, wir können uns ja nächstes Jahr zum Entenrennen treffen!
(Für besonders interessierte noch ein kleines Filmchen)

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Ostern


Man kann sich auf nichts mehr verlassen, dachte  ein Hausbesitzer in unserer Nachbarschaft und schuf sich seine eigene Flora und Fauna. Leider auch hier kein Frühling  (ich wollte es nur mal gezeigt haben).
Trotz allem, er kommt ganz bestimmt, der Lenz! Dann erinnert ihr euch möglicherweise an nachstehenden Vers.

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick,
Im Tale grünet Hoffnungsglück…

Naja, habt ihr irgendwann vielleicht mal auswendig lernen müssen, natürlich in ganzer Länge, wobei der Spaß sich wahrscheinlich in Grenzen hielt.
Eigentlich handelt es sich hier um einen Monolog aus Goethes “Faust”. Eine bunte Truppe von Handwerkern, Bürgern, Mädchen, Schülern auch ein Bettler ziehen hinaus aus der Stadt.
Die so unterschiedlichen Menschen befinden sich in angeregter Unterhaltung. Da spricht einer der Bürgersleute folgenden Satz:
Nichts Bessers weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen
Als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei,
Wenn hinten, weit, in der Türkei,
Die Völker aufeinander schlagen.
Man steht am Fenster, trinkt sein Gläschen aus
Und sieht den Fluß hinab die bunten Schiffe gleiten;
Dann kehrt man abends froh nach Haus,
Und segnet Fried und Friedenszeiten.
Da erübrigt sich jeder Kommentar. Bemerkt sei nur:  “Faust 1”  erschienen 1808, also vor210 Jahren!
Daran solltet ihr bei eurem Osterspaziergang nicht unbedingt denken, aber interessant ist das schon.
Wir haben noch keinen Plan wohin. Der Wetterbericht wird uns bei der Entscheidung sicher behilflich sein. Was immer ihr unternehmt, schönes Wetter und frohe Ostertage für euch.
Buchfahrt (29)
Nach Buchfahrt wäre so eine Möglichkeit. Hier verläuft der Goethewanderweg.  Da wären wir dem Meister sehr nahe.
1Frühling (16)
Hier in Hohenfelden sind wir häufig. Es handelt sich um ein Freilichtmuseum was sehr sehenswert ist und auch Oscar und Fritz immer wieder begeistert.
Hohenfelden01
Dort wachsen auch die seltenen Adonisröschen.
KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERA