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Sagrada Familia


Das ich heute doch noch ein paar Zeilen in den Computer tippe, hielt ich fast für nicht möglich. Ich hatte der Digitalisierung aufgeschlossen begegnen wollen und machte mich an den Download des Windows Creators Updates, welches  seit 17.10. zur Verfügung steht. Das endete dann in einer Geduldsprobe. Ich will hier nicht die Einzelheiten beschreiben, die wurden schon x-mal gepostet. Nach drei Stunden intensiver Rechnerauslastung stand der Fortschrittsbalken für die Vorbereitung des Updates bei 15%! Da dachte ich, mal sehen was bei Google dazu zu erfahren ist.  Ich fand dort folgenden Rat: Nicht ausschalten, einfach weiter laufen lassen und am nächsten Morgen sehen was passiert ist! Also habe ich bei 16% Fortschritt um 0:30 mein Bett aufgesucht und siehe da am nächsten Morgen konnte das Manöver nach weiteren 60 Minuten Installation erfolgreich beendet werden.
Da war aber unser Plan, Küche und Korridor mit einem neuen Farbanstrich zu versehen, noch  nicht in die Tat umgesetzt. Die eigentliche Arbeit besteht hier weniger darin frische Farbe an die Wand zu bringen, sondern den ganzen Klimbim zu reinigen, zwischen zu lagern und anschließend zurück  in die Regale zu räumen. In unserem Korridor haben wir einen Großteil unserer Bücher deponiert und da wir uns von nichts trennen können, findet man noch allerhand dekorativen Krempel in den Regalen. Ähnlich ist es in der Küche. Aber irgendwie lagen wir sehr gut im selbstverordneten Zeitplan.
So kann ich euch nun noch ein Stück auf unserer letzten Reise mitnehmen. Auch wenn es einem momentan etwas bange um Kataloniens Hauptstadt ist, fliegt wenn noch nicht erledigt, einmal hin. Dann erlebt ihr mit Sicherheit eine der schönsten und spannendsten europäischen Metropolen.
Besonders möchte ich den Besuch der “Sagrada Familia”  erwähnen.
SagradaFamilia (14)
Heidi und ich besuchten dieses Bauwerk schon vor etwa 14 Jahren. Nun waren wir gemeinsam mit Freunden dort und es hat sich einiges verändert. Die Tickets kauft man, wie mittlerweile üblich, über das Internet. (Ticket Schnelleinlass 20€) Das ist sehr zu empfehlen, denn es gibt kaum Wartezeiten. Natürlich müsst ihr euch einer entsprechenden Einlasskontrolle unterziehen.
Wie gelangt man zur Kathedrale? Am einfachsten ist es mit der Metro. Die Station ist nur wenige Minuten entfernt und trägt naheliegend den Namen “Sagrada Familia”. So machten wir es aber diesmal nicht. Wir benutzten das Auto. Mit Hilfe von “Google Maps” gelangten wir problemlos zum Parkhaus “Manhatten”. Die Empfehlung war ebenfalls von Google, da das Einparken im Vergleich zu einem anderen Parkhaus in der Nähe als einfacher angesehen wurde. Alles funktionierte gut und für etwa sechs Stunden waren um die 20,0€ fällig.
Wie schon gesagt der Einlass, er war ab 11:00 Uhr gebucht, funktionierte zügig, nur die Taschenkontrolle wirkt bei Heidi wie eine schwere Laktoseintoleranz.Zwinkerndes Smiley
Ich kann gar nicht sagen wie lange wir staunend die wunderschönen Eindrücke auf uns wirken ließen. Ich denke, es waren so etwa anderthalb Stunden. Ich habe für euch eine kleine Animation erstellt. Die vermittelt einen bescheidenen Eindruck vom inneren der Kirche. Ich verspreche 20€ sind gut investiertes Geld. Ihr müsst euch weder für sakrale Baukunst noch für Statik am Kirchenbau interessieren. An was ihr glaubt ,spielt ebenfalls keine Rolle und was Kunst ist, liegt schließlich allein im Auge des Betrachters. Ihr solltet aufgeschlossen für das Unbekannte, das Schöne sein, etwa so wie ihr damals euren Partner/Partnerin zum erste Mal begegnet seid.

Kleiner Bummel durch die “Sagrada Familia” mit J.S.Bach
Der Baumeister, Antoni Gaudí, der maßgeblich die Planung des gigantischen Bauwerkes bestimmte, verstarb am 7. Juni 1926 durch einen Straßenbahnunfall. Man hielt ihn irrtümlich für einen Landstreicher. Seine verschlissene staubige Kleidung ließ das vermuten. So kümmerte man sich nicht allzu intensiv um ihn. Die Taxifahrer weigerten sich angeblich ihn ins Krankenhaus zu fahren. Keiner von den Passanten in Barcelona hatte gewusst, dass das eigentlich der stadtbekannte Star-Architekt ist, der da regungslos verletzt auf der Straße lag.
Zu seinem 100. Todestag, im Jahr 2026, ist nun die Fertigstellung der Kathedrale geplant!
Also passt auf euch auf und klickt mal auf das Video.

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Ein ungemütlicher Empfang


Selbst als wir gestern Abend schlafen gingen, dauerte es eine Weile bis unser Bett uns in wohlige Wärme hüllte. Weitaus ungemütlicher war es nach der Landung auf dem Frankfurter Airport. Natürlich hatten wir die Wettermeldungen über Deutschland mitbekommen und die Jacken so verpackt, dass sie schnell hervorzuholen waren. Aber, damit wir uns auch gleich richtig zu Hause fühlten, durften  wir den Anleger am Gate nicht benutzen und stiegen, von Windböen begleitet, ersatzweise, in den bereitgestellten Zubringerbus. Wir hatten am letzten Tag unseres Urlaubes immerhin Mittagstemperaturen von 27° C und nachts fiel das Thermometer kaum unter 20°  C.
Letztlich waren wir froh, dass alles so gut und pünktlich geklappt hatte. Juristisch gesehen sind wir von Spanien nach Deutschland gereist. Da unser Flug in Barcelona startete, gab es schon einige Bedenken, ob denn das Selbstverständliche auch weiterhin selbstverständlich ist.
In den letzten zehn Jahren sind wir mindesten im Frühjahr und im Herbst nach Barcelona geflogen um Teilen der Familie einen Besuch abzustatten. Natürlich war uns nicht verborgen geblieben, dass die Katalanen, ähnlich wie bei uns die Bayern, gerne  ihre Großartigkeit und unerreichte Leistungsfähigkeit betonen. Nun ist jedoch eine Zuspitzung herbeigeführt worden, die dazu führen könnte, dass wir nächstes Jahr ein Visa für die freie “Republik Katalonien”  benötigen mit Geldumtausch und Zollkontrolle verbunden.
Wir hatten jedoch etwas Glück mit unserem Besuch in der katalanischen Hauptstadt. Für unser Vorhaben die “Sagrada Familia” zu besichtigen, hatte Susan uns Karten für den Montag besorgt. Das war auch gut so, denn am Dienstag wurde auch hier gestreikt. Nur einige wenig Demonstranten blockierten am Ausgang der Kathedrale Montags kurzzeitig die “Hop on Hop off Busse”. Bis auf den Schmuck der Häuser mit der katalanischen Flagge, die wir aber auch in den zurückliegenden Jahren häufig sahen, war die Stadt friedlich und entspannt wie immer.

Wir erlebten noch in Torredembarra, einer 15-tausend Einwohner zählenden Stadt, eine kleinere aber sehr lautstarke Demonstration am Streiktag vor dem dortigen Rathaus.

Da wir, wie schon erwähnt, recht häufig in dieser Region unterwegs waren, dienten wir Freunden, die in Altafulla ein kleines Strandhaus gemietet hatten, gleichzeitig als Reiseguide. Ich hoffe, der Eine oder Andere wird auch künftig Katalonien besuchen, hier noch einige interessante Ausflugsziele:
Etwa 30 km von Tarragona entfernt, liegt in bizarrer Berglandschaft, das 36 Seelenörtchen Siurana.
Eine schmale Straße schlängelt sich vorbei am Stausee Panta de Siurana zum Ort auf 737 m Höhe. Ihr habt eine tolle Aussicht und werdet auch landestypisch bewirtet. Vergesst nicht die romanische Kirche Santa Maria zu besuchen.

Stausee Panta de Siurana

Kirche Santa Maria
Mehr zufällig und deshalb zum ersten Mal, besuchten wir das Kloster “Santes Creus”( in voller Länge:„Königliches Kloster der Heiligen Maria von den Heiligen Kreuzen“). Eigentlich wollten wir zum schon besuchten Kloster “Santa Maria de Poblet”. Da weder wir noch unsere Freunde diese wunderschöne Klosteranlage aus dem 12. Jahrhundert  kannten, war der Irrtum kein Verlust. Beide Klöster gehören zur “Ruta del Cister” zu der auch das Kloster  Vallbona gehört.

Kloster “Santes Creus”
Wer lieber etwas kulturloser in der Sonne liegen mag, dem sei Sitges empfohlen. Es ist ein beliebter Badeort mit breitem Sandstrand, einer hübschen Altstadt mit zahlreichen Boutiquen und Kneipen. Hier kann man sein Geld ausgeben und gut essen, was wir auch taten.
Dann träumt mal vom nächsten Urlaub in der spanischen Provinz Katalonien.

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Fast hätten wir es verpasst!


Wir hatten es uns fest vorgenommen und nun hätten wir unsere Reise nach Kassel fast in den Wind schreiben können. Irgendwie war uns der Endtermin für die “documenta 14” nicht mehr präsent. Als wir im Frühjahr unsere Pläne schmiedeten, dachten wir: ist ja noch jede Menge Zeit, da können wir uns entspannt zurücklehnen. Als dann aber vor vierzehn Tagen die Kinder abgereist waren und ich mich erinnerte: “war nicht doch noch etwas?” Da wäre es fast zu spät gewesen. Also musste  schnell ein Termin bis zum 17. September gefunden werden. Wir einigten uns auf den Dienstag, besorgten Bahntickets und hatten sogar noch etwas Zeit den “60. World Press Photo Contest”, der in der Bahnhofshalle die Siegerfotos präsentierte, zu besuchen.
bty
Dieser Hinweis stimmt schon nachdenklich. Die Fotografen haben nichts anderes getan als unsere Welt im Bild festzuhalten und nun warnt die Tafel davor unseren Kindern diese Welt zu zeigen, jedenfalls nicht in allen Facetten.
…Die Welt ist nicht schön, nein sie ist nicht schön. Schön ist sie nur wenn wir träumen…
(GILBERT BECAUD – Es ist nie zu spät)

Ihr findet die Bilder auch im Netz und könnt euch so ein Urteil bilden (Weltpresse Foto des Jahres).
Unser Regionalexpress stand mittlerweile abfahrtsbereit am Gleis 4 und er sollte auch pünktlich den Bahnhof verlassen. Nicht nur dies, wir erreichten auch ohne Verspätung und entspannt unseren Zielbahnhof Kassel. Das ist ja nicht unbedingt die tägliche Erfahrung mit der Deutschen Bahn.
Nach Ankunft in Kassel-Wilhelmshöhe mussten wir noch den Zug zum Hauptbahnhof benutzen um ins Zentrum der Stadt zu gelangen. Ob uns unser Ticket zur Benutzung der  KVG Bahn berechtigte, ist uns auch heute noch unklar aber wir gelangten zum Ziel. In wenigen Minuten standen wir dann vor dem wohl bedeutendsten Objekt der documenta 14, dem „Parthenon der Bücher“: ein Mahnmal für die Meinungsfreiheit.
Ich hatte einige Tage vorher versucht im Netz brauchbare Informationen zum Besuch der einzelnen Ausstellungsobjekte zu finden-so eine Art roten Faden der Documenta. Den gab es aber nicht wie ich auch in einigen Publikationen lesen konnte. Ein hilfreiches “App” war auch nicht zu finden. So gingen wir intuitiv immer dahin, wo die größten Menschenansammlungen zu sehen waren.
Der Wetterbericht hatte übrigens unwetterartige Stürme vorhergesagt. Mein “App” zeigte auch eine Sturmwarnung, doch wir wurden von derartigen Unbilden verschont.  Zum Einen war das Wetter besser als prognostiziert und als wirklich heftiger Sturm und Regen für eine halbe Stunde Schlimmes befürchten lies, saßen wir unter einem schützenden Terrassendach zur Mittagspause. Gerne würde ich an dieser Stelle einige nützliche Tipps zum Besten geben. Doch in Anbetracht der Tatsache, dass heute das Ende der Ausstellung erreicht ist, macht das natürlich keinen Sinn.
In fünf Jahren startet, wenn alles planmäßig verlaufen sollte, die  nächste weltgrößte Ausstellung zeitgenössischer Kunst, wenn diese Schlagzeile nicht zu anderen Überlegungen führen sollte:
…”Die documenta 14 hat ihren Gesamtetat von 37 Millionen Euro überzogen. Das Defizit soll nach Informationen der Zeitung „Hessische/Niedersächsische Allgemeine“ insgesamt 7 Millionen Euro betragen”…
Wie wir aus unserem täglichen Leben wissen, auch der Umgang mit Geld ist eine Kunst!
Ich habe aber viel fotografiert und mit dem kleine Clip kann ich euch einen Eindruck vermitteln wie Heidi und ich die Ausstellung gesehen haben.

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Kunsttourismus


Will man in Deutschland große Kunst genießen, wird auch großes Geld benötigt! Nicht nur Eintrittskarten auch Übernachtung und Anreise müssen oft berappt werden. Zum Beispiel reizt(e) mich mal ein Besuch des neuen Kulturtempels “Elbphilharmonie”. Meine Ambitionen erlitten vorerst aber einen Dämpfer! So sind für das “St. Petersburg Philharmonic Orchestra – Yuja Wang & Yuri Temirkanov” allein für die Eintrittskarte  ab 359,99€ fällig. Für das “Phantom der Oper” als Stummfilm mit Livemusik waren Karten ab 85,13€ erhältlich.
Da drängt sich dem unbescholtene Steuerzahler schon die Frage auf: Wer hat denn hier mit welchem Geld und für welches Publikum ein Konzerthaus gebaut? Aber schaut mal selber, ob ihr für euch ein passendes Ticket findet.Smiley mit geöffnetem Mund
Nun waren wir letzte Woche aber auch einmal in Sachen Kunst unterwegs. Der Weg führte nach Wiesbaden und dazu nutzten wir den Service der Deutschen Bahn. Immerhin handelt es sich um die hessische Landeshauptstadt, was übrigens manchem nicht bekannt ist. Eine solche Metropole verfügt selbstverständlich über eine entsprechende Theaterlandschaft. Ein sehr schönes Haus beherbergt das “Hessisches Staatstheater” und es gibt auch ein “Galli Teater”, welches das Ziel unserer Reise war. Es war Heidi und mir nicht einmal bekannt welches Stück zur Aufführung  gelangen sollte, aber die dort verpflichteten Darsteller, Oscar und Fritz, reißen uns jedes Mal, wenn sie uns besuchen, zu Begeisterungsstürmen hin. Möglicherweise steht euch das noch bevor.Zwinkerndes Smiley
Sie verbrachten ein Teil ihrer Ferien in der hessischen Landeshauptstadt und dort waren sie zu einem Kinderworkshop angemeldet.
Oscar-Fritz01Damit ihr mal eine Vorstellung von Oscar und Fritz habt!
Wie schon gesagt, wir waren mit der Deutschen Bahn unterwegs. Es lief auch alles entspannt und wunschgemäß, bis zu der Durchsage des Zugchefs bei der Einfahrt in den Frankfurter Bahnhof. Dieser suchte nämlich dringend einen Arzt oder Rettungssanitäter und er fragte, ob derart qualifizierte Reisende an Bord sind.
Wer nun der Annahme ist, in so einem großen Bahnhof wie Frankfurt ist ein medizinischer Notfall schnell einer Lösung zugeführt, der irrt (zumindest in unserem konkreten Fall) .
Bis die Sanitäter des Malteser Hilfsdienstes mit der ersten Trage den etwa 300m langen Bahnsteig zu Fuß bewältigt hatten, war etwa eine viertel Stunde vergangen. Die mitgeführte Trage war aber im konkreten Fall unbrauchbar. Also 300m Bahnsteig zurück  und nach etwa 10 Minuten wieder besagte Strecke mit einer spezielleren,  kleineren Trage zurück zum Notfall.
Wir wurden langsam unruhig, ob wir noch pünktlich zu unserer Vorstellung nach Wiesbaden gelangen. Als nach, na sagen wir mal, etwa 25 Minuten auch ein Notarzt erschien, beschlossen wir nun den Weg mit der S- Bahn zu wählen, denn mit solcher könnten wir es gerade noch schaffen. Die wurde dann durch einen im Gleis befindlichen vorherfahrenden Zug ausgebremst. Als wir dann wieder Fahrt aufnahmen überholte uns der ICE, den wir aus begründetem Misstrauen verlassen hatten.
Wir erreichten das “Galli Theater”, konnten noch die Toilette aufsuchen und als wir den Saal betraten hob sich der Vorhang.
Es beeindruckte schon, was die Kinder dort in vier Tagen einstudiert hatten und mit welchem Spaß sie das vortrugen. Es waren übrigens die “Die Bremer Stadtmusikanten”, die Zuschauer wie Darsteller erfreuten.
Dafür gab es auch reichlich Applaus!

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eigentlich müssten wir mal…


Ihr kennt es sicher alle. Man hat aus guten Grund den einen oder anderen Vorsatz. Es ist auch keine lästige Pflicht und trotzdem kann es manchmal eine ziemliche Weile dauern bis es endlich soweit ist. Da passt halt manchmal der Zeitpunkt nicht und wenn eigentlich der Zeitpunkt passen würde, denkt man nicht daran, was man ja eigentlich wollte!
Neulich hat aber beides zusammen gepasst. Heidi hatte zwei Tage frei und so fuhren wir endlich nach Gotha und besuchten das Grab von Onkel “G”. Ich denke, er hat verschmitzt geschmunzelt und sich trotz des späten Besuches gefreut.
Wer nach Gotha kommt, denkt sicher kaum daran den Friedhof aufzusuchen. Es ist aber ein Ort mit sehenswerten Besonderheiten.
Das hier befindliche Krematorium von 1878 ist das älteste Deutschlands. Dieser Fakt sei nur am Rande erwähnt und ist sicher ausschließlich für eine spezielle Klientel von Interesse. Vor Jahren fiel mir aber bei einem Besuch eine ganz besondere Urne auf. Diese steht im sogenannten Kolumbarium, welches sehr schön restauriert wurde und trägt die Inschrift “Bertha von Suttner”.

Durch Zufall lernte ich Leben und Werk dieser mutigen und leidenschaftlichen Frau über den Film “Herz der Welt” aus dem Jahre 1952 kennen. Es gibt einige Straßen und wohl auch Gymnasien, die nach ihr benannt sind aber ihr Wirken ist weithin unbekannt.
Sie war Schriftstellerin und erste weibliche Friedensnobelpreisträgerin, die mit ihrem Roman „Die Waffen nieder“ (1899) weltweit für Aufsehen sorgte und weite Kreise für die pazifistische Bewegung gewann. Die Stiftung dieses Preises ging maßgeblich von ihrer Initiative aus. Bis 2016 wurde der Friedensnobelpreis 130 mal verliehen! So gesehen, müssten paradiesische Zustände für alle auf unserer Erde herrschen. Doch wer die Namen der Preisträger durchgeht, könnte schnell bei dem einen oder anderen ins Grübeln geraten. Berücksichtigt man noch die Heiligsprechungen durch den katholischen Klerus (1628 Personen),  müssten Eintracht, Frieden und Nächstenliebe die Beichte überflüssig machen und die meisten staatlichen Exekutivorgane ebenfalls.
Kleine Empfehlung für Interessierte: Eine Liebe für den Frieden

Da Heidi, wie gesagt zwei Tage frei hatte, nutzten wir auch den folgenden Dienstag um einen immer wieder verschobenen  Ausflug nach Mühlhausen/Thüringen endlich abhaken zu können. Im Gegensatz zu Gotha als ehemalige Residenzstadt trug Mühlhausen den Namenszusatz “Freie Reichstadt”, was auch gleichzeitig ihre Bedeutung im Mittelalter unterstreicht. So gehörte sie mit etwa 10 000 Einwohnern zu den größten Städten im Reich. Von dieser Bausubstanz ist vieles erhalten geblieben und liebevoll saniert. Besonders solltet ihr bei einem Besuch die begehbare alte Stadtmauer besichtigen und natürlich die Marienkirche. Interessant ist auch das Bauernkriegsmuseum. Nicht weit, in Bad Frankenhausen, ist das einzigartige, von Werner Tübke gestaltete Panorama Museum zu besuchen.
Falls ihr auch eigentlich mal schon länger gemusst hättet, rafft euch endlich auf!Zwinkerndes Smiley
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