Veröffentlicht in Gesellschaft, Humor, Kunst

Ein Abend mit Alexander Bojcan


Nun haben wir den letzten Gutschein, von denen mir zu meinem Geburtstag etliche überreicht wurden, in Kultur umgesetzt. Nochmals vielen Dank für diese Art Geschenke.
Ihr investiertet 44€ pro Person in einen unterhaltsamen Abend. Dafür mühte sich „Kurt Krömer“ zwei Stunden, um seine Art von Spaß, dem zahlreichen Publikum näher zu bringen. Kurt erklärte uns natürlich auch seinen Namen, bei dem es um die Bezeichnung einer Kunstfigur geht. Es war einfach unumgänglich sagte er, da kein „Schwein“ seinen richtigen Nachnamen „Bojcan“ aussprechen kann, inclusive seiner eigenen Person.
Nun mag der eine oder andere einwenden, was denn ein solcher Abend mit „Kultur“ im weitesten Sinne zu tun habe? Gut, ihr wisst ja über Geschmack lässt sich trefflich Streiten. Also jedem seine Meinung.
Ich gebe zu, einige Späße erschienen uns auch etwas unter der Gürtellinie. Das ist halt wie in der Politik.
Immerhin erhielt Herr Krömer 2011 den Grimme-Preis.

mal ein kleiner Ausschnitt für die absolut Ahnungslosen…

Als ich mich über „Wikipedia“ noch etwas weiter über „Kurt Krömer“, der ja eigentlich mit Nachnamen „Bojcan“ heißt, informieren wollte, fiel mir ein Vermerk auf, den ich so auch noch nicht gesehen hatte:

Also schaut doch mal bei den euch betreffenden Einträgen in besagter Enzyklopädie nach! So etwas muss doch nicht sein. Vor allen Dingen genießt die herrliche Frühlingsluft!

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Veröffentlicht in Familie, Gesellschaft, Kinder

All You Need Is Love


Ein junger Mann von fünfzehn Jahren reiste letzte Woche von Frankfurt in den Landkreis Sömmerda um seine dreizehnjährige Freundin zu besuchen. Das ging leider gründlich schief, denn die Mutter des Mädchens war wenig begeistert und verwies ihn der Tür.
Da der Romeo allerdings kein Geld bei sich hatte und seine Rückfahrkarte nach Frankfurt/Main erst für Sonntag gültig war, wusste er nicht, wie er nach Hause kommen sollte. Seine Eltern konnten ihn auch nicht schnell mal mit dem Auto zurückholen, da sie keins besitzen.
In seiner Not wandte er sich an die Polizei. Diese, in Verbindung mit dem Jugendamt fanden aber gemeinsam mit seinen Eltern eine Lösung. So brachte man ihn zum Bahnhof nach Erfurt , von wo er abends per Zug zurück zu seinen Eltern fahren konnte.
Was muss der arme Junge für schlaflose Nächte gehabt haben?
Ein Plan musste her, Geld wurde benötigt, wie löst man überhaupt so ein Zugticket, was ist der richtige Zeitpunkt? Fragen über Fragen!
Dann ging es endlich los. Trotz des gewählten Verkehrsmittels „DB“ klappte die Reise.
Dann die Enttäuschung, an der Tür des Elternhauses seiner Angebeteten platzte sein Traum.

Solche Geschichten lieben die Menschen seit alters her, denn die Wahrscheinlichkeit sie selbst in ihrer Emotionalität zu erleben, hält sich in Grenzen.
Jährlich besuchen etwa zwei Millionen Touristen aus allen Himmelsrichtungen unserer Erde das Casa di Julieta in Verona, nur um ein wenig zu träumen.
Obgleich William Shakespeares Drama „Romeo und Julia“ auf Märchen und Mythen beruht, ist es mehrfach verfilmt, vertont und als Ballett inszeniert worden. Seine Popularität blieb ungebrochen.
Also, bleibt entspannt wenn ihr Eltern pubertierender Jungen oder Mädchen seid. „Elitepartner“ oder andere einschlägige Portale schreiben solche Geschichten nicht.

Veröffentlicht in Gesellschaft, Humor, Kultur & Veranstaltungen, Kunst, Literatur

Spill the Beans


Wir lieben ja die Kleinkunstbühnen hier in der Stadt und davon gibt es einige. Nur zehn Minuten von unserem zu Hause entfernt, erfreut sich das „Franz Mehlhose“ großer Beliebtheit. Da wir bei unserem letzten Besuch einen Gutschein gewonnen hatten, suchten wir schon eine Weile nach einer passenden Veranstaltung, um selbigen einzulösen. „Poetry-Slam“ stand auf dem Plan und wir hofften auf einen unterhaltsamen Abend. Was aber ein Dichterwettstreit, so etwa die Übersetzung, mit verschütteten Bohnen (Spill the Beans) zu tuen hat, erschloss sich uns nicht.
Sicher seid ihr da besser als ich, aber dank „Google“ ist die Wissenslücke nun geschlossen.
Wir hatten Evchen und Randolf noch überzeugt mit uns zu kommen und so war die Veranstaltung nicht nur ausverkauft, sondern durch unsere Teilnahme stieg das Durchschnittsalter der Besucher von zwei Jahre bis zur Masterarbeit auf drei Jahre nach Masterabschluss!
Diese Veranstaltungsform verbreitete sich ausgehend von Chicago in den 90er Jahren über den gesamten Globus und generierte im deutschsprachigem Raum eine zahlreiche Anhängerschaft.
Es gab drei Paarungen und eine Publikumsjury bewertete die maximal sechs Minuten dauernden Beiträge, ähnlich wie beim Eiskunstlaufen. Die drei siegreichen Teilnehmer traten nach der Pause zum Finale an.
Im „Mehlhose“ treten weder „A- B-oder C-Promis“ auf. Die Teilnehmer reisten zum Beispiel mit „FlixBus“ an. Die Gagen sind nicht üppig aber die Eintrittspreise auch nicht.
Als Gast erlebten wir übrigens Falk, Musikkabarettist und Liedermacher aus Berlin.
Eine Hommage an die deutsche Sprache im Lied. (Video)

Solltet ihr einmal hier nach Erfurt kommen und ihr habt den Abend noch nicht total verplant, im „Mehlhose“ werdet ihr auch satt und könnt natürlich durch die nette Bedienung einen coolen Drink serviert bekommen. Vielleicht lernt ihr nette Leute kennen und habt Glück ein Kulturprogramm zu erleben.
Das Lokal ist vom Zentrum der Stadt gut zu Fuß erreichbar.
Löberstraße 12, 99084 Erfurt
Noch ein Tipp: Poetry Slam – die deutschsprachigen Meisterschaften U2019 finden in Erfurt statt! ( 2. bis 5. Oktober 2019 )
Falls ihr noch keine rechte Vorstellung habt was euch bei einem „Poetry-Slam“ so erwartet, dann schaut mal den nächste Clip an. Luise Komma Klar war die Gewinnerin an diesem Abend!
In diesem Sinne, spill the Beans oder leg mal los, erzähl mal, wie der Deutsche sagen würde!

Veröffentlicht in Familie, Gesellschaft, Literatur

Porvenir (ES)


Porvenir ist ein kleiner Ort in Spanien, in dem nach hundert Jahren das Postamt geschlossen werden soll. Sara ist die einzige hier noch tätige Person, die regelmäßig die wenige Post, die für die Menschen im Dorf bestimmt ist, zuverlässig bei Wind und Wetter zustellt.
„Wer braucht denn noch eine Briefträgerin in einer Welt, in der keine Briefe mehr geschrieben werde ?“, sagte Sara.
Da hat ihre Nachbarin, die achtzigjährige Rosa, die Idee mit einer Art Kettenbrief das Postaufkommen des kleinen Ortes unübersehbar zu steigern. So hofft sie das Postamt und Sahras Arbeitsplatz zu retten.

Ángeles Doñate,  in Barcelona geborene Schriftstellerin, gelingt mit ihrem ersten in Deutschland erschienen Buch: „Der schönste Grund, Briefe zu schreiben“,  eine überzeugende Hommage an den von Hand geschriebenen Brief.
Nachdem Heidi mir das Buch empfohlen hatte, kam mir Susan zuvor und nun bin ich fast auf der letzten Seite.
Ich brauche immer etwas länger, da ich mit Betonung und passenden Kostümen lese. Dadurch wurde eine Verlängerung des Ausleihtermins in der Bücherei notwendig.
Wenn ihr einfach etwas entspannendes lesen möchtet, so findet ihr viele alltägliche Geschichten, die auch die euren seien könnten.
Natürlich wollte ich als passionierter Spanienreisender wissen, wo der Ort
Porvenir zu finden ist. Ich fand ihn gleich mehrmals, in Bolivien, Chile, Argentinien und Uruguay . Weshalb aber nicht in Spanien?
El Porvenir bedeutet im Spanischen auch die Zukunft. Darum ging es ja letztlich auch in diesem Roman, die Zukunft der Briefzustellerin und dem Postamt ihres Heimatortes.
Dabei entdeckten die Menschen in ihren Bemühungen Hilfe zu leisten, welches Kulturgut ihnen durch unsere vermeintlichen Errungenschaften schon fast abhanden gekommen ist, der von Hand geschriebene Brief.
„Niemals würde eine Träne eine E-Mail verwischen“
Dieses Zitat des Nobelpreisträgers Jose Saramages fungiert als Leitgedanke dieses Romans.



Veröffentlicht in Advent, Familie, Gesellschaft, Jahreswechsel, Kinder, Literatur, Weihnachten

Lest doch mal wieder!


Ich liebe es zu lesen. Besonders in der Weihnachtszeit verbrachten wir als Kinder viele Nachmittage damit Geschichten zu hören, die Eltern oder Großeltern aus bereits abgegriffenen Büchern zu Gehör brachten.
Mit Beginn der Schulzeit fanden meine Geschwister und ich auch regelmäßig Bücher unter dem Weihnachtsbaum. Später nahm mich mein Großvater mit in eine Leihbücherei, wo ich manche spannende Lektüre fand. Heute versorgt uns Heidi mit Literatur aus der Stadtbibliothek, besonders beeindruckende Textpassagen liest sie mir auch hin und wieder vor.
In bleibender Erinnerung sind mir zwei Weihnachtsgeschichten geblieben, von Peter Rosegger „Als ich Christfreude holen ging“ und von O. Henry „The Gift of the Magi“ (Das Geschenk der Weisen). Ich habe sie immer wieder gelesen und es ist nicht ausgeschlossen, dass ich mich auch in diesem Jahr dieser Lektüre widme.

Erfurt Marktstraße Kinder-und Jugendbibliothek

Was ihr im Bild seht nennt sich Theatrum Mundi-Welttheater. Zu sehen sind hier Szenen aus der Irrfahrt des Odysseus. Vorausgesetzt ihr werft, ich glaube einen Euro, in den Zahlschlitz.
Als sparsame, um nicht zu sagen geizige Touristen, könnt ihr natürlich warten bis ein Neugieriger sein Geld einwirft. Dann ist noch genug Platz um kostenlos dem Schauspiel beizuwohnen. (Ich habe das schon des Öfteren beobachtet.)
Diese zauberhafte Märchenwelt wurde vom Puppenbauer Martin Gobsch geschaffen. Es gibt auch noch eine zweite Geschichte, welche ihr auf der Krämerbrücke bestaunen könnt.
Eigentlich wollte ich ja zum Lesen animieren. Da bietet sich ja für weihnachtliche und nicht nur solche Stunden, neuerdings das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ an. Das heißt „neuerdings“ ist ja nun auch nicht richtig.
Also empfehlen möchte ich dann doch lieber die alten Märchenbücher. Der Name sagt ja schon, hier stehen Märchen drin und die sind oft näher an der Realität als die journalistischen Glanzstücke mancher gegenwärtiger Medien.
Dann mal eine schöne Weihnachtzeit und ein neues Jahr, welches eure Wünsche in jeder Hinsicht berücksichtigt. Nicht vergessen, ihr wolltet doch endlich das Buch vom vorigen Weihnachtsfest lesen.