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Nibelungen mit Sex und Crime in Erfurt


Nach Wochen der Absagen und der Abstinenz verlebten wir endlich wieder mal einen Abend der Unterhaltung, der Kunst des Theaters.
Theater der ursprünglichsten, inspirierenden, komödiantischen Art. Ihr solltet es gesehen haben!
Fast schien der unbändige Spaß, auf der Bühne im Hofe des Angermuseums, ins Wasser zu fallen. Doch Heidi hatte unterwegs einen Glückspfennig gefunden-Glückspfennig darf man, so glaube ich noch sagen, auch wenn es sich ja mittlerer Weile um einen Cent handelt?
Jedenfalls verfehlte er seine Wirkung nicht und so war zwar Siegfried wie geplant und auch erwartet verloren, aber nicht die Nibelungen! Ganz anders als in diesem Jahr in Bayreuth.

Spiel: Klaus Michael Tkacz und Stefan Wey
Regie: Harald Richter
Ausstattung: Ulrike Mitschke

Musik: Andreas Kuch

Da wir alle sehr viel Spaß an diesem Abend hatten, mache ich gerne etwas Werbung für obige Protagonisten!
Das gilt aber für alle Künstler, egal welcher Sparte, die ohne jegliche Unterstützung in dieser Zeit über die Runden kommen müssen.
Ihr müsst nicht unbedingt nach Erfurt kommen, auch in eurer näheren Umgebung findet ihr Gelegenheit durch den Besuch von Veranstaltungen etwas für euch und gleichermaßen für die Komödianten und Musiker zu tun.
Es war das erste Mal, dass wir für Künstler zur Bestreitung ihre Lebensunterhaltes, zusätzlich zur Eintrittskarte, etwas Geld gespendet haben.

Theaterfirma

Klaus Michael Tkacz und Stefan Wey

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Wir lieben das Ausgefallene


Zum Beispiel: Speisen wie Wachtelei im Nest mit Garnelen, eine Ausstellung mit Werken von Salvador Dali oder Beth Ditto live im Konzert.
Nun sind wir aber in einer Situation, wo das Ausgefallene zum Normalfall geworden ist und da hört der Spaß dann doch auf!

SARS-CoV-2


So mussten wir gestern auf die etwas ausgefallene Lisa Eckhard verzichten. Der Abend mit ihr fiel dem Coronavirus zum Opfer. Dabei hatten wir uns über die Karten sehr gefreut.
Noch schlimmer, unsere Flüge nach Barcelona müssen wir aus gleichem Grund umbuchen, auf einen noch zu findenden neuen Termin, und meinem Freund Werner werde ich heute noch benachrichtigen, dass es mit unserem Kartenspiel am Donnerstag wohl auch nichts wird.
Nicht zuletzt lässt der „mdr“ den traditionellen Osterspaziergang ausfallen! Ein No-Go in unserer Gegend.
Immerhin war Heidi und mir nach Talkshows mit drei verschiedenen aber führenden Virologen klar, es geht nur indirekt um die Gefährlichkeit des Virus, ihr kennt den Namen. Das Problem sind die relativ wenigen aber schweren Verläufe und die dann eventuell nicht vorhandenen Intensivbetten der Krankenhäuser.
Am Donnerstag traf sich dann endlich auch unsere Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten/innen der Länder.
Es gab im Anschluss aber keinen gemeinsamen und abgestimmten Fahrplan für die Pandemie, der für alle gleichermaßen gegolten hätte.
Am Freitag und Samstag äußerten sich 16 Regierungschefs mit ihren Maßnahmeplänen, die sich zwar im wesentlichen kaum unterschieden, aber es lebte der feine Unterschied. Nur gut, dass nicht jedes Bundesland noch ein eigenes Verteidigungsministerium unterhält. 😉
Na, dann wünsche ich euch mal viel Gesundheit und falls das nicht klappt, immerhin 60-70% Risiko, dann wenigstens einen milden Verlauf. Wenn ihr mehr Zeit habt als das üblicherweise der Fall ist, lest mal wieder, zum Beispiel „Der Medicus“ von Noah Gordon.

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Wandmosaik von Josep Renau wieder fast am alten Platz


Am Moskauer Platz in Erfurt wurde am 7. Oktober 1984 (zum 35. Jahrestag der DDR) ein Kultur und Freizeitzentrum eröffnet. Es bildete den kulturellen Mittelpunkt des entstandenen Neubaugebietes.
Auf nahezu 21.000 m² fand sich ein reichhaltiges Angebot, verschiedenster Einrichtungen, wie ein Restaurant mit 321 Plätzen, eine Bier- und Weinstube, ein großzügiger Mehrzwecksaal und die größte Stadtteilbibliothek mit rund 50.000 Medien, Kegelbahn und mehre Gesellschaftsräume.
Mitte der 90er Jahre erfolgte die Schließung. Für derartigen Luxus war nach der eingezogenen neo-liberalen Lesart kein Budget vorzuhalten. Solche Objekte werden nach dieser Betrachtungsweise am besten gewinnbringend veräußert.
Mehrere Besitzerwechsel und damit verbundene Versuche zur Neunutzung schlugen fehl.
Nachdem die benachbarten Wohngebäude Moskauer Platz 2 bis 13 im Jahr 2007 abgerissen wurden, drohte dem Komplex das gleiche Schicksal. Der Abriss erfolgte dann 2012.
Das war tausendfache ostdeutsche Wirklichkeit, besonders in den 90er Jahren. Doch bei diesem Objekt gab es die Besonderheit, es handelte sich um ein monumentales Kunstwerk von internationaler Bedeutung.
»Die Beziehung des Menschen zu Natur und Technik« heißt das sieben mal 30 Meter große Wandbild des katalanischen Künstlers Josep Renau. Es entstand ab 1976 in Glasmosaiktechnik für das Kultur- und Freizeitzentrum am Moskauer Platz in Erfurt. Die Fertigstellung seines Mosaiks erlebte Renau nicht mehr, er starb am 11. Oktober 1982. Die Vollendung nach seinem Entwurf blieb seinen Schülern vorbehalten.
Das Wandbild wurde auf Initiative von Anwohnern, ehemaligen Schülern und Wegbegleitern sowie engagierten Denkmalpflegern unter Denkmalschutz gestellt, Ende 2009 wurde es abgenommen und eingelagert. „Es ist das letzte große Werk Renaus und eines der wichtigsten Werke der Moderne“, lautete das Urteil des Landeskonservators Holger Reinhardt.

So war das Ergebnis nach jahrelangem Leerstand.

Dank dieses Engagements kann das Mosaik seit dem 03. Dezember 2019 wieder besichtigt werden, was ich vergangene Woche tat. Die Finanzierung wurde durch die Wüstenrot Stiftung übernommen. Zum Bürgerfest anlässlich der Einweihung am 3. Dezember 2019 waren auch Ministerpräsident Bodo Ramelow und der Oberbürgermeister Andreas Bausewein der Landeshauptstadt Erfurt anwesend.
Nun könnte man meinen „Ende gut, alles gut“.
Dann schaut euch mal in eurer näheren Umgebung etwas um. Welche Freibäder und Schwimmhallen wurden geschlossen oder stehen vor der Schließung. Seht mal nach den Problemen der Sporthallen oder der Schulen, da wo ihr zu Hause seid. Mehr Beispiele erspare ich mir an dieser Stelle.
Allein 2017 wurden in Deutschland 175 Schwimmbäder geschlossen, darunter 62 Freibäder (Quelle Tagesschau) Googelt ihr „Schließung Sporthallen Deutschland“ erhaltet ihr 221.000 Ergebnisse). Das macht nicht die Zahl der Hallen deutlich aber das Problem.
Wenn ihr wegen des Coronavirus das Haus nicht verlassen solltet, könnt ihr ja noch weiter googeln 😉

Die neugestaltete Vorhangfassade mit den Fliesen von J.Renau für 800.000€ finanziert durch die Wüstenrot Stiftung

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Ausflug nach Gramont


„Ah, ca c`est Gramont!“ (Ah, das ist Gramont) soll Napoleon beim Blick auf die Stadt Apolda bei seinem Rückzug von der verloren Schlacht bei Jena Auerstedt 1806 bewunderungsvoll ausgerufen haben.
Die Wahrscheinlichkeit, dass ihr keine Ahnung habt wo dieser Ort zu finden ist, dürfte recht groß sein. Die Stadt bildet ein Städtedreieck mit Weimar und Jena. Sie ist eine typische kleine deutsche Industriestadt, die besonders durch Strick- und Wirkwarenherstellung sowie die über 250 jährige Tradition des Glockengießer-handwerkes, eine gewisse Bedeutung und Bekanntheit erreichte (Die Glocke dicker Pitter im Dom zu Köln wurde 1923 von Glockengießermeister Heinrich Ulrich (1876–1924) in Apolda gegossen).
Davon ist heute nicht mehr viel übrig. So hat auch hier die Bevölkerung seid 1989 um etwa 21% abgenommen.
Der Besuch des Städtchens ist ungeachtet dessen empfehlenswert.
Wir hatten ja eigentlich einen Winterausflug in den Thüringer Wald geplant. Ich hoffte auf eine schöne Winterlandschaft und gutes Essen. Das haben wir nun für dieses Jahr aber ad acta gelegt.
Da es in Apolda einen sehr rührigen Kunstverein gibt, der eine sehenswerte Dürerausstellung auf die Beine gestellt hatte, so war es jedenfalls zu lesen, haben wir unser Absichten in diese Richtung geändert.
Im Kunsthaus erwartete uns eine wirklich sehr beeindruckende Ausstellung von Meisterwerken der Renecance.
Dem außergewöhnlichen Sammlungsbestand der österreichischen Zisterzienserabtei Stift Stams, ist die Präsentation von über 100 Holzschnitten und Kupferstichen zu verdanken. (Schaut mal unter Werke Albrecht Dürer)
Übrigens, 1495 gründete Albrecht Dürer seine eigene Werkstatt in Nürnberg.
Am 7. Juli 1494 hatte er die Ehe mit Agnes Frey, die einer Patrizierfamilie entstammte, geschlossen. Die ausgehandelte Mitgift von 200 Gulden reichte gerade für die Werkstatt.
Diese Tatsache machte mich doch nachdenklich. Ich habe bis heute noch kein vergleichbares Objekt!?
In der Ausstellung wird zudem die „Ehrenpforte“ Kaiser Maximilians I. präsentiert, welche den Stammbaum sowie die Geschichte der Habsburger huldigt (Bild unten).

„Ehrenpforte“ Kaiser Maximilians I. Sie wurde auf 190 einzelnen Holzstöcken gedruckt und anschließend zusammengeklebt.

Der Eintritt war mit 6€ recht moderat. Eine Kombikarte kostet 2€ zusätzlich und ermöglicht den Besuch des sehenswerten Glockenmuseums in dem auch eine Ausstellung zur textilen Industriegeschichte Apoldas präsentiert wird.
Ein Wehrmutstropfen soll nicht unerwähnt bleiben, ich benötige einen neuen Regenschirm. Eine heftige Windböe bescherte meinem Wetterschutz ein jähes Ende.
Das sollte euch nicht entmutigen. Es war ein lohnenswerter Ausflug.

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Gleich um die Ecke das Bauhaus


Grundsätzliches

Wir hatten uns vorgenommen das neue Bauhausmuseum, welches zum Jubiläum 100 Jahre Bauhaus in Weimar, als Neubau eröffnet wurde, zu besuchen.
Den ersten Ansturm warteten wir aber erst einmal ab. Außerdem gab es im hiesigen Angermuseum eine Ausstellung „Bauhausmädels“ , welche wir sehr ansprechend fanden. Lange waren die Schülerinnen der legendären Bauhaus-Designschule vergessen.  Eine Würdigung war längst überfällig.
Nun lenkten wir aber am Donnerstag unser Auto in Richtung Weimar. Das Museum war immerhin in letzter Minute fertiggestellt, was ja für deutsche Bauleistungen nicht unbedingt selbstverständlich ist.
Solltet ihr das Auto benutzen, „Greta“ würde euch dringend zur Bahn raten, was natürlich ebenfalls möglich ist. Ihr könnt im Weimarer „Atrium“ parken. Das ist eines der zahllosen Einkaufszentren, von dem ihr nur wenige Minuten zum Bauhausmuseum benötigt.
Habt ihr das geschafft, steht ihr vor dem grauen Betonkubus, den ich hier als erstes Bild zeige.
Ich hatte ja einige Beiträge von Besuchern auf Google Maps gelesen und war mit einer gewissen Skepsis aufgebrochen. Lest selber! Es gibt derzeit 622 Berichte und eine Note von 3,8. Wenn ihr das Museum besucht, werdet ihr schnell feststellen, dass es schon immer eine Polarisierung gegeben hat. Über Geschmack lässt sich nun bekanntlich nicht streiten. Also lasse ich es auch.
Ungeachtet dessen würde ich aber einen Besuch empfehlen. Ihr bekommt nicht nur für schlappe 11,00 € Eintritt in das Bauhausmuseum, sondern auch in das “ Neue Museums Weimar“ und in das „Haus am Horn„. Dazu erhaltet ihr die „Bauhauscard„. Diese hat eine Gültigkeit von zwei Tagen. Wir haben übrigens die Karten online erworben. Da besteht die Möglichkeit eine entsprechende Uhrzeit zu buchen. Dadurch erspart man mögliche Wartezeiten.
Das „Neue Museum“ dient der Präsentation zeitgenössischer Kunst, mit derzeit einer Ausstellung „Van de Velde, Nietzsche und die Moderne um 1900“.
Das „Haus Am Horn“ ist die einzige Architektur, die das Bauhaus in Weimar realisiert hat.
Hierhin könnt ihr mit dem Auto fahren oder mit der Buslinie 1, die unmittelbar am Atrium erreichbar ist. Natürlich kann man auch in Richtung Schloss durch den Ilmpark, am Fluss entlang in Richtung Belvedere, zu Fuß gehen. Links oberhalb des Bienenmuseums findet ihr dann nach etwa einer Stunde „Das Haus am Horn“.
Bauhaus ist aber nicht nur Weimar. Hier einige Stationen, welche vielleicht in eurer Nähe zu finden sind: BAUHAUS ARCHITEKTUR 24 STATIONEN.

Falls euch das Bauhaus egal ist, das Cafe Frauentor solltet ihr auf jeden Fall besuchen!

Cafe Frauentor mit dem leckersten Kuchen der Stadt!

Neubau des Bauhausmuseums

Haus am Horn