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Greiz-Göltzschtalbrücke u. zurück


Es geht auch einfacher, in dem man mit dem Auto bis zum Parkplatz unmittelbar an die Göltzschtalbrücke fährt.
Das Einfache war aber nie unser Ding und so machten wir uns auf zur alten Papierfabrik. Die liegt am Ortsausgang von Greiz in Richtung Netzsckau. Von hier kann man sich für eine der beiden Möglichkeiten der Wanderung entscheiden. Entweder hält man sich links des Flüsschens Göltzsch oder alternativ rechts.
Es gibt am dortigen Wanderparkplatz mehre Wegweiser. Die Routen sind aber etwa gleich lang und mit 9 km angegeben. Das ist etwas mehr als bei „outdooractive“, die für den Rundweg 14,5 km veranschlagen. Die längere Variante entspricht auch unserer Erfahrung. Insgesamt waren es von unserem Hotel und zurück 22 km.
Wir bevorzugten, aus einem Bauchgefühl heraus, die blaue Route und überquerten nach der Pension und Gaststätte „Waldfrieden“ (war leider geschlossen) die Straße um auf den Köhlersteig, dann weiter über die Köhlerspitzen unser Ziel zu erreichen.
Es gab auf dem ganzen Weg keine Möglichkeit der Versorgung mit Essen und Trinken. Ihr solltet also ausreichend Vorrat im Rucksack mitnehmen. Unterwegs lagen eine Unmenge umgestürzter Bäume. Ein Weg war auch deshalb gesperrt. Insbesondere das rote Wegstück zwischen den Köhlerspitzen und alter Papierfabrik war recht anspruchsvoll. Bei entsprechender Aufmerksamkeit und gutem Schuhwerk habt ihr jedoch eine abwechslungsreiche Wanderung vor Euch.

wir sind die blaue Route hin und die rote Route zurück gelaufen

Route lt. Outdooraktive

Es gibt ja diese Floskel: „Der Weg ist das Ziel“. Das galt aber diesmal nicht für unsere Wanderung. Im Focus stand diese Brücke, über die wir schon manches gehört und gelesen hatten. Der Weg war allenfalls eine zusätzliche Bereicherung.
Die älteste römische Holzbrücke ist laut Überlieferung der im 7. Jahrhundert v. Chr. errichtete Pons Sublicius über den Tiber.
Der Mensch beschäftigt sich seit langer Zeit mit dem Bau von Brücken. Sie spielen auch in Kultur und Politik und Kriegen immer wieder eine Rolle. Sie waren Bestandteil der mittelalterlichen Handelsstraßen; hier wurden Zölle erhoben und Wegerechte erstritten.
Die Brücke am Kwai, ein Abenteuerroman von Pierre Boulle wurde 1957 verfilmt. Die Brücke von Arnheim, spielte im 2. Weltkrieg eine Rolle und war Gegenstand des gleichnamigen Filmes von 1977. Die Glienicker Brücke über die Havel, zwischen Berlin und Potsdam, erlangte durch ihre Funktion als Agentenaustauschplatz zwischen 1962 und 1986 eine besondere Bedeutung. Über sieben Brücken musst du gehn, ist ein 1978 von der DDR-Rockband Karat veröffentlichtes Lied.
Brücken spielen selbst in unserer Freizeitplanug eine wichtige Rolle. So kennt mancher schon die sogenannten Brückentage der kommenden 10 Jahre und berücksichtigt sie bei seiner Reiseplanung. Nicht nur Architekten und Baumeister beschäftigen sich mit der Konstruktion von Brücken auch Zahnärzte verstehen etwas von diesem Me­ti­er. Was alle Brücken ausmacht ist das Verbindende. Hat jemand alle Brücken hinter sich abgebrochen, ist da wohl kaum noch etwas zu machen.
So könnte ich hier noch fröhlich weiter schreiben.
Ich will auch zur Göltzschtalbrücke nur einige wenige Fakten liefern.

Technische Daten im Überblick

  • Überspannt das Tal der Göltzsch zwischen Mylau und Netzschkau
  • Massivbrücke mit zahlreichen Pfeilern und 81 Bögen in vier Etagen
  • Hauptbaustoff: Ziegel etwa 26 Millionen Stück
  • Länge:  574 m
  • Höhe:   78 m
  • max. Spannweite eines Bogens: 30,9 m
  • Bauzeit: 1846 – 1851
  • Grundsteinlegung 31. Mai 1846
  • Einweihung 15. Juli 1851
  • Baukosten: ca. 2.200.000 Taler (ca. 26 Mill., 6.600.000 Goldmark) 

Bemerkenswert ist die Bauzeit! Da fallen einem gleich duzende Beispiele des „Hier“ und „Jetzt“ ein. Übrigens kamen während der Bauzeit 30 Menschen ums Leben.

Die fatale Faszination des Bauwerkes:
Sie gilt als Todesbrücke und wird von der Polizei regelmäßig kontrolliert. Doch trotz der Streifengänge stürzen sich immer wieder traurigerweise Jugendliche von der Göltzschtalbrücke in den Tod.
Wer noch mehr zu diesem einzigartigen Bauwerk wissen möchte wird an vielen weiteren Stellen im Netz fündig: Göltzschtalbrücke

Nachstehend für Interessierte eine Dokumentation des MDR


Autor:

Meine Interessen: Familie, Genuss, Humor, Kunst, Literatur, Photographie, Politik, Reisen, Computer

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