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Pilgerwege


Seit dem Hape Kerkelings beschwerlicher Weg nach Santiago de Compostela in Buchform erschien und die ganze Geschichte auch noch verfilmt wurde, sollen vor allem deutschsprachige Touristen den Jacobsweg regelrecht okkupiert haben. Da wir das vermutet hatten, haben wir, da wir solchen Hypes ungern folgen erst einmal Abstand genommen.
Ich folge ja den einem oder anderem Blog und las kürzlich eine reich bebilderte und nett beschriebene Route von Emily Star, die sich dem Ziel Santiago de Compostela von Porto aus näherte.
Mal sehen, vielleicht denken wir noch mal neu darüber nach?

Pilgern hat ja heute nicht mehr die Bedeutung wie im Mittelalter. Zwar wird es auch noch häufig aus religiösen Motiven unternommen. Viele sehen darin aber auch einfach nur die Möglichkeit, dem hektischen Alltag zu entfliehen und auf Schusters Rappen Natur und Landschaft zu genießen.  Das ist auch Heidis und meine Motivation. So haben wir im laufe der Zeit eine Art Ritual entwickelt.
Sonntagsmorgen sitzt Heidi vor dem Sekretär und hat das unterste Schubfach herausgezogen. So hat sie auf dem Teppich sitzend, einige Wanderarten, der meist näheren Umgebung um sich herum verteilt. Sie sucht nun akribisch nach Denkmalen und Steinkreuzen. Aber auch Türme, Wind- und Wassermühlen wie Wallanlagen sind von Interesse.
Neulich hatte sie zum Beispiel ein Steinkreuz zwischen Paulinzella und Singen entdeckt (Landkreis Saalfeld-Rudolstadt).
Wir parkten unser Auto in Paulinzella. Hier kannten wir uns gut aus, da wir häufig die Ruine der mächtigen Klosteranlage besuchen, die zu den bedeutendsten romanischen Bauwerken in Deutschland gehört.
Am Parkplatz ist mit Hilfe eines Automaten ein kleiner Obolus zu entrichten. Ausgerüstet mit einer schon etwas betagten Wanderkarte kamen wir, dank Heidis außergewöhnlichen topographischen Kenntnisse, bald auf den rechten Weg. Das ist schließlich ganz im Sinne des klassischen Pilgerns – den rechten Weg zu finden. 😉
Oft sind solche Wege gut ausgeschildert, jedoch haben wir trotz umfangreicher Wegweiser manchmal den entscheidenden Abzweig verpasst, weil an dieser Stelle der örtliche Heimatverein einen entscheidenden Hinweis unterlies.
Das war auch bei der Suche des „Nonnenkreuzes“ der Fall. Aber wie schon gesagt, ich war ja nicht allein!
Das schöne an unseren Steinkreuz-Pilgertouren sind besonders die spannenden wie rührenden Geschichten, welche meist dazu zu finden sind. Damit lassen sich sogar Smartphon affine Kinder erfolgreich ködern.

Nicht immer ist, wie in diesem Falle, die Geschichte an einer Tafel vor Ort nachzulesen. Dann braucht man den etwas zweifelhaften Freund „Google“.
Wir lieben diese Geschichten, die meist auf mündlichen Überlieferungen beruhen. Sie lassen eine Welt erahnen, die lange zurück liegt und uns doch etwas zu sagen hat. Es ist ein Unterschied ob wir irgendwo dazu etwas lesen oder hören oder ob wir uns auf den Weg begeben um dem Geschehenen nahe zu sein.
Wir sehen darin auch so eine Art Pilgerweg. Versucht es mal. Es gibt allein in Deutschland 6604 dokumentierte derartige Denkmale. Falls ihr keine Karten eurer Umgebung habt, schaut mal auf dieser Seite: http://www.suehnekreuz.de/
Viel Spaß und neue Erkenntnisse beim Pilgern. 😉

Solltet ihr rein zufällig in dieser Gegend weilen, eine kurze Wegbeschreibung:

Nonnenkreuz oder Frauenkreuz

Folgt mir noch in die Ruine des ehemaligen Benediktiner Klosters, in welches die Nonne Roswitha nicht zurück fand.

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Europa


Dieses Bild habe ich vor etwa drei Wochen aufgenommen. Es zeigt einen Blick auf die Flaggen am ehemaligen Fischerhafen Althagen, der zum Ort Ahrenshoop gehört.
Die Fahne, die ihr sicher nicht auf Anhieb zuordnen könnt, gehört zu Mecklenburg-Vorpommern.
Das würde ich möglicherweise alles gar nicht so wahrgenommen haben, hätte die Europaflagge nicht, einen dem tatsächlichem Zustand des alten Kontinentes so entsprechendes Aussehen.
Bei dem Gedanken an manche europäische „Volksvertreter“, kommt mir der Titel eines recht betagten Filmes, “ …denn sie wissen nicht, was sie tun„, zwangsläufig in den Sinn. Der Film endet im Desaster! (soll bei Netflix noch zu sehen sein)
Nun haben wir gewählt und hatten keine rechte Ahnung wohin mit unserem Kreuz um Europa nicht im Desaster enden zu lassen. Wir wussten auch nicht so recht, was sollen wir tun?
Auf unseren Reisen haben wir viel gesehen und erlebt. Überall in Europa haben wir uns zu Hause gefühlt. Nun hoffen wir!
Euch allen entspannte Tage im Hotel EUROPA, vielleicht begegnen wir uns einmal?

Prag CZ

Impressionen vom alten Kontinent

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Fischland-Darß


Diesmal hat sich Heidi durchgesetzt! Nach gefühlt 90 gemeinsamen Reisen in alle Himmelsrichtungen, die wir nach meinen Vorstellungen unternahmen, erstmals eine Reise, ganz nach ihrem Wunsch. Mit einigen Sonnenbränden war sie von Fischland-Darß öfter zurück nach Hause gereist. Nun nochmal Erinnerungen auffrischen. So sieht sie das jedenfalls.
Auch ich hatte schon einmal einen Trip nach Zingst unternommen und gute Erinnerungen an idyllische kleine Orte mit Reed gedeckten Häusern, schönen Stränden und vom Wind zerzausten Weiden und Kiefern.
Etwas Misstrauen, bei Reisen mit der Bahn, haben wir schon. So checkte Heidi noch vor dem Morgenkaffee ob unser Zug auch pünktlich ist. Welche Überraschung, er fuhr gar nicht, er fiel aus!
Durch die exzellente Reiseplanung, für die ich nicht zuständig war, bekamen wir den Zug der eine Stunde früher fuhr noch.
Das ermöglichte uns eine reichliche Mittagspause in Berlin. Letztlich kamen wir wie geplant in Ahrenshoop an. Der Ort erlangte bereits Ende des 19. Jahrhunderts eine gewisse Bekanntheit durch die Ansiedlung einiger etablierter Künstler, was zur Gründung einer Malschule in der entstandenen Künstlerkolonie führte. Heute versucht man dieses Erbe weiter zu pflegen. So ist beispielsweise Ute Lemper der Stargast des 20. Ahrenshooper Jazzfestes am 22.06.2019.
Im „Räucherhaus“, am verträumten Hafen von Althagen bezogen wir für eine Woche eine kleine Ferienwohnung.
Von hier aus erkundeten wir Zingst, Prerow, Wustrow und den Leuchtturm Darßer Ort.
Badewetter hatten wir nicht, was ja zu dieser Jahreszeit auch nicht erwartbar war. Meist zerzauste uns heftiger Sturm und die Temperaturen lagen oft im einstelligen Bereich. Vom Regen blieben wir aber bis auf einen Vormittag verschont.

Als Fazit unserer Reise können wir sagen, es war wunderschön aber es hat sich vieles verändert. Der morbide Charme der Halbinsel ist einer Idylle aus bunten Ferienhaussiedlungen gewichen. Die einstigen Kapitänshäuser und Fischerhäuschen strahlen in leuchtend Farben und dienen fast alle touristischen Zwecken.
Am Deich grasende Schafe vermisst man genauso wie das Gackern von Hühnern oder das Krähen eines Hahnes. Wir begegneten einem jungen polnischen Busfahrer und auch der Backfisch am Kiosk wurde von einer jungen Polin zubereitet. Fischerbote finden ebenfalls nur noch für Ausflugsfahrten Verwendung. So konnte ein altes Zeesboot, was durch einen Verein restauriert wurde und im Hafen von
 Althagen lag, zu Ausfahrten genutzt werden.
Auch die Natur, greift wie schon seit vielen Jahren, nach dem Fischland. Am Leuchtturm musste ein zugehöriges Gebäude bereits abgerissen werden, weil ihm das Meer schon bedrohlich nahe gekommen war.

…Die Wellen stürmen Jahr für Jahr
und langsam wird mir klar,
das vielleicht in wenigen Jahren
unser Fischland einmal war. …


Dies ist die erste Strophe eines Gedichtes aus dem Jahr 2013 der15-jährigen Schülerin Henriette Krull aus Niehagen.

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Wie feiert ihr eigentlich Ostern?


Wenn das Wetter den meteorologischen Prognosen entspricht, könnt ihr das Osterfest getrost hier in Deutschland verbringen. Was ist da besser als ein Osterspaziergang?
Heidi und ich empfehlen einem Besuch des „egaparks“ in Erfurt?
Die Hauptattraktionen ist hier das größte ornamental bepflanzte Blumenbeet Europas mit 6000 Quadratmetern Fläche! Es gibt ein Aussichtsturm, eine Sternwarte sowie den größten Kinderspielplatz Thüringens und das einzige Gartenbaumuseum des Landes.
Der Japanische Garten steht, auf Grund des warmen Frühjahrs, bereits in voller Blüte und dürfte zu Ostern seine erste Pracht abgelegt haben. Bei unserem Besuch waren aber die Gärtner fleißig mit der Bepflanzung zu Werke und ihr werdet sicher nicht enttäuscht.

Bevor sich eine in aller Munde befindliche CO² Steuer auf die Flugpreise niederschlägt, solltet ihr aber vielleicht einen Kurzurlaub in Spanien erwägen.
In kaum einem europäischen Land wird so leidenschaftlich Ostern gefeiert wie in Spanien. Semana Santa bedeutet Heilige Woche, und das heißt 7 bis 10  Tage lang Leiden, Leidenschaft und Erlösung.
Die beeindruckendsten Prozessionszüge sollen wohl in Andalusien stattfinden. Ihr könnt aber schon aus eurem Umweltbewusstsein heraus, den Flieger bis Barcelona buchen.
In etwa einer Stunde erreicht ihr, mit Bahn oder Bus Tarragona, die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz im Süden der spanischen autonomen Region Katalonien.
Vor drei Jahren erlebten wir, dieses für uns spektakuläre Ereignis. Ich glaube es waren über zwei Stunden, in denen unter anhaltendem, dunklem Dröhnen ungezählter Trommeln, ständig wechselnde Bilder der Leidensgeschichte Jesus an uns vorüberzogen.
Es wirkte wie die Wiederauferstehung des Mittelalters mit all seinem, in unserem Bewusstsein verankerten, düsteren Bildern. Irgendwie hatte man das Gefühl, Umberto Ecos Roman „Im Namen der Rose“ ist zum Greifen nah.

Egal wie ihr das Osterfest begeht, seid fröhlich bei schönstem Frühlingswetter!

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Forelle im Schnee


Heute Morgen hatten wir die kälteste Nacht mit minus 3,5 Grad und dies am 19. Januar. Schnee, hat es ernsthaft auch noch nicht gegeben. Mit anderen Worten erleben wir so eine Art verlängerten November. Nur gut, dass Antonio Vivaldi seine „Die vier Jahreszeiten“ schon fertigstellte.
Wir lieben aber Winter mit Schnee und frischer Forelle! Mit der Forelle, das hätte ja auch hier geklappt. Um Winter zu erleben, sind aber etwa 50 km, in Richtung Westen zu fahren.
Deshalb hatten wir uns mit Evchen und Randolf zu einem Ausflug verabredet.
Wir fuhren über Arnstadt und als wir Elgersburg erreichten, waren nicht nur die Temperaturen winterlich, auch die Schneedecke war nun geschlossen.
Der Mönchshof selbst ist ein historischer Ort direkt am Rennsteig. Hier lag noch ein halber Meter Schnee. Im Gasthaus fragten wir nach einem passenden Tisch, wo wir die fangfrischen Forellen serviert bekommen könnten.
Alles kein Problem, versicherten uns die netten Mädchen des Services. So verabredeten wir uns für etwa eine Stunde später. Wir unternahmen zwischenzeitig einen kleine Ausflug in Richtung Schmücke. Hin und zurück hätten wir nicht geschafft und so kehrten wir nach 30 Minuten Winterspaziergang um, damit wir auch pünktlich wieder am Gasthaus unserer Verabredung nachkommen konnten.
Kurzum, alles war zu unserer Zufriedenheit. Besonders sei noch der Kamin erwähnt, in dem Holzscheite loderten und eine wohlige Wärme erzeugten.

Der Rückweg führte nach einem Ausflug über die „Hohewarte“ zum Mühlencafe in Geraberg.
Wer die Sendung „Bares für Rares“ mit Horst Lichter mag, ist hier genau richtig. Besonders zu empfehlen, auch wenn die Blase keinen Alarm schlägt, der Gang zur Toilette! 😉
Ich bin, der besonderen Empfehlung von Evchen gefolgt und tatsächlich, das stille Örtchen lädt zum Verweilen ein.
Natürlich bekommt ihr auch leckeren Kuchen und ebensolchen Kaffee.
Mit Mühle verbindet man in der Regel Getreide, Mehl, Müller, Esel und die Farbe weiß. Hier geht es aber um eine Erzaufbereitungsanlage.
Sie ist die einzig erhaltene Mühle für Manganerz (Braunstein) in Europa. Deshalb der Name „Braunsteinmühle“.