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MET OPERA


Wir hatten zwei Karten von Silkchen geschenkt bekommen und haben uns natürlich sehr darüber gefreut. Es gibt ja solche legendären Musentempel wie Bayreuth, Salzburg, Mailand oder eben auch The Metropolitan Opera in New York. Auch wer auf die Rolling Stones oder Andreas Gabalier eingeschworen ist, hat zumindest diese Namen schon gehört.
Wir hatten Karten für Verdis Rigoletto. Der Veranstaltungsbeginn war um 19:00 Uhr und so trafen wir uns am 29. Januar dieses Jahres, eine viertel Stunde vorher am Einlass.
Heidi und ich benötigten dafür gerade 15 Minuten zu Fuß. Dann war das „Cinestar“ erreicht, in welchem live aus New York die Veranstaltung in den Kinosaal übertragen wurde.
Ich hatte die Plakate schon mehrmals gesehen. Die geforderten 30,00€ pro Platz gebe ich dann aber doch nicht so schnell aus.
Zur Veranstaltung erschienen übrigens auch Musikliebhaber, die sogar ihre Garderobe dem Ort der MET OPERA angepasst hatten. Einige ältere Damen labten sich an den mitgebrachte Piccolo Fläschchen mit Sekt.
Kurzum, wir können euch einen solchen Opernbesuch durchaus empfehlen. Ihr seid viel näher am Geschehen und könnt auf das Opernglas verzichten. Auch ein Blick hinter die Kulissen wird in der Pause geboten, wenn der Umbau des Bühnenbildes erfolgt und das eine oder andere Interview mit den Protagonisten ist zu verfolgen (in englischer Sprache).
Die Musik wird in hervorragender Dolby Atmos Qualität übertragen. Also traut euch; ihr solltet nicht enttäusch sein. Zur Schaffung der entsprechenden Opernatmosphäre müsst ihr natürlich eure Phantasie zu Hilfe nehmen!
Kinos in eurer Nähe findet ihr hier: MET OPERA im Cinemax oder MET OPERA im Cinestar

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BANKSY WANTET- FOUND IN ERFURT


Seit Wochen gehe ich täglich an obiger Litfaßsäule vorbei und überlege woher ich dieses Bild mit dem Mädchen und dem herzförmigen Luftballon kenne? Schließlich fragte ich Heidi danach. „Schau mal auf dem Schreibtisch, dort könntest du es erfahren“, sagte sie. Da lag das monatliche Veranstaltungsheft und als Aufmacher auf der Titelseite genau dieses Bild!
Im Oktober 2018 ist Banksy ein spektakulärer Cup gelungen. Er baute einen Schredder in einen Rahmen und ließ das Bild „Girl with Balloon“ zur Hälfte durch den Schredder laufen – als es bei einer Auktion wenige Augenblicke davor für 1,2 Millionen Euro versteigert wurde.
Das hatte ich natürlich mitbekommen, da alle TV-Sender und Zeitungen darüber berichteten.
Nach Recherchen mehrerer angeblicher ehemaliger Schulkameraden und Mitarbeiter sowie nach Angaben der geografischen Standorte von Banksys Werk, wird der Künstler als Robin Gunningham vermutet, ein ehemaliger Schüler der Bristol Cathedral School. Es wurde auch spekuliert, dass Banksy nicht eine einzelne Person ist, sondern ein Kollektiv von bis zu sieben Künstlern.
Nur so viel zum Künstler. Ihr findet Unmengen an Text und Bildern seiner Werke im Netz.
Unsere Freude über eine derartig interessante Ausstellung sollte aber bald getrübt werden.
Plötzlich die Schlagzeile: Banksyausstellung kann nicht stattfinden!
Da hatte doch tatsächlich ein städtischer Beamter der Besoldungsgruppe A7 oder so ähnlich, in den Allgemeinverfügungen der thüringischen Coronainquisitoren einen Passus gefunden, welcher angeblich derartige Ausstellungen untersagte. Glücklicherweise gab es dann doch noch eine von Vernunft getragene Entscheidung aus dem Rathaus!

Nun haben wir die Ausstellung besucht und können sie aus ganzem Herzen weiterempfehlen.
Es handelt sich wohl um das Beste an zeitgenössischer Kunst, welche momentan zu sehen ist. Banksy kritisiert unsere heutige Welt mit Witz, Einfühlungsvermögen und sarkastischer Schärfe. Die Kritisierten reagieren in bekannter dekadenter Weise, in dem sie kein Problem damit haben, Millionen $, £ oder € für seine Werke bei Sotheby’s oder anderswo auszugeben.
…Banksys Kunst soll allen gehören. Im Titel der Ausstellung „Who the fuck is Banksy“ schwingt deshalb auch mit, dass für die Kunst kaum relevant ist, wer oder was Banksy ist; dass jeder die Möglichkeit hätte, sich auf diese Weise auszudrücken und gesellschaftliche Missstände aufzuzeigen – und deshalb jede und jeder von uns Banksy sein könnte. Die ernüchternde Erkenntnis: Die meisten von uns sind es nicht… (Zitat DW)
Solltet ihr Banksy suchen, so findet ihr ihn 2022 auch in Bremen, Linz und Gratz.
Hier einige Impressionen:

habe einen schönen Tag

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Straßennamen haben weit mehr als nur eine postalische Bedeutung


Entschuldigen sie. Können sie mir vielleicht weiterhelfen? Ich suche die Trommsdorffstraße!“
„Moment – ach ja, sie gehen geradeaus in Richtung „Sportcheck“ und dann rechts am Ursuklinenkloser vorbei. Dort angekommen sind sie bereits am Ziel“.
„Vielen Dank und einen schönen Tag“.
„Ebenfalls, ihnen auch“.

Trommsdorff, wer war das doch mal?
Ach, da gibt es in der Bahnhofstraße die Schwanenapotheke“. Die befand sich früher am Anger und fiel dem Bau des gewaltigem Postgebäudes Ende des 19. Jahrhunderts zum Opfer. Das war Trommsdorffs Apotheke.
Seine Verdienste wurden in Erfurt immer geachtet.
Zum Gedenken wurde damals eine Tafel angebracht.
Am 9. Oktober 2007 ließ die Deutsche Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie eine Trommsdorff-Ehrung folgen. An der Hauptpost ist seither ein Medaillon zu sehen, das einer Portraitmedaille von 1835 nachempfunden wurde.

Eine große Trommsdorff-Ehrung am 9. Juni 1990 bildete den Höhepunkt der 3. Tage der Alten Universität Erfurt, dem heutigen Hochschulstraßenfest. Im Barocksaal der Statthalterei am Hirschgarten beging man feierlich den 220. Geburtstag Trommsdorffs.

Eine Goethe und Schillerstraße gibt es ja fast in jeder deutschen Gemeinde und dazu fällt einem hoffentlich etwas Wesentliches ein.
Denkt mal an die vielen Namen von denen ihr schon hörtet aber deren Bedeutung mehr oder weniger unklar ist. Dazu kommen noch jene, von denen ihr nicht einmal gehört habt.
Einige Straßennamen waren im Laufe der Geschichte aus gesellschaftlicher Überzeugung nicht mehr zeitgemäß. Dazu gesellen sich nun neuerdings sogenannte „Aktivisten“, die ordnend in unsere heutigen gesellschaftlichen Prozesse eingreifen wollen. Die „Mohrenstraße“ in Berlin ist so ein Beispiel und hier zu Ort streitet man um das „Boyneburgufer“.
Kurzum, Straßennamen haben weit mehr als nur eine postalische Bedeutung.
Zurück zu der anfangs gesuchten Straße.
Neulich besuchten wir, was wir häufiger tun, das Stadtmuseum in der Johannesstraße. Jeden ersten Dienstag im Monat ist das sogar kostenlos möglich!!! Dort hat man sich viel Mühe gemacht, Einheimischen wie Touristen, nachstehendes Thema näher zu bringen:
„Wer war Johann B.? – Trommsdorff und der Aufbruch in die Moderne“
Eine sehr sehenswerte Ausstellung, die nun etwas verlängert werden soll (Corona geschuldet).
Abschließend noch zwei Dinge, welche verdeutlichen, dass Trommsdorff nicht einfach ein Pharmazeut war.
Im Privatinstitut von Johann Bartholomäus Trommsdorff erwarb Emanuel Merck grundlegende Kenntnisse der Pharmazie. In der Schau sind Abschlusszeugnis und Mikroskop von Merck zu sehen (Im Jahr 2020 Mitarbeiter MERCK KGaA : 58.096 Umsatz: 17,534 Mrd. € ). Soviel zur heutigen Pharmaindustrie.
Zum 50. Geburtstag von Trommsdorff im Jahre 1820 fanden sich 800 Gäste in seiner Heimatstadt aus ganz Europa ein. Für die damalige Zeit eine gigantische Zahl.
Also beim nächsten Stadtbummel, schaut mal auf die Straßenschilder in eurer Heimat. Das kann durchaus sehr interessant sein.
„Vater der Wissenschaft Pharmazie“


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Danakil (Wüste in Äthiopien)


Habt ihr schon einmal davon gehört? Ich musste auch erst einmal Wikipedia befragen.
Ganz so weit möchte ich euch nicht mitnehmen. Außerdem soll es auch nicht ungefährlich sein. Extreme Hitze, primitive Unterbringung und bewaffnete Soldaten halten aber wagemutige Touristen nicht davon ab, die spektakulären Natureindrücke von aktiven Vulkankratern, Salzwüsten und bunten Schwefellandschaften zu bestaunen.
Wenn ihr mir folgen möchtet, landet ihr auf dem Buga Gelände 2021 in Erfurt. Genau zu diesem Anlass wurde hier das neue Wüsten- und Urwaldhaus „Danakil“ erbaut. Mit 21,4 Millionen € Baukosten, wart ihr auch mit einem kleinen Anteil dabei.

Nun gibt es genau noch eine Woche die Bundesgartenschau 2021, dann schließt sie ihre Pforten. Das „Danakil“ bleibt uns erhalten, so habt ihr auch weiterhin die Gelegenheit, euch von einer Natur beeindrucken zu lassen, ohne weite und abenteuerliche Reisen zu unternehmen.
Da auf Herrn Lauterbach als Schirmherr verzichtet wurde, waren bezüglich Corona nicht allzu viel an Einschränkungen zu beachten ;).
Immerhin wurde im August die Millionengrenze an Besuchern überschritten und die Hoffnung, die geplanten 1,9 Millionen zu erreichen, ist nicht unbegründet.

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BUGA 2021 Bendeleben


Zur BUGA, in Erfurt 2021 vom 23. April bis 10. Oktober, ist das Barockdorf Bendeleben offizieller Außenstandort.
Der Ort liegt in einem der ältesten deutschen Siedlungsgebiete, dem Unstruttal. Bedächtig schlängelt sich die Unstrut durchs Thüringer Becken. Sie durchfließt seit Jahrhunderten eine Landschaft deutscher Geschichte von Kefferhausen im Eichsfeld bis nach Naumburg, wo sie in die Saale mündet.
Hier wurde die Himmelsscheibe von Nebra gefunden, das Leubinger Fürstengrab entdeckt, der deutsche Bauernkrieg hatte dort sein Zentrum und Kaiser Barbarossa sitzt seit Juni 1190 in einer Höhle unter dem Kyffhäusergebirge.
Das sind unter anderem so die Dinge, die einem einfallen, wenn man an diese Gegend denkt. Neben diesen gibt es aber eine Reihe von Kleinoden und Geschichten, die es hier zu entdecken gibt. Deshalb finden wir die Idee, über die Verteilung einiger, wenn auch nicht üppiger Finanzmittel auf 25 BUGA-Außenstandorte Aufmerksamkeit zu erwecken, eine gute Sache.
Wir hatten bisher von Bendeleben und seiner historischen Schlossparkanlage, wie der ältesten noch erhaltenen Orangerie im Rokoko Stiel, nie gehört.
Wenn ihr Zeit findet, ich verspreche euch, es lohnt sich einen Abstecher zu machen. Dabei entstehen euch außer den Fahrtkosten keine weiteren Aufwendungen.
Folgt mir einfach ein Stück!

Wir fuhren am Nachmittag weiter nach Bad Frankenhausen zum Kaffee. Unterwegs machten wir noch Station in Gorsleben. Das Dorf wurde einst durch vier Rittergüter beherrscht deren Gebäude teilweise noch gut erhalten sind. Besonders ist aber eine Sonnenuhr. Sie ist eine absolute Rarität! Der Gorslebener Steinmetz Andreas Borns, der sie im Jahr 1698 über die Eingangstür zum Friedhof in die Friedhofsmauer eingepasst hat, tat dies mit großer Kunstfertigkeit.

Der Tod von Gorsleben