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…frohe Feste……


…Tages Arbeit, Abends Gäste!
Saure Wochen, frohe Feste!
Sei dein künftig Zauberwort… (Goethe, Schatzgräber! wie ihr euch erinnertZwinkerndes Smiley) 

Dieses Wochenende ging es ausschließlich um die frohen Feste. Davon gab es gleich zwei. Der Landtag lud zum “Tag der offenen Tür” ein und die Via Regia, die einst als eine der wichtigsten europäischen Handelsstraßen mitten durch die Stadt  führte, ziert heute noch die Krämerbrücke als einzige bebaute Straßenbrücke nördlich der Alpen. Ihr zu Ehren wurde das “Krämerbrückenfest” zum 42. mal gefeiert.
Der Landtag ist fast unser zu Hause. Da könnten wir in Hauslatschen hingehen, was wir der Würde des Hauses entsprechend aber nicht taten.  Schließlich wurden ehrwürdige Gäste begrüßt, wie der Präsident des Tiroler Landtags, Dr. Herwig Staa, der Direktor des Hessischen Landtages eines befreundeten Bundeslandes aus unmittelbarer Nachbarschaft und nicht zu Letzt, Mitglieder des Freundeskreises Kaliningrad, darunter die Staatssekretärin der Gebietsduma, Ljudmila Poplawskaja.
Da wollen wir mal hoffen, das letzte Gäste nicht nach der bevorstehenden Bundestagswahl zu Spekulationen und Untersuchungsausschüssen führen.

Nach dem sich etwas schwierig gestaltetem Bieranstich
Beim mittlerweile überregionale Größe angenommenen “Krämerbrückenfest” war auf protokollarische Feinheiten weniger zu achten. Die Stadtverwaltung rechnete mit insgesamt bis zu 140.000 Besuchern und so viele werden es bei dem schönen Wetter auch gewesen sein.

Buntes Treiben auf dem Domplatz

Leckerer  Thüringer Bauernkuchen in einem der zahlreichen geöffneten Altstadthöfe

Hinter dem Erfurter Rathaus kam man am Wochenende direkt nach New Orleans – zumindest musikalisch. Denn parallel zum Krämerbrückenfest findet zum 17. Mal auch das New Orleans Festival statt (es spielt gerade mardi gras.bb).
Hier verbringen Heidi und ich immer unterhaltsame Momente mit erstklassigen Bands. So auch in diesem Jahr.
Auch ihr habt sicher saure Wochen hinter euch!? Vergesst also nicht die frohen Feste!

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Der Weg ins Kloster


Es gibt ja verschiedene Gründe ins Kloster zu gehen. Bei uns lag es zum Beispiel am Wetter. Normalerweise habe ich um diese Zeit mein erstes Buch im Jahr bereits gelesen. Meist handelt es sich dabei um einen Roman, irgend etwas Schönes um die Seele baumeln zu lassen. Dazu suche ich mir für derartiger Lektüre, ein schattiges Plätzchen im Garten. Doch in diesem Jahr bin ich noch nicht so recht vorangekommen. Die Temperaturen waren so niedrig und häufig wehten auch noch Winde aus Nordost, dass ich erstmals am 10. Mai  bei angenehmen Temperaturen, im Schatten unseres Apfelbaumes, mein bereits begonnenes Buch zur Hand nehmen konnte. Momentan befasse ich mich literarisch mit “Franziskus” von Andreas Englisch.
Ich bleibe aber dabei, es war das Wetter und nicht der derzeitige Papst. Hätte die Sonne uns nur etwas mehr verwöhnt,  wäre ich bereits mit Franziskus durch und hätte vergangenen Sonntag auf der Terrasse gesessen und es mir gut gehen lassen.
davEs war aber kalt und regnerisch und  so musste ein Ersatzplan her.  Da hatte Heidi eine gute Idee! (Sie hat übrigens ausschließlich gute Ideen.)  In einem durch die Stadt herausgegebenen Veranstaltungsplan hatte sie den Hinweis auf ein Galerie-Wochenende im Kartäuserkloster entdeckt. Das ehemalige Kloster ist mittlerweile eine attraktive Wohnanlage und die wenigen historische Räume stehen Besuchern für gewöhnlich nicht offen.
Das sind solche Gelegenheiten, die wir regelrecht suchen. Auf diese Weise bekommt man Dinge zu Gesicht, die aus unterschiedlichen Gründen,  nicht zugänglich sind.
Als wir 11:00 Uhr die Klosterpforte erreichten kam auch Frau Angelika Liebhart, die Galeristin, etwas abgehetzt mit ihrem Fahrrad um die Ecke gebogen. Für uns etwas ungewohnt zu dieser Zeit, bot sie uns ein Gläschen Sekt an und wir führten in der Folge ein nettes Gespräch. Sie zeigte uns die Räume und informierte darüber, dass der Eigentümer plant selbige zu Wohnzwecken umzubauen, was zwar wirtschaftlich sicher sinnvoll aber kulturell ein Verlust darstellen würde.
Als weitere Gäste eintrafen widmeten wir uns den ausgestellten Grafiken von Thomas Ranft, die es uns ja erst ermöglichten, die Räume zu besichtigen.
dav
Warum schreibe ich das nun? Einmal weil schon wieder 14 Tage vergangen sind und zum Anderen wollte ich euch die Idee nahebringen, auf beschriebene oder ähnliche Weise Zugang zu interessanten Räumen zu erhalten, welche für gewöhnlich verschlossen sind oder nur bestimmten Personen  zugänglich.
Also, dann schaut mal; ihr werdet bestimmt fündig.

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Auf Clueso’s Spuren


Thomas Hübners Eltern dürften sich beim hören des Songs “Junge”, ursprünglich von den “Ärzten” und vor kurzer Zeit sehr erfolgreich gecovert von Heino, an sorgenvolle Tage zurück erinnern.
Nun, er hat es Lehrern und Eltern bewiesen.
Man kennt ihn mittlerweile als “Clueso” und hätte es den Film “Fuck ju Göhte” nicht gegeben, läge sein Bekanntheitsgrad möglicherweise noch vor dem des Geheimrates aus Weimar.Zwinkerndes Smiley

Vergangenen Sonnabend begaben wir uns nun auf Spurensuche. Das Wetter ist ja seit mehr als drei Wochen  erbarmungslos schlecht und da schien uns das Jubiläum, 15 Jahre “Zughafen”, eine lohnende Alternative zum Ausflug in die Natur.
Da die Möglichkeit an einer Führung teilzunehmen bestand, konnten wir mal hinter die Kulissen des “Zughafens” schauen.
Patrick, ein äußerst freundlicher, etwas schlaksig daherkommender Typ, der die Anfänge im jahrelang leerstehenden Bürogebäude der Bahn mitgestaltet hat, begrüßt die etwa 15 Gäste, die sich neben vielen anderen für einen Rundgang interessierten. Er stellt sich als Musiker vor, der sein Projekt “LilaBungalow” betreibt.
Sein Bericht von der Umsetzung, der von Clueso und dessen Manager Andreas Welskop entwickelten Idee, hier ein kulturelles Netzwerk zu schaffen, stieß auf lebhaftes Interesse. Er sprach über die Mühen und tausende Stunden Eigenleistung, die kaum vorhandene Förderung und die Genugtuung über das Erreichte.
Gegenwärtig beherbergt das Haus 40 kleinste und kleinere Firmen, die etwa 200 Mitarbeiter beschäftigen. Das geht über Lichtdesign, Siebdruck, Merchandising, Musik, Holzbearbeitung und einiges mehr.
Clueso haben wir hier nicht getroffen. Er hat sich von vielen Dingen getrennt und so heißt sein neues Album folgerichtig “Neuanfang” (über 4,7 Millionen Klicks auf You Tube).
Doch seine Spuren nahmen wir hier überall war. Sein Name wurde auch bei unserem Rundgang immer wieder genannt.
Als wir uns von Patrick verabschiedeten, wünschten wir viel Glück. Sie brauchen für das Anwesen einen neuen Mietvertrag, denn der bestehende läuft zum Jahresende aus. Also drückt auch mal eure Daumen, damit uns solche Kleinode erhalten bleiben.


Macht weiter liebe Zughafencrew, trotz Neuanfang!

15 Jahre Zughafen Erfurt – 21.-23. April 2017 – mit Visual Artist Dirk Rauscher und Lotus Lumina – Musik und Sounddesign von Clueso

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Im Wartesaal zum großen Glück


Es gibt so Sätze wie: „Das also war des Pudels Kern!“ oder „Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.“ In diesem Falle stammen sie, wie manch andere fast sprichwörtlich verwendete Weisheiten aus Goethes “Faust”, was ihr sicher unschwer erkannt habt. Gerne werden sie in Referaten oder öffentlichen Auftritten, wie die uns fast täglich heimsuchenden Talkshows, mehr oder weniger sinnvoll verwendet.
Mir kommt seit Jahren auch ein Vers zu der einen oder anderen Gelegenheit in den Sinn:
…” Im Wartesaal zum großen Glück
Da warten viele, viele Leute
Die warten seit gestern auf das Glück von morgen
Und leben mit Wünschen von übermorgen
Und vergessen, es ist ja noch heute…”

Ich denke, dieses Chanson mit obigem Text erstmals von Hildegard Knef gehört zu haben. Da ich immer, wenn mir die Zeilen in den Sinn kamen eine unglaubliche Aktualität spürte, andererseits aber auch eine erstaunliche Unendlichkeit, als hätten die Menschen schon vor Jahrhunderten diesen Wartesaal aufgesucht, wollte ich es nun doch genauer wissen.
Immerhin lieferte “Google” 4.350 Ergebnisse! Ein untrügliches Zeichen, dass ich nicht der einzige bin, den diese Zeilen interessierten.
Erstaunlich, was ich so alles entdeckte. “Gran Premio Eurovisione della Canzone Europea” so nannte sich im Jahre 1956 der erste “Eurovision Song Contest” der in Lugano in der Schweiz stattfand.
Ein gewisser Walter Andreas Schwarz  präsentierte dieses Lied als ersten deutschen Beitrag bei diesem, heute zum Superevent mutierten, Gesangswettbewerb. Es gab noch einen zweiten deutschen Teilnehmer, der im Gegensatz zu A. Schwarz  nach seinem Auftritt nicht in der Versenkung verschwand, Freddy Quinn.
Interessant ist, dass nur der Siegertitel von Lys Assia bekannt gegeben wurde. So bleibt es ein Gerücht das A.Schwarz  den zweiten Platz erreichte.  Die Bewertungsunterlagen können keinen Aufschluss mehr geben, denn sie wurden vernichtet.
Für besonders Interessierte die Version von Walter Andreas Schwarz 1956

Zurück zu unserem Ausgangspunkt. Sicher wart ihr am Sonnabend rechtzeitig in dem kleinen Laden der Zigaretten und Zeitungen verkauft. Damit etwas mehr an Einnahmenn hängen bleibt  werden hier auch Lottoscheine angenommen. Deswegen wart ihr wieder dort. Ihr kennt den älteren Herrn, der das Geschäft betreibt schon seit Jahren und er wünscht euch jedes Mal seither Glück. Die Zahlen habt ihr in der langen Zeit einmal geändert, was aber keinen Erfolg brachte. Die Enttäuschung am Sonntag nach der Ziehung wird sich in Grenzen halten. Ihr seid schon daran gewöhnt und habt euch im Wartesaal zum großen Glück fast häuslich eingerichtet.  Die Chance für den Gewinn des Jackpots bei 6 aus 49 liegt bei rund 1 zu 140 Millionen. Wahrscheinlich werdet ihr auch noch den nächsten Ladeninhaber kennenlernen.
Es gibt da ein fast 150 Jahre altes Kampflied der Arbeiter. Da wird eine Erkenntnis in folgenden Textzeilen verarbeitet:
…Es rettet uns kein höh’res Wesen,
kein Gott, kein Kaiser noch Tribun
Uns aus dem Elend zu erlösen
können wir nur selber tun!…
In diesem Sinne eine glückliche Woche. Im Wartesaal zum großen Glück könntet ihr ja mal Frühjahrsputz machen.Zwinkerndes Smiley

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Kundschafter des Friedens


Kino war ja mal eine regelrechte Leidenschaft von mir. Man musste extra das Haus verlassen um sich so zu unterhalten und begab sich in das Halbdunkel des Kinosaals. Wenn dann der Kinogong ertönte und die Beleuchtung völlig verlosch, ließ man sich in ferne Welten, mystische Geschichten, mitreißende Schicksale entführen. Man litt und lachte, der Gesprächsstoff reichte meist für mehrere Tage oder länger.
Es gab auch eine Zeit, da trat der Film etwas in den Hintergrund. Die Gelegenheit mit einem netten Mädchen zwei Plätze in der letzten Reihe zu ergattern waren Grund für gestörte Aufmerksamkeit dem Geschehen auf der Leinwand gegenüber, da man sich auf das Wesentliche konzentrierte.

Tief in meinem Gedächtnis verankert der alte Kinogong. Hört mal rein!

Mittlerweile gehen wir etwa zweimal im Jahr ins Kino. Unser größtes Problem dabei ist, einen Film zu finden, der uns gefallen könnte und diesen dann nicht zu verpassen.
Irgendwie haben wir einen aus den gesellschaftlichen Normen fallenden Filmgeschmack, was dazu führt, dass die uns interessierenden Filme oft nur eine Woche laufen. Passen wir nicht auf, sind diese, haben wir uns dann endlich entschieden, bereits vom Spielplan.
Dieses mal  hat die Besetzung des im Titel genannten Films aber unsere Aufmerksamkeit geschärft. Das Konglomerat Jürgen Prochnow, Thomas Thieme, Michael Gwisdek, Winfried Glatzeder sorgten dafür, dass wir rechtzeitig unsere Gutscheine in Kinokarten für diesen Film eintauschten. So viele prominente Mimen konnten nicht aufs falsche Drehbuch gesetzt haben.
Dieser Satz hat auch, nach dem wir uns 90 Minuten köstlich amüsierten, weiterhin Gültigkeit. Heidi und ich empfehlen diese Agentengroteske auch uneingeschränkt.
Doch wer westlich der Demarkationslinie (unser Kundschafter des Friedens würden natürlich Staatsgrenze der DDR sagen) sozialisiert wurde, dürfte einige Schwierigkeiten beim Verständnis bestimmter Situationen haben. Dies wiederum  könnte dazu führen, das er den “Ossi” noch wunderlicher findet als es so schon der Fall ist, aber immerhin hat Frau Merkel im Westen höhere Beliebtheitswerte als im Osten. Also nur Mut und kauft, egal wo ihr zu Hause seid, eine Kinokarte. Auch wenn nicht alles verstanden wird, allein die Schauspieler in ihren Rollen sind es wert!

Schaut mal rein. Es gibt im Anschluss an den Trailer eine Einführung von Robert Hofmann!