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Zweimal versetzt!


Das ich zweimal von derselben Dame versetzt wurde, war meiner Erinnerung nach ein Novum. Ja sie ist attraktiv, intelligent auch wortgewandt und blond.
Dies sollte aber doch ein solch abweisendes Verhalten nicht begründen?
Es gibt hier im Zentrum der Stadt einen bekannten Punkt, an dem man sich seit jeher zu Verabredungen traf. Von hier sind es nur kurze Wege zu den Kinos, Theatern und Bars wie Restaurants.
Damit man auch immer die Zeit im Blick hatte, brachte ein Geschäftsmann in den dreißiger Jahren eine knallrote Alpina Uhr mit Schlagwerk an. Irgendwann gab diese dann ihren Geist auf. Nach der Wende stiftete ein Liebhaber Erfurts aus Berlin-Kreuzberg einen neuen Zeitmesser, knallrot, aber funkgesteuert.
Es gab so eine ungeschriebene Regel für ein Rendezvous: maximal wurden 10 Minuten gewartet. Dann entfernte man sich vom vereinbarten Treffpunk. Eventuell blickte man im Gehen noch zweimal zurück, in der Hoffnung es könnte doch noch klappen.
Immerhin hat die Dame sich zweimal für ihr Fernbleiben entschuldigt.
So sollte, allen Vorsätzen zum Trotz, am vergangenen Sonntag, ein dritter Versuch folgen.
Und tatsächlich, da war sie pünktlich um 20:00 Uhr auf der Bühne der „Alten Oper“!

LISA ECKHART

Zu Lisa Eckart lässt sich eine Menge sagen. Das möchte ich mir ersparen. Gebt mal bei Google „Lisa Eckart umstritten“ ein. Da findet ihr die Meinung des Mainstreams. Aber wer ist in diesem Land nicht umstritten, sobald er nur eine eigene Meinung hat und diese gar noch öffentlich äußert.
Also lasst das mit dem Googeln und besorgt euch eine Eintrittskarte für einen Veranstaltungsort in eurer Nähe, bevor derartige Pläne, Corona oder neuestens einer Energiekrise zum Opfer fallen. Bei uns waren die drei Anläufe der Pandemie geschuldet, falls ihr euch erinnert. 😉

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MET OPERA


Wir hatten zwei Karten von Silkchen geschenkt bekommen und haben uns natürlich sehr darüber gefreut. Es gibt ja solche legendären Musentempel wie Bayreuth, Salzburg, Mailand oder eben auch The Metropolitan Opera in New York. Auch wer auf die Rolling Stones oder Andreas Gabalier eingeschworen ist, hat zumindest diese Namen schon gehört.
Wir hatten Karten für Verdis Rigoletto. Der Veranstaltungsbeginn war um 19:00 Uhr und so trafen wir uns am 29. Januar dieses Jahres, eine viertel Stunde vorher am Einlass.
Heidi und ich benötigten dafür gerade 15 Minuten zu Fuß. Dann war das „Cinestar“ erreicht, in welchem live aus New York die Veranstaltung in den Kinosaal übertragen wurde.
Ich hatte die Plakate schon mehrmals gesehen. Die geforderten 30,00€ pro Platz gebe ich dann aber doch nicht so schnell aus.
Zur Veranstaltung erschienen übrigens auch Musikliebhaber, die sogar ihre Garderobe dem Ort der MET OPERA angepasst hatten. Einige ältere Damen labten sich an den mitgebrachte Piccolo Fläschchen mit Sekt.
Kurzum, wir können euch einen solchen Opernbesuch durchaus empfehlen. Ihr seid viel näher am Geschehen und könnt auf das Opernglas verzichten. Auch ein Blick hinter die Kulissen wird in der Pause geboten, wenn der Umbau des Bühnenbildes erfolgt und das eine oder andere Interview mit den Protagonisten ist zu verfolgen (in englischer Sprache).
Die Musik wird in hervorragender Dolby Atmos Qualität übertragen. Also traut euch; ihr solltet nicht enttäusch sein. Zur Schaffung der entsprechenden Opernatmosphäre müsst ihr natürlich eure Phantasie zu Hilfe nehmen!
Kinos in eurer Nähe findet ihr hier: MET OPERA im Cinemax oder MET OPERA im Cinestar

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BANKSY WANTET- FOUND IN ERFURT


Seit Wochen gehe ich täglich an obiger Litfaßsäule vorbei und überlege woher ich dieses Bild mit dem Mädchen und dem herzförmigen Luftballon kenne? Schließlich fragte ich Heidi danach. „Schau mal auf dem Schreibtisch, dort könntest du es erfahren“, sagte sie. Da lag das monatliche Veranstaltungsheft und als Aufmacher auf der Titelseite genau dieses Bild!
Im Oktober 2018 ist Banksy ein spektakulärer Cup gelungen. Er baute einen Schredder in einen Rahmen und ließ das Bild „Girl with Balloon“ zur Hälfte durch den Schredder laufen – als es bei einer Auktion wenige Augenblicke davor für 1,2 Millionen Euro versteigert wurde.
Das hatte ich natürlich mitbekommen, da alle TV-Sender und Zeitungen darüber berichteten.
Nach Recherchen mehrerer angeblicher ehemaliger Schulkameraden und Mitarbeiter sowie nach Angaben der geografischen Standorte von Banksys Werk, wird der Künstler als Robin Gunningham vermutet, ein ehemaliger Schüler der Bristol Cathedral School. Es wurde auch spekuliert, dass Banksy nicht eine einzelne Person ist, sondern ein Kollektiv von bis zu sieben Künstlern.
Nur so viel zum Künstler. Ihr findet Unmengen an Text und Bildern seiner Werke im Netz.
Unsere Freude über eine derartig interessante Ausstellung sollte aber bald getrübt werden.
Plötzlich die Schlagzeile: Banksyausstellung kann nicht stattfinden!
Da hatte doch tatsächlich ein städtischer Beamter der Besoldungsgruppe A7 oder so ähnlich, in den Allgemeinverfügungen der thüringischen Coronainquisitoren einen Passus gefunden, welcher angeblich derartige Ausstellungen untersagte. Glücklicherweise gab es dann doch noch eine von Vernunft getragene Entscheidung aus dem Rathaus!

Nun haben wir die Ausstellung besucht und können sie aus ganzem Herzen weiterempfehlen.
Es handelt sich wohl um das Beste an zeitgenössischer Kunst, welche momentan zu sehen ist. Banksy kritisiert unsere heutige Welt mit Witz, Einfühlungsvermögen und sarkastischer Schärfe. Die Kritisierten reagieren in bekannter dekadenter Weise, in dem sie kein Problem damit haben, Millionen $, £ oder € für seine Werke bei Sotheby’s oder anderswo auszugeben.
…Banksys Kunst soll allen gehören. Im Titel der Ausstellung „Who the fuck is Banksy“ schwingt deshalb auch mit, dass für die Kunst kaum relevant ist, wer oder was Banksy ist; dass jeder die Möglichkeit hätte, sich auf diese Weise auszudrücken und gesellschaftliche Missstände aufzuzeigen – und deshalb jede und jeder von uns Banksy sein könnte. Die ernüchternde Erkenntnis: Die meisten von uns sind es nicht… (Zitat DW)
Solltet ihr Banksy suchen, so findet ihr ihn 2022 auch in Bremen, Linz und Gratz.
Hier einige Impressionen:

habe einen schönen Tag

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 All You Need Is Love


Irgendwie sollte das neue Jahr hoffnungsvoll und optimistisch beginnen. Da fällt mir leider von den gegenwärtigen Weltlenkern kein vernünftiges Zitat ein! Sicher könnte man die Bibel bemühen und würde bestimmt fündig. Die möchte ich aber weiterhin den Pfaffen überlassen.
Den obigen Titel des heutigen Beitrages habe ich mir bei den Beatles entliehen. Das Lied war Großbritanniens Beitrag zu „Our World“, der ersten globalen Live-Fernsehübertragung und stammt aus dem Jahr 1967. Die Sendung wurde über Satellit ausgestrahlt und von über 400 Millionen Zuschauern in 25 Ländern gesehen. Lennons Text war absichtlich einfach gehalten um für das multinationale Publikum verständlich zu sein.
„Alles was du brauchst ist Liebe“, ist nicht der einzige Song der Beatles, welcher heute noch seine Gültigkeit hat und menschliche Sehnsüchte benennt.
„Give Peace a Chance“ ist ein Antikriegslied, welches von John Lennon geschrieben wurde und mit Yoko Ono in Montreal, Québec,Kanada, aufführte.
Nicht zu vergessen „Imagine“ ein Aufruf für den Frieden, schlechthin die Hymne der Friedensbewegung. (die alten „Grünen“ werden sich schmerzlich erinnern)

ImagineThe Beatles‎

Stell dir vor, es gäbe keinen Himmel,
Es ist einfach, wenn du es versuchst.
Keine Hölle unter uns,
Über uns nur Firmament.
Stell dir vor, alle Leute lebten nur für den Tag.

Stell dir vor, es gäbe keine Länder,
Das ist nicht schwer.
Es gäbe nichts wofür man töten oder sterben müsste,
Und auch keine Religion.
Stell dir vor, alle Leute lebten ihr Leben in Frieden.

Du, du kannst sagen, ich wäre ein Träumer,
Aber ich bin nicht der einzige.
Ich hoffe, eines Tages wirst du dich uns anschließen,
Und dann wird die Welt wie eine einzige sein.

Stell dir vor, es gäbe kein Eigentum,
Ich frage mich, ob du das kannst.
Es gäbe keine Notwendigkeit für Gier oder Hunger,
Die Menschen wären Brüder.
Stell dir vor, alle Menschen würden sich die Welt gemeinsam teilen.

In diesem Sinne, ein Jahr nach euren Wünschen und Träumen!

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“Kunsthaus Apolda Avantgarde”


Am vergangenen Mittwoch machten wir unser Vorhaben war und besuchten im Kunsthaus Apolda die Hundertwasserausstellung: „Schönheit ist ein Allheilmittel“.
Da für einen Aufpreis von nur zwei Euro auch die Privatsammlung Wahle: „The Art of John Lennon“ im Glockenmuseum zu besuchen ist, nahmen wir diese Gelegenheit natürlich war.
Auch der hochgeschätzte Geheimrat Goethe besuchte seiner Zeit die Stadt und äußerte sich wie folgt:

Hier ist ein bös Nest und lärmig, und ich bin aus aller Stimmung. Kinder und Hunde, alles lärmt durcheinander…

Gerecht war diese Äußerung bestimmt nicht. Die Stadt hat aber bis heute um ihr Ansehen zu kämpfen. Sie lag weder an einer der wichtigen Handelsstraßen noch gehörte sie zu den zahlreichen Thüringer Residenzstädten. Sie erreichte zwar durch ihre Glockengießer Kunst einige Berühmtheit. Gegossen wurde die berühmte Kölner Dom-Glocke mit einem Durchmesser von 3,22 Metern und einem Gewicht von
24 000 Kilogramm am 5. Mai 1923 im thüringischen Apolda von Heinrich Ulrich.
Ende des 19. Jahrhunderts erfolgte die Umstellung der Strumpffabrikation auf die Herstellung von modischen Strick- und Wirkwaren. Damit wurde zwar ein Wachstumsschub ausgelöst, doch der größte Teil der Bevölkerung lebte in sehr bescheidenen Verhältnissen. Daran hat sich bis heute nicht viel geändert.
Umso erfreulicher sind so die Aktivitäten des Kunsthauses zu bewerten. Blättert man das Gästebuch durch, stößt man auf wertschätzende Einträge aus den verschiedenen Regionen Deutschlands. Die jetzige Ausstellung hat bereits über 15.000 Besucher begrüßen können.
Friedensreich Hundertwasser hat uns ein umfangreiches Werk hinterlassen, welches hier eine angemessene Würdigung findet.
Nur wenige Meter vom Kunsthaus entfernt befindet sich das Glockenmuseum. Hier ist „The Art of John Lennon“ eine Privatsammlung von Michael Andreas Wahle, einem begeisterten John Lennon-Kenner, zu sehen. Seit Jahren trägt Wahle Erinnerungsstücke aus dem Leben Lennons zusammen.

„Stell Dir vor, alle Leute leben in Frieden. Du magst sagen, dass ich ein Träumer bin, aber ich bin nicht der Einzige…“

Dem Schöpfer dieser Liedzeile aus einem seiner populärsten Songs „Imagine“ war selbst kein friedliches Ende beschieden: Im Dezember 1980 wurde John Lennon auf offener Straße erschossen.

Solltet ihr in der Nähe weilen, nehmt euch die Zeit für einen Abstecher nach Apolda. Das letzte Mal besuchten wir die Stadt bei kaltem, stürmischem Regenwetter und mussten den Verlust eines Schirmes, der den Wetterunbilden nicht gewachsen war, hinnehmen. Diesmal konnten wir bei Sonnenschein die Stadt und ihre schönen Parkanlagen genießen.