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Das alles ohne Lufthansa


Schon wieder sind zwei Wochen vergangen seit ich den letzten Beitrag schrieb.
Ich könnte es ja wie Herr Lanz oder Frau Maischberger machen, die seit etwa acht Wochen ein und das selbe Thema bedienen. Ich möchte aber einfach mal einen gewissen Abstand zum Dauerbrenner haben.
Das war jedenfalls auch Heidis Auffassung, und so nutzten wir die letzten 14 Tage um einige Exkursionen in die nähere Umgebung zu unternehmen.
Das ist für uns nun keine Besonderheit, aber mancher Wanderer, den wir unterwegs begegneten entdeckte die Fortbewegung zu Fuß in der schöner Natur wieder neu.
Proviant mussten wir natürlich im Rucksack transportieren, denn die Gastronomie stand nirgends zur Verfügung. Also folgt mir einfach mal einen Moment an frischer Luft und tut so etwas für euer Immunsystem. Das könnte in diesen Zeiten sogar von hohem Nutzen sein.

Die Apfelstädt entspringt unterhalb des Rennsteiges in 728 m Höhe und mündet nach 30 km in die Gera. Einen Großteil der Sehenswürdigkeiten entlang der Apfelstädt kann man bei einer Wanderung auf dem im April 2011 eröffneten Mühlenwanderweg bewundern. Beeindruckend sind die mächtigen Schwarzpappeln im Auwald, welche eine Höhe bis 30m erreichen.

Die Hörselberge sind ein bis 484,2 Meter hoher und etwa 6 km² großer Höhenzug nahe Eisenach im Wartburgkreis, westlicher Teil Thüringens. Der Kammweg beträgt etwa 11 km und stellt keine größeren Anforderungen. Mit Randolf und Evchen genossen wir die herrlichen Ausblicke.

Schellroda Zwischen Schellroda und Klettbach an einer Weggabelung steht ein Sühnekreuz. Die Zeit ist hier mit 1332 festgelegt worden, doch dürfte sicher sein, dass das Kreuz älter ist. Es ist recht versteckt und nicht leicht zu finden, da der Weg nicht ausgewiesen ist. So könnt ihr es trotzdem finden: Sühnekreuz
1251 wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt. Es ist ein Rundlingsdorf und durchaus sehenswert. Vom Ortsrand sind es knapp 4 km bis zum Kreuz.

Wir mussten so zwischen 15 und 30 km mit dem Auto fahren um diese Ziele zu erreichen. Vielleicht ist es eine kleine Anregung so ganz ohne Lufthansa. 😉

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Tanzt unsere Welt mit sich selbst schon im Fieber?


Am 20. März 1982 veröffentlichte die Gruppe Karat den Titel „Der blaue Planet“, welcher mit den obigen Worten der Überschrift beginnt.
Wenngleich es im weiteren Text um den Wahnsinn des atomaren Wettrüstens zwischen den damaligen Militärblöcken ging, hat doch diese Textzeile eine Aktualität, die sich damals kaum jemand vorstellen konnte.
Schlimm genug, das zu den vielen Katastrophen unseres Planeten eine weitere hinzugekommen ist. Mich nerven die Journalisten, Moderatoren und vermeintlichen Experten, die ständig und ausnahmslos apokalyptische Stetmants über alle vorhandenen Kanäle verbreiten und damit die so schon vorhandene Angst der Menschen erheblich verstärken.
Das beginnt schon am frühen Morgen mit dem Heimatsender und endet spät abends mit Lanz und Maischberger.
Nicht genug dessen, bekomme ich auch noch häufig Links über Mail und Whatsapp, welche ich bitte unbedingt lesen oder ansehen soll, was ich natürlich prompt erledige!
Neulich schrieb mir Oscar (unser blonder Spanier):

Da wir immer mal von unseren kleinen Ausflügen ein Bild posten, sehen die Jungs natürlich die Unterschiede zwischen Deutschland und Spanien.
Dort sind die Kinder seit sechs Wochen nicht mehr aus dem Haus gekommen und nicht alle nennen ein Haus ihr eigen. Ihr könnt euch sicher noch an die elterliche Androhung von einem Tag Stubenarrest erinnern. Das empfand ich schon als seelische Grausamkeit! Ab Montag soll es dann erlaubt sein, dass ein Kind mit einem Elternteil zur Apotheke oder zum Einkaufen gehen kann. Das ist schon eine sehr schmerzliche Situation für die Kinder und die ganze Familie.
Nachstehend zur Erbauung:
so ist der Frühling in Deutschland!

…und in Spanien sieht Frühling so aus:

Solche Bilder blieben den Kindern in Spanien in diesem Jahr versagt und es ist leicht vorstellbar, dass dies schmerzt.
Oscar wünscht sich ganz dringend einen Flug  Business Class, eine Seefahrt mit „Mein Schiff“ und einen Besuch bei McDonald‘s. Fritz ist mit McDonald‘s auch einverstanden aber etwas bescheidener, genügt ihm schon sein Fahrrad und seine Freunde.
Was immer ihr euch wünscht, möge es bald in Erfüllung gehen!

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Wandmosaik von Josep Renau wieder fast am alten Platz


Am Moskauer Platz in Erfurt wurde am 7. Oktober 1984 (zum 35. Jahrestag der DDR) ein Kultur und Freizeitzentrum eröffnet. Es bildete den kulturellen Mittelpunkt des entstandenen Neubaugebietes.
Auf nahezu 21.000 m² fand sich ein reichhaltiges Angebot, verschiedenster Einrichtungen, wie ein Restaurant mit 321 Plätzen, eine Bier- und Weinstube, ein großzügiger Mehrzwecksaal und die größte Stadtteilbibliothek mit rund 50.000 Medien, Kegelbahn und mehre Gesellschaftsräume.
Mitte der 90er Jahre erfolgte die Schließung. Für derartigen Luxus war nach der eingezogenen neo-liberalen Lesart kein Budget vorzuhalten. Solche Objekte werden nach dieser Betrachtungsweise am besten gewinnbringend veräußert.
Mehrere Besitzerwechsel und damit verbundene Versuche zur Neunutzung schlugen fehl.
Nachdem die benachbarten Wohngebäude Moskauer Platz 2 bis 13 im Jahr 2007 abgerissen wurden, drohte dem Komplex das gleiche Schicksal. Der Abriss erfolgte dann 2012.
Das war tausendfache ostdeutsche Wirklichkeit, besonders in den 90er Jahren. Doch bei diesem Objekt gab es die Besonderheit, es handelte sich um ein monumentales Kunstwerk von internationaler Bedeutung.
»Die Beziehung des Menschen zu Natur und Technik« heißt das sieben mal 30 Meter große Wandbild des katalanischen Künstlers Josep Renau. Es entstand ab 1976 in Glasmosaiktechnik für das Kultur- und Freizeitzentrum am Moskauer Platz in Erfurt. Die Fertigstellung seines Mosaiks erlebte Renau nicht mehr, er starb am 11. Oktober 1982. Die Vollendung nach seinem Entwurf blieb seinen Schülern vorbehalten.
Das Wandbild wurde auf Initiative von Anwohnern, ehemaligen Schülern und Wegbegleitern sowie engagierten Denkmalpflegern unter Denkmalschutz gestellt, Ende 2009 wurde es abgenommen und eingelagert. „Es ist das letzte große Werk Renaus und eines der wichtigsten Werke der Moderne“, lautete das Urteil des Landeskonservators Holger Reinhardt.

So war das Ergebnis nach jahrelangem Leerstand.

Dank dieses Engagements kann das Mosaik seit dem 03. Dezember 2019 wieder besichtigt werden, was ich vergangene Woche tat. Die Finanzierung wurde durch die Wüstenrot Stiftung übernommen. Zum Bürgerfest anlässlich der Einweihung am 3. Dezember 2019 waren auch Ministerpräsident Bodo Ramelow und der Oberbürgermeister Andreas Bausewein der Landeshauptstadt Erfurt anwesend.
Nun könnte man meinen „Ende gut, alles gut“.
Dann schaut euch mal in eurer näheren Umgebung etwas um. Welche Freibäder und Schwimmhallen wurden geschlossen oder stehen vor der Schließung. Seht mal nach den Problemen der Sporthallen oder der Schulen, da wo ihr zu Hause seid. Mehr Beispiele erspare ich mir an dieser Stelle.
Allein 2017 wurden in Deutschland 175 Schwimmbäder geschlossen, darunter 62 Freibäder (Quelle Tagesschau) Googelt ihr „Schließung Sporthallen Deutschland“ erhaltet ihr 221.000 Ergebnisse). Das macht nicht die Zahl der Hallen deutlich aber das Problem.
Wenn ihr wegen des Coronavirus das Haus nicht verlassen solltet, könnt ihr ja noch weiter googeln 😉

Die neugestaltete Vorhangfassade mit den Fliesen von J.Renau für 800.000€ finanziert durch die Wüstenrot Stiftung

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zurück in die Zukunft 2020


Es dürfte noch nicht zu spät sein um euch für das bereits begonnene Jahr
2020 noch alles erdenklich Gute zu wünschen, was ich hiermit tuen möchte.
Wir weilten über den Jahreswechsel im Land des „Volks Rock’n’Rollers“!
Das gab es schon lange nicht, dass ein so großer Teil der Familie bei herrlichem Winterwetter gemeinsam den Jahreswechsel feierten. Eigentlich gab es dies in dieser Form noch gar nicht.
Es ist ja all zu häufig so, dass doch der eine oder andere Wehrmutstropfen zu beklagen ist, aber alle waren diesmal völlig klaglos und zufrieden. Das Wetter, mit Sonnenschein vom Gipfel bis in die Täler und Temperaturen, die sich am Tage so um die null Grad bewegten, entsprach natürlich unseren Wünschen. Das „Hotel Gratz„, welches wir gebucht hatten, war eine sehr angenehme Herberge und bemüht die Sonderwünsche der Kinder zu erfüllen. Sie hatten ständig kleinere Abweichungen zur Menükarte vorzunehmen, die aber in der Regel erfüllt wurden.
Während sich nun die meisten täglich die herrlichen Pisten auf ihren Skiern herunterstürzten und nur für den Rücktransport mit einer der Seilbahnen
250€ /6 Tage berappen mussten, waren Heidi, Silke und ich zu Fuß unterwegs. Dafür gab es genügend wunderschöne Winterwanderwege.
Eine Tour möchte ich erwähnen, da das Highlight eine etwa 4 km lange Abfahrt mit dem Schlitten von der Loosbühelalm auf 1.769 m schon ein besonderer Spaß war.
Es begann mit einer Busfahrt von Großarl zum Parkplatz Grundlehen. Die Bushaltestelle liegt auf etwa 1200 m. Es sind also fast 600 Höhenmeter bis zum Ziel Loosbühlalm. Dafür solltet ihr je nach Konstitution mindestens 1,5 Stunden veranschlagen. Im Normalfall könnt ihr euch auf der Alm wärmen und für das leibliche Wohl sorgen. Das war uns leider nicht vergönnt, da so viele Touristen auf einen freien Tisch warteten, dass wir es vorzogen unseren mitgebrachten warmen Tee mit einem kleinen Snack zu genießen. Ja und dann wählten wir einen der bereitstehenden Schlitten und waren in etwa 20 Minuten unten am Parkplatz (Kostenpunkt 5,00€). Es war ein Riesenspaß so eine lange Schlittenfahrt am Stück zu bewältigen.
Das ist meine Empfehlung, für den Fall ihr entschließt euch zu einem Winterurlaub in dieser wunderschönen Bergregion nahe Salzburgs.
Also sprecht mal mit dem Meteorologen/in eures Vertrauens, denn so herrliches Wetter wie wir es genossen, ist nicht selbstverständlich (Schaut unten die kleine Auswahl von Bildern).

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Eine Hängebrücke und viel Vergangenheit


Mit Freunden hatten wir uns eine Wanderroute in eines der ältesten deutschen Siedlungsgebiete ausgewählt. Eigentlich hätten wir schon einige Tage früher aufbrechen wollen, aber das Wetter spielte nicht so richtig mit. Der folgende Sonntag war dann genau richtig. Angenehme Temperaturen und herrliches Herbstwetter bescherten uns einen schönen und erlebnisreichen Tag.
Unser Ziel war eigentlich Memleben! Kennt ihr nicht? Sehr erstaunlich, solltet ihr unbedingt!
Hier befand sich eine Kaiserpfalz von Otto dem Großen, gleichzeitig sein Sterbeort, wie auch der Sterbeort König Heinrichs 1.   Noch heute befinden sich hier atemberaubende, architektonische Zeugnisse einer mittelalterlichen Klosteranlage.
Sicher habt ihr schon von der Himmelsscheibe von Nebra gehört. Vor etwa 4000 Jahren wurde sie geschaffen und durch Raubgräber hier im Jahre 1999 Inmitten eines dichten Waldes  gefunden. Ebenfalls ganz in der Nähe befindet sich das Fürstengrab von Leubingen, dass zwischen 2200 und 1600 v. Chr. datiert. Ich hoffe, ich habe die Bedeutung unseres angepeilten Zielgebietes verdeutlichen können.
Unser ursprünglicher Plan entlang des Bärentals etwa 10km zu wandern und danach Kloster Memleben zu besuchen, wurde durch eine einige Tage zuvor verbreitete Meldung in den Medien tangiert:
…In der Hohen Schrecke bei Braunsroda im Kyffhäuserkreis ist eine Hängeseilbrücke eröffnet worden. Sie ist 176 Meter lang und erstreckt sich auf 25 Metern Höhe über das Bärental. Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) zeigte sich überzeugt, dass die Brücke „Strahlkraft weit über die Hohe Schrecke hinaus“ hat. Sie sei eine Einladung, die Naturschätze zu entdecken und deren Wert zu verstehen. …
Also wurde unser Programm entsprechend angepasst.
Nun – diese Brücke hat keinen praktischen Wert, zum Beispiel für Land- oder Forstwirtschaft. Sie hat einzig den Zweck Freude an der Natur zu wecken. Und siehe da, Frau Ministerin hatte Recht! Die Brücke entfaltet gleich nach der Eröffnung ihre „Strahlkraft“. Eine gewaltige Kolonne von PKW näherte sich dem verschlafenem Örtchen Braunsroda und es begann die Suche nach einem geeigneten Parkplatz.
So gab es erneut eine Berichterstattung in den Medien unter dem Tenor:
… Frust an der Hohen Schrecke: Nach dem Parkchaos der ersten Wochen soll der Verkehr in Braunsroda in geordnete Bahnen gelenkt werden. Massive Kritik besteht auch an fehlender touristischer Infrastruktur. ..- Blockierte Zufahrten, mangelnde Beschilderung, fehlende Abfalleimer, die Anfahrtsstraße einseitig zugeparkt – seit zwei Wochen ist der Frust in Braunsroda groß über das Chaos, das die frisch eröffnete Hängeseilbrücke in den Ort bringt. Und um ohne Umweg zum Wald zu gelangen, wird einfach übers Feld getrampelt. Kein Wunder, dass manchem Einwohner schon der Kragen platzte. Schon bei den Planungen des Projekts fühlten sich die Braunsrodaer außen vor. ..
Ich glaube, Frau Siegesmund, es wird in Thüringen wieder nur ein einstelliges Wahlergebnis?

Da unsere Absichten, durch die nun fertiggestellte Hängebrücke zeitlich etwas in Bedrängnis kamen, nutzten wir das Auto um nach Memleben zu gelangen.
Die genaue Lage und Abmessung der Kaiserpfalz ist bisher nicht bekannt, doch stehen von der Monumentalkirche des 10. Jahrhunderts noch einige Mauerteile . Während des Bauernkrieges wurde 1525 das Kloster von aufständischen Bauern geplündert, 1548 nach zunehmendem Niedergang infolge der Reformation endgültig aufgehoben.  In den weiteren Jahren wurde es bis zur Wende meist landwirtschaftlich genutzt. Die alte Klosteranlage wurde in den letzten Jahren aufwändig saniert und steht für verschiedenste Anlässe wie Ausstellungen, Seminare, Übernachtungen sogar Hochzeiten zur Verfügung.
(Mit Klick könnt ihr die Bilder vergrößert als Diashow sehen)