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Porvenir (ES)


Porvenir ist ein kleiner Ort in Spanien, in dem nach hundert Jahren das Postamt geschlossen werden soll. Sara ist die einzige hier noch tätige Person, die regelmäßig die wenige Post, die für die Menschen im Dorf bestimmt ist, zuverlässig bei Wind und Wetter zustellt.
„Wer braucht denn noch eine Briefträgerin in einer Welt, in der keine Briefe mehr geschrieben werde ?“, sagte Sara.
Da hat ihre Nachbarin, die achtzigjährige Rosa, die Idee mit einer Art Kettenbrief das Postaufkommen des kleinen Ortes unübersehbar zu steigern. So hofft sie das Postamt und Sahras Arbeitsplatz zu retten.

Ángeles Doñate,  in Barcelona geborene Schriftstellerin, gelingt mit ihrem ersten in Deutschland erschienen Buch: „Der schönste Grund, Briefe zu schreiben“,  eine überzeugende Hommage an den von Hand geschriebenen Brief.
Nachdem Heidi mir das Buch empfohlen hatte, kam mir Susan zuvor und nun bin ich fast auf der letzten Seite.
Ich brauche immer etwas länger, da ich mit Betonung und passenden Kostümen lese. Dadurch wurde eine Verlängerung des Ausleihtermins in der Bücherei notwendig.
Wenn ihr einfach etwas entspannendes lesen möchtet, so findet ihr viele alltägliche Geschichten, die auch die euren seien könnten.
Natürlich wollte ich als passionierter Spanienreisender wissen, wo der Ort
Porvenir zu finden ist. Ich fand ihn gleich mehrmals, in Bolivien, Chile, Argentinien und Uruguay . Weshalb aber nicht in Spanien?
El Porvenir bedeutet im Spanischen auch die Zukunft. Darum ging es ja letztlich auch in diesem Roman, die Zukunft der Briefzustellerin und dem Postamt ihres Heimatortes.
Dabei entdeckten die Menschen in ihren Bemühungen Hilfe zu leisten, welches Kulturgut ihnen durch unsere vermeintlichen Errungenschaften schon fast abhanden gekommen ist, der von Hand geschriebene Brief.
„Niemals würde eine Träne eine E-Mail verwischen“
Dieses Zitat des Nobelpreisträgers Jose Saramages fungiert als Leitgedanke dieses Romans.



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never ending silvesterparty


Sie ist noch nicht vorbei, denn Oscar und Fritz fliegen erst morgen zurück nach Spanien.
Bevor sie Neujahr anreisten, besuchten wir am Silvesterabend die „Himmelspforte“ in der Marktstraße. Es handelt sich um eine der zahlreichen Kleinkunstbühnen hier in der Stadt. Das war eine gute Vorbereitung auf das folgende Kinderprogramm.
Es war laut, es war schrill, ja halt Klamauk von der witzigen aber durchaus sehens- und hörenswerten Sorte.
Winnetou – Blutsbrüder des Baumarkts„, so die sinnreiche Erklärung der beiden Darsteller für das auf der Bühne Dargebotene. Besser kann ich es nicht so recht erklären. Falls ihr in diesem Jahr nach Erfurt kommen solltet, im Hofe des Angermuseums sind einige Vorstellungen geplant.

Mehr war mit Handy und schlechtem Licht nicht möglich!
Winterleuchten auf der „ega“ mit Oscar und Fritz.

Das sind nun die beiden Protagonisten die, für die anhaltende Silvesterstimmung hier im Hause sorgen. Mit ihnen, Silke, Susan und Heidi waren wir bei ungemütlichem Wetter gestern unterwegs um das Spektakel aus Licht und Farbe zu bestaunen.
Übrigens wurde ich Weihnachten reichlich beschenkt! Beispielsweise erhielt ich ein grandioses Buch! Würde ich jeden Tag ein Gramm darin lese, könnte ich es nach rund 11,5 Jahren aus der Hand legen! Falls ihr mehr wissen möchtet: „Beyond the Wall“!
Gute Vorsätze für das bereits begonnene Jahr habe ich wie immer nicht! Meine Familie weis was gut für mich ist! 😉
Nun Schluss! Es drängt die Zeit! Ich werde als Begleitung zum Eishockey benötigt!

Veröffentlicht in Advent, Familie, Gesellschaft, Jahreswechsel, Kinder, Literatur, Weihnachten

Lest doch mal wieder!


Ich liebe es zu lesen. Besonders in der Weihnachtszeit verbrachten wir als Kinder viele Nachmittage damit Geschichten zu hören, die Eltern oder Großeltern aus bereits abgegriffenen Büchern zu Gehör brachten.
Mit Beginn der Schulzeit fanden meine Geschwister und ich auch regelmäßig Bücher unter dem Weihnachtsbaum. Später nahm mich mein Großvater mit in eine Leihbücherei, wo ich manche spannende Lektüre fand. Heute versorgt uns Heidi mit Literatur aus der Stadtbibliothek, besonders beeindruckende Textpassagen liest sie mir auch hin und wieder vor.
In bleibender Erinnerung sind mir zwei Weihnachtsgeschichten geblieben, von Peter Rosegger „Als ich Christfreude holen ging“ und von O. Henry „The Gift of the Magi“ (Das Geschenk der Weisen). Ich habe sie immer wieder gelesen und es ist nicht ausgeschlossen, dass ich mich auch in diesem Jahr dieser Lektüre widme.

Erfurt Marktstraße Kinder-und Jugendbibliothek

Was ihr im Bild seht nennt sich Theatrum Mundi-Welttheater. Zu sehen sind hier Szenen aus der Irrfahrt des Odysseus. Vorausgesetzt ihr werft, ich glaube einen Euro, in den Zahlschlitz.
Als sparsame, um nicht zu sagen geizige Touristen, könnt ihr natürlich warten bis ein Neugieriger sein Geld einwirft. Dann ist noch genug Platz um kostenlos dem Schauspiel beizuwohnen. (Ich habe das schon des Öfteren beobachtet.)
Diese zauberhafte Märchenwelt wurde vom Puppenbauer Martin Gobsch geschaffen. Es gibt auch noch eine zweite Geschichte, welche ihr auf der Krämerbrücke bestaunen könnt.
Eigentlich wollte ich ja zum Lesen animieren. Da bietet sich ja für weihnachtliche und nicht nur solche Stunden, neuerdings das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ an. Das heißt „neuerdings“ ist ja nun auch nicht richtig.
Also empfehlen möchte ich dann doch lieber die alten Märchenbücher. Der Name sagt ja schon, hier stehen Märchen drin und die sind oft näher an der Realität als die journalistischen Glanzstücke mancher gegenwärtiger Medien.
Dann mal eine schöne Weihnachtzeit und ein neues Jahr, welches eure Wünsche in jeder Hinsicht berücksichtigt. Nicht vergessen, ihr wolltet doch endlich das Buch vom vorigen Weihnachtsfest lesen.

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Man kann es riechen-es weihnachtet sehr!


So ein wenig ist es wie bei “Täglich grüßt das Murmeltier” nur halt jährlich.
Es duftete, wie jeden November nach den bei uns gehäuft stattfindenden Geburtstagsfeiern, nach Karamell, Vanille, Zimt, Kardamom und manch anderen, mir teilweise unbekannten Ingredienzien, die allesamt in Heidis Weihnachtsgebäck verarbeitet werden.
Plätzchen (3)
Das ist das fertige Resultat! Mit etwas Fantasie könnt ihr den Duft erahnen.
Trotz der Flut der exotischen Gerüche bleibt unser Rauchmelder davon völlig unbeeindruckt.
Ganz im Gegensatz zu meinen Steaks, die eigentlich auch wunderbar duften aber in regelmäßiger Folge, diese kleinen, weißen an der Decke montierten Dosen zu unglaublichen Pieptönen  veranlassen. Dann ist schnelles Handeln nötig. Schließlich möchte man nicht noch eine Horde Feuerwehrmänner verköstigen. Abgesehen davon, dass die Portionen dann völlig  unzureichend wären. Also welcher von den vier Meldern piept denn nun? Sind es gleich mehrere?  Wo ist ein Stuhl um den Lärmmacher zu erreichen? Vorher noch schnell die Pfanne vom Herd, wäre ja schade wenn die Steaks wirklich noch Schaden nehmen würden.
Bisher ging es immer gut aus, aber es ist gegenüber der Plätzchenbäckerin schon ungerecht.
Das Wetter ist ja nun, wie man es für November erwartet. Wir hatten sogar neulich den ersten Schnee. Nebel und feuchte Luft abwechselnd mit Nieselregen, haben mich veranlasst etwas an meiner Webpräsentation zu basteln. Die Fotos habe ich neu geordnet und anders designt.
Da Weihnachten nicht mehr weit ist, machte ich mich auch an einen neuen Adventskalender für alle, die hier mal reinschauen.

Aber Geduld, das erste Türchen funktioniert natürlich erst am 01.12.2018. Falls ihr auch jemanden mit einem Adventskalender erfreuen möchtet, hier der Link:
https://tuerchen.com/en/
Benutzt aber nicht die Funktion “automatisch füllen”! Einige Links funktionieren nicht mehr. Dann mal vier stressfreie vorweihnachtliche Wochen.

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Mordsteine und Sühnekreuze


Die weiße Frau von Tonndorf lebte einst mit ihrem ritterlichen, stolzen Gemahl, einem Grafen von Orlamünde, auf der Burg.
Tonndorf0105 (16)
(SchlossTonndorf bei Bad Berka)
Kinder waren ihr versagt geblieben. Der Graf, ihr Gatte  beteiligte sich an einem Kreuzzuge, um am heiligen Grabe Gottes um einen Stammhalter anzuflehen. Unversehrt kehrte er nach langer Zeit in die Heimat zurück.  Er machte bei seiner Heimkehr, nur von einem Knappen bekleidet, einen Umweg über das von seiner Gemahlin gegründete Kloster Muncheszella, (München an der Ilm) um dem Prior Reliquien zu übergeben, welcher er aus dem heiligen Lande mitgebracht hatte.
Nach seinem Gebet in der dortigen Kapelle , wo er dem Herrgott  für seine glückliche Rückkehr gedankt hatte, ritt er in Richtung Tonndorf. Von den Zinnen winkte ihm glücksstrahlend mit einem langen weißen Schleier seine Gemahlin  zu.
In der Nähe des  Dorfes erschien plötzlich eine feindliche Schar aus einem Hinterhalt. Bevor Hilfe von der Burg heran kam, wurde der Graf vor den Augen seiner entsetzten Gemahlin am Fuße der Feste erschlagen. Voll Grauen über das Geschehen, in dem Drange, zu ihm eilen, ihm helfen zu wollen, beugte sie sich weit über die Zinnen der Mauer und stürzte in den Graben hinab. Vergebens suchte man überall nach ihr.
Drei Tage bahrte man den Leichnam des Ritters in der Burgkapelle auf.  Um Mitternacht erblickten seine  Wache haltenden Knappen, am Kopfende des Sarges die verschwundene Gräfin.  Sie begaben sich vor die Kapelle, um die hohe Frau nicht zu stören.
Am Morgen war die Gräfin noch immer nicht hinaus gekommen. Als sie die Kapelle betraten, war sie leer.
Drei Nächte lang wiederholte sich dies. Man sah sie kommen, aber keiner sie gehen. Auch nach der Beisetzung in der Tonndorfer Kirche blieb sie verschwunden. Am Jahrestage des Mordes, als drei Sühnekreuze am Ort der Untat gesetzt wurden, sah man sie nachts dort sitzen. Sie soll dorthin alljährlich vom Schlosse aus hinabschweben, nachdem sie durch alle Zimmer gegangen ist. Weithin ist der Schein ihres Lichtes zu sehen. Wer bei den Kreuzen die weiße Frau sitzen sieht, wird in dem Jahre sterben, so die Geschichte.
Steinkreuze
(ursprünglich sollen hier drei Kreuze gestanden haben)
Warum erzähle ich euch so eine schaurig schöne Geschichte? Ganz in eurer Nähe stoßt ihr auf ähnliche spannende Überlieferungen. Schaut mal auf die Seite: http://www.suehnekreuz.de/!
Jetzt wo es auf der Trasse nicht mehr so gemütlich ist und ein Tee am Kamin den Vorzug genießt, könntet ihr ja vorher noch einen Spaziergang planen. Es ist sogar möglich Kindern eine Smartphone-Pause  schmackhaft zu machen (Wir waren da schon erfolgreich).