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Der Seeweg nach Indien


Bis der Seeweg nach Indien entdeckt wurde, gelangten Gewürze zu Land über Karawanenwege des Vorderen Orient nach Europa. Gewürze waren begehrt aber durch den Zwischenhandel und die riesigen Entfernungen teuer.
Heidi und ich kaufen eigentlich nur drei Gewürze im Handel: Zimt, Muskat und Pfeffer. Was wir ansonsten benötigen, haben wir in unserem Garten kultiviert. Salbei, Minze, Oregano, Majoran, Thymian, Rosmarin und mehr gedeihen hier und sogar Lorbeer konnten wir vergangenes Jahr erfolgreich anziehen.
Weitere Gewürze entnehmen wir direkt aus der Natur. Da ist zum einen Beifuß, der steht an fast jedem Feldweg und muss nicht extra gesucht werden. Den nehmen wir bei passender Gelegenheit einfach mit und hängen ihm zum Trocknen auf. Dann gibt es aber noch den Wacholder. Um ihn zu ernten haben wir vor Jahren eine ertragreiche Stelle am Fuße von Schloss Tonndorf entdeckt. Das Schloss liegt von Weimar wie auch von Erfurt etwa 20 km entfernt in einer waldreichen Gegend unweit des Ilmtals und des Thüringer Waldes.
Das historische Gemäuer wird seit einigen Jahren durch eine bunte Gemeinschaft unterschiedlichster Menschen bewohnt und bewirtschaftet. Ein Besuch im Café des Schlosses ist möglich.
Wir fahren immer durch den Ort Tonndorf, vorbei an den Steinkreuzen und parken oberhalb des dortigen Sportplatzes. Das Schloss ragt aus dem Wald heraus und ist schon von Weitem gut sichtbar. Unterhalb des Schlosses geht ein bequemer Weg zum historischen Rundlingsdorf Tiefengruben. Diesen benutzen wir dann auch und sammeln einen kleinen Vorrat der dunkelblauen Wacholderbeeren, welche rechter Hand am Waldrand reichlich wachsen.

Nun, warum verrate ich euch das? Handelte es sich um eine ertragreiche Stelle, wo jährlich reichlich Steinpilze zu finden sind, würde ich mein Wissen nicht so ausbreiten.
Es sind die „Härtesten“, die es sich antuen aus dem äußerst stacheligen Zweigen des Wacholders die kleinen Beeren zu pflücken.
Wir verwenden Wacholder ausschließlich als Gewürz in der Küche, besonders zu Wildgerichten lieben wir das Aroma.
Die Beeren sind auch Rohstoff bei der Herstellung einiger alkoholhaltiger Getränke wie: Gin, Genever oder Steinhäger. Wie nicht anders zu erwarten, gibt es natürlich noch hervorragende Heilwirkungen des Wacholders.
Also keine Angst vor den stachligen Zweigen, ihr werdet sie sicher auch in eurer Nähe entdecken; versucht es mal!

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Eifel zu Fuß


Wir sind trotz der angrenzenden Risikogebiete, Belgien und Niederlande, in die Eifel gefahren! Das hatten wir schon für den Mai geplant, doch diesmal haben wir uns nicht durch das Corona-Chaos beirren lassen.
Untergekommen sind wir in Eicherscheid einem Ortsteil von Simmerath. Das war nicht unbedingt das Wunschziel, aber hier hatten wir günstig, im“ Haus Gertrud“, Quartier bekommen und wurden hervorragend verköstigt! Da wir mit dem Auto anreisen konnten, war das auch kein Problem. Normalerweise legen Heidi und ich so weite Strecken in öffentlichen Verkehrsmitteln zurück, dies war aber hier keine zu empfehlende Option. Wir konnten jedoch mit Freunden im Auto mitfahren. So hat die ganze Reise auch Sinn für uns gemacht.
Das Wetter kann man sich ja nun mal nicht aussuchen, aber es gibt bekanntlich kein schlechtes Wetter, sondern nur unpassende Kleidung. Kurzum, die Fotografen waren nicht ganz begeistert, doch die Wanderer kamen kaum ins Schwitzen und waren zufrieden. Wir haben bei angenehmen Wanderwetter 87 km zu Fuß zurückgelegt und am letzten Tag flohen wir, Sturm und Regen bedingt, nach Aachen.
Die Eifel ist mit 5.300 km² wohl das größte Mittelgebirge in Deutschland. Die meisten Berghöhen liegen so um die 500m, Ausnahme im westlichen Teil. Einzelne bis 700 m hohe Bergrücken wie Schneifel und Hohes Venn sind hier zu finden.
Wir liefen durch ausgedehnte Mischwälder, welche überwiegend durch Buchen und Eichen geprägt waren.
Die baumlosen Eifelhochflächen (um 500 m) östlich des Hohen Venns im Grenzland zu Belgien sind im Winter starken, eiskalten Westwinden ausgesetzt. Hier haben sich die Menschen schon in früher Zeit etwas Beeindruckendes einfallen lassen. Bis zu 300 Jahre alte und 8m hohe Buchenhecken schützen die Häuser vor diesen Unbilden.

altes Haus mit Hecke in Eicherscheid

Falls ihr Spaß an Natur und Wandern habt, besorgt euch den Rother Wanderführer Eifel.
Mit Hilfe dieses Taschenbuches waren wir eine Woche ohne Irrungen und Wirrungen unterwegs. Die Wanderwege im Nationalpark sind hervorragend gekennzeichnet und stimmen auf Punkt und Komma mit den Routen im von mir empfohlenen Büchlein überein.
Nun hoffe ich, ihr kommt aus keinem Risikogebiet und findet wie wir freundliche Aufnahme bei leckerer deutscher Hausmannskost.

Das malerische Monschau in der Eifel, Drehort des TV-Mehrteilers Eifelpraxis und manch anderer Filme.

Unterwegs im herbstlichen Nationalpark Eifel

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Herbstlied


Bunt sind schon die Wälder,
Gelb die Stoppelfelder,
Und der Herbst beginnt.
Rote Blätter fallen,
Graue Nebel wallen,
Kühler weht der Wind….
(Johann Gaudenz von Salis-Seewis)

Während die Meteorologen den Herbst bereits am 1. September 2020 einläuteten, begann der kalendarische Herbst erst am Dienstag, den 22. September.
Auch wenn in den Medien schon des Öfteren darauf verwiesen wurde, es wäre uns sicher nicht entgangen.
Es gibt jährlich sich wiederholende Ereignisse, die ein untrügliches Zeichen für den Beginn dieser Jahreszeit sind.
So ist euch sicher aufgefallen, dass in den Einkaufsmärkten sich Lebkuchen und Christstollen stapeln. Auch kann man die beliebten „Mon Chéri“ erwerben, ein untrügliches Zeichen für dunklere und ungemütlichere Tage.
Die Baumärkte haben auch begonnen den ganzen Weinachts-Klimbim ins rechte Licht zu rücken.
Selbst Talkshows widmen sich, in besonderer Weise, ebenfalls dem Herbst. Dauergast bei Markus Lanz, Anne Will, Frank Plasberg oder Maybrit Illner ist Prof. Karl Lauterbach.
Mit seinen apokalyptischen Zahlen (7000 COVID-19 Neuinfizierungen täglich) wagt er eine Herbstprognose, die selbst Schauspieler Dieter Hallervorden auf die Palme brachte.
Hierzu möchte ich mich nun nicht weiter vertiefen. Der Herbst ist eine Jahreszeit zum Innehalten, zum Verweilen und zum Genießen der typischen Farbenpracht.
In diesem Sinne folgt mir ein wenig und lasst die oben aufgeführten Protagonisten einfach beiseite!

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Nach Singen in die Pilze


So etwa eine Autostunde von unserem zu Hause, liegt am Rande des Thüringer Beckens unweit des Thüringer Waldes, das beschauliche Örtchen „Singen“. Es leben dort etwa 500 Menschen in idyllische Umgebung. Es gibt eine Kirche, ein Gasthaus, einen Sportplatz, den Dorfteich und die wohl kleinste Brauerei Deutschlands. Hin und wieder hält auch ein Zug am Bahnhof Singen.

Jedes Jahr sind wir etwa viermal in diesem kleinen Ort. Anfang Juli sammeln Heidi und ich Heidelbeeren, die wir einfrieren und im Winter zu leckeren Kuchen verarbeiten. Das ist schon ein etwas mühsames Unterfangen . In den letzten Jahren haben wir niemanden getroffen, der es uns gleich getan hätte. Lediglich Evchen und Randolf lassen sich manchmal animieren.
Im September und Oktober ist dann Pilze sammeln angesagt. Auch hierbei sind wir meist allein im Wald. Hierfür gibt es mittlerweile Apps fürs Smartphone. Aber Vorsicht ist trotzdem geboten. Man sollte schon wissen, was da so im Korb landet.

Hier der Werdegang unserer Ausbeute vom letzten Dienstag in bildlicher Darstellung.
Ich dünste die Pilze etwa 15 Minuten bei geringer Hitze. Dazu wird in einen ausreichend großen Topf wenig Wasser, so dass der Boden etwa 2mm bedeckt ist, gegeben. Häufiges Rühren verhindert das Ansetzen am Topfboden. Die Pilze geben genügend Wasser ab. Die Beutel sind mit etwa 400gr gefüllt und wandern nach dem Abkühlen im Gefrierschrank.
Falls ihr euer Homeoffice zu einer solchen Exkursion nutzen wollt, im Singerwald ist „G4“ Netz vorhanden!

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Es wird Herbst – sie ziehen gen Süden


Sturmtief „Kirsten“ heist der erste Herbststurm in diesem Jahr, um 21:00 Uhr ist es schon fast dunkel, auf dem Sportplatz der nahegelegenen Schule haben sich die ersten Krähen niedergelassen. Sascha schickte ein Bild von Störchen, die sich zum Rückflug in den Süden sammelten.

gesponsert von Sascha

Auch Oscar und Fritz, welche ein gut Teil ihrer Ferien bei uns verbrachten, sind bereits zurück nach Spanien. Für ihren Flug benötigten sie jedoch die Lufthansa.
Sie verlebten hier fast coronafreie Ferien. Fußballcamp, Basketballtraining, Zoobesuch und jeder eine Woche Feriencamp am Bleilochstausee, sowie der eine oder andere Ausflug prägten die Tage bei uns.
Eigentlich machte es wenig Mühe sie bei Laune zu halten. Wichtig und unabdingbar ist ein schnelles W-Lan und ständig mehrere freie Steckdosen zum Aufladen von Smartphone, Tablet oder Nintendo Switch. Mein PC stand mir auch nur eingeschränkt zur Verfügung.
Also, kümmert euch um eine funktionierende digitale Infrastruktur und ihr werdet entspannte Stunden mit den Kids verbringen. Des weiteren beugt ihr der Situation vor, dass die Mundwinkel nach unten verzogen werden, wenn mal wieder ein Besuch bei Oma und Opa angekündigt wird.

Impressionen Ferien Oscar und Fritz