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Fischland-Darß


Diesmal hat sich Heidi durchgesetzt! Nach gefühlt 90 gemeinsamen Reisen in alle Himmelsrichtungen, die wir nach meinen Vorstellungen unternahmen, erstmals eine Reise, ganz nach ihrem Wunsch. Mit einigen Sonnenbränden war sie von Fischland-Darß öfter zurück nach Hause gereist. Nun nochmal Erinnerungen auffrischen. So sieht sie das jedenfalls.
Auch ich hatte schon einmal einen Trip nach Zingst unternommen und gute Erinnerungen an idyllische kleine Orte mit Reed gedeckten Häusern, schönen Stränden und vom Wind zerzausten Weiden und Kiefern.
Etwas Misstrauen, bei Reisen mit der Bahn, haben wir schon. So checkte Heidi noch vor dem Morgenkaffee ob unser Zug auch pünktlich ist. Welche Überraschung, er fuhr gar nicht, er fiel aus!
Durch die exzellente Reiseplanung, für die ich nicht zuständig war, bekamen wir den Zug der eine Stunde früher fuhr noch.
Das ermöglichte uns eine reichliche Mittagspause in Berlin. Letztlich kamen wir wie geplant in Ahrenshoop an. Der Ort erlangte bereits Ende des 19. Jahrhunderts eine gewisse Bekanntheit durch die Ansiedlung einiger etablierter Künstler, was zur Gründung einer Malschule in der entstandenen Künstlerkolonie führte. Heute versucht man dieses Erbe weiter zu pflegen. So ist beispielsweise Ute Lemper der Stargast des 20. Ahrenshooper Jazzfestes am 22.06.2019.
Im „Räucherhaus“, am verträumten Hafen von Althagen bezogen wir für eine Woche eine kleine Ferienwohnung.
Von hier aus erkundeten wir Zingst, Prerow, Wustrow und den Leuchtturm Darßer Ort.
Badewetter hatten wir nicht, was ja zu dieser Jahreszeit auch nicht erwartbar war. Meist zerzauste uns heftiger Sturm und die Temperaturen lagen oft im einstelligen Bereich. Vom Regen blieben wir aber bis auf einen Vormittag verschont.

Als Fazit unserer Reise können wir sagen, es war wunderschön aber es hat sich vieles verändert. Der morbide Charme der Halbinsel ist einer Idylle aus bunten Ferienhaussiedlungen gewichen. Die einstigen Kapitänshäuser und Fischerhäuschen strahlen in leuchtend Farben und dienen fast alle touristischen Zwecken.
Am Deich grasende Schafe vermisst man genauso wie das Gackern von Hühnern oder das Krähen eines Hahnes. Wir begegneten einem jungen polnischen Busfahrer und auch der Backfisch am Kiosk wurde von einer jungen Polin zubereitet. Fischerbote finden ebenfalls nur noch für Ausflugsfahrten Verwendung. So konnte ein altes Zeesboot, was durch einen Verein restauriert wurde und im Hafen von
 Althagen lag, zu Ausfahrten genutzt werden.
Auch die Natur, greift wie schon seit vielen Jahren, nach dem Fischland. Am Leuchtturm musste ein zugehöriges Gebäude bereits abgerissen werden, weil ihm das Meer schon bedrohlich nahe gekommen war.

…Die Wellen stürmen Jahr für Jahr
und langsam wird mir klar,
das vielleicht in wenigen Jahren
unser Fischland einmal war. …


Dies ist die erste Strophe eines Gedichtes aus dem Jahr 2013 der15-jährigen Schülerin Henriette Krull aus Niehagen.

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Veröffentlicht in Familie, Fotos, Kultur & Veranstaltungen, Ostern, Photo

Wie feiert ihr eigentlich Ostern?


Wenn das Wetter den meteorologischen Prognosen entspricht, könnt ihr das Osterfest getrost hier in Deutschland verbringen. Was ist da besser als ein Osterspaziergang?
Heidi und ich empfehlen einem Besuch des „egaparks“ in Erfurt?
Die Hauptattraktionen ist hier das größte ornamental bepflanzte Blumenbeet Europas mit 6000 Quadratmetern Fläche! Es gibt ein Aussichtsturm, eine Sternwarte sowie den größten Kinderspielplatz Thüringens und das einzige Gartenbaumuseum des Landes.
Der Japanische Garten steht, auf Grund des warmen Frühjahrs, bereits in voller Blüte und dürfte zu Ostern seine erste Pracht abgelegt haben. Bei unserem Besuch waren aber die Gärtner fleißig mit der Bepflanzung zu Werke und ihr werdet sicher nicht enttäuscht.

Bevor sich eine in aller Munde befindliche CO² Steuer auf die Flugpreise niederschlägt, solltet ihr aber vielleicht einen Kurzurlaub in Spanien erwägen.
In kaum einem europäischen Land wird so leidenschaftlich Ostern gefeiert wie in Spanien. Semana Santa bedeutet Heilige Woche, und das heißt 7 bis 10  Tage lang Leiden, Leidenschaft und Erlösung.
Die beeindruckendsten Prozessionszüge sollen wohl in Andalusien stattfinden. Ihr könnt aber schon aus eurem Umweltbewusstsein heraus, den Flieger bis Barcelona buchen.
In etwa einer Stunde erreicht ihr, mit Bahn oder Bus Tarragona, die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz im Süden der spanischen autonomen Region Katalonien.
Vor drei Jahren erlebten wir, dieses für uns spektakuläre Ereignis. Ich glaube es waren über zwei Stunden, in denen unter anhaltendem, dunklem Dröhnen ungezählter Trommeln, ständig wechselnde Bilder der Leidensgeschichte Jesus an uns vorüberzogen.
Es wirkte wie die Wiederauferstehung des Mittelalters mit all seinem, in unserem Bewusstsein verankerten, düsteren Bildern. Irgendwie hatte man das Gefühl, Umberto Ecos Roman „Im Namen der Rose“ ist zum Greifen nah.

Egal wie ihr das Osterfest begeht, seid fröhlich bei schönstem Frühlingswetter!

Veröffentlicht in Gesellschaft, Humor, Kunst

Ein Abend mit Alexander Bojcan


Nun haben wir den letzten Gutschein, von denen mir zu meinem Geburtstag etliche überreicht wurden, in Kultur umgesetzt. Nochmals vielen Dank für diese Art Geschenke.
Ihr investiertet 44€ pro Person in einen unterhaltsamen Abend. Dafür mühte sich „Kurt Krömer“ zwei Stunden, um seine Art von Spaß, dem zahlreichen Publikum näher zu bringen. Kurt erklärte uns natürlich auch seinen Namen, bei dem es um die Bezeichnung einer Kunstfigur geht. Es war einfach unumgänglich sagte er, da kein „Schwein“ seinen richtigen Nachnamen „Bojcan“ aussprechen kann, inclusive seiner eigenen Person.
Nun mag der eine oder andere einwenden, was denn ein solcher Abend mit „Kultur“ im weitesten Sinne zu tun habe? Gut, ihr wisst ja über Geschmack lässt sich trefflich Streiten. Also jedem seine Meinung.
Ich gebe zu, einige Späße erschienen uns auch etwas unter der Gürtellinie. Das ist halt wie in der Politik.
Immerhin erhielt Herr Krömer 2011 den Grimme-Preis.

mal ein kleiner Ausschnitt für die absolut Ahnungslosen…

Als ich mich über „Wikipedia“ noch etwas weiter über „Kurt Krömer“, der ja eigentlich mit Nachnamen „Bojcan“ heißt, informieren wollte, fiel mir ein Vermerk auf, den ich so auch noch nicht gesehen hatte:

Also schaut doch mal bei den euch betreffenden Einträgen in besagter Enzyklopädie nach! So etwas muss doch nicht sein. Vor allen Dingen genießt die herrliche Frühlingsluft!

Veröffentlicht in Familie, Gesellschaft, Kinder

All You Need Is Love


Ein junger Mann von fünfzehn Jahren reiste letzte Woche von Frankfurt in den Landkreis Sömmerda um seine dreizehnjährige Freundin zu besuchen. Das ging leider gründlich schief, denn die Mutter des Mädchens war wenig begeistert und verwies ihn der Tür.
Da der Romeo allerdings kein Geld bei sich hatte und seine Rückfahrkarte nach Frankfurt/Main erst für Sonntag gültig war, wusste er nicht, wie er nach Hause kommen sollte. Seine Eltern konnten ihn auch nicht schnell mal mit dem Auto zurückholen, da sie keins besitzen.
In seiner Not wandte er sich an die Polizei. Diese, in Verbindung mit dem Jugendamt fanden aber gemeinsam mit seinen Eltern eine Lösung. So brachte man ihn zum Bahnhof nach Erfurt , von wo er abends per Zug zurück zu seinen Eltern fahren konnte.
Was muss der arme Junge für schlaflose Nächte gehabt haben?
Ein Plan musste her, Geld wurde benötigt, wie löst man überhaupt so ein Zugticket, was ist der richtige Zeitpunkt? Fragen über Fragen!
Dann ging es endlich los. Trotz des gewählten Verkehrsmittels „DB“ klappte die Reise.
Dann die Enttäuschung, an der Tür des Elternhauses seiner Angebeteten platzte sein Traum.

Solche Geschichten lieben die Menschen seit alters her, denn die Wahrscheinlichkeit sie selbst in ihrer Emotionalität zu erleben, hält sich in Grenzen.
Jährlich besuchen etwa zwei Millionen Touristen aus allen Himmelsrichtungen unserer Erde das Casa di Julieta in Verona, nur um ein wenig zu träumen.
Obgleich William Shakespeares Drama „Romeo und Julia“ auf Märchen und Mythen beruht, ist es mehrfach verfilmt, vertont und als Ballett inszeniert worden. Seine Popularität blieb ungebrochen.
Also, bleibt entspannt wenn ihr Eltern pubertierender Jungen oder Mädchen seid. „Elitepartner“ oder andere einschlägige Portale schreiben solche Geschichten nicht.

Veröffentlicht in Humor, Kultur & Veranstaltungen, Kunst, Natur

Frühling und Katrin Weber


Das Wetter der letzten Woche war so schön, dass es hier nicht unerwähnt bleiben soll. Die Märzenbecher im obigen Bild sahen das ebenso und zeigten sich zu einer Zeit in der eigentlich erst Schneeglöckchen und Winterlinge vom nahenden Frühling künden. Heidi und ich hatten die Vermutung in diesem Jahr etwas zeitiger unsere kleine Tour antreten zu müssen, um das Meer von Blüten nicht zu verpassen. Falls ihr in eurer Nähe ebenfalls einen Laubmischwald oder Auwald vorfindet, es wird also Zeit für einen Spaziergang.
Wir nutzen die Tage, an denen es eher grau, kalt und regnerisch ist, um unseren Bedarf an kulturelle Veranstaltungen zu erfüllen. So hatten wir Karten für Katrin Weber erstanden.
Ihr wisst nicht wer die Dame ist? Ich dachte es mir und habe natürlich mal bei „Youtube“ nachgesehen.

Falls ihr euch etwas Zeit für das Video genommen hattet, kämt ihr sicher kaum auf den Gedanken, zur einzigartigen Hochzeit von Sohn oder Tochter, Frau Weber als Küchenhilfe zu engagieren. Jedoch für die späteren Abendstunden könnte mancher Impuls für beschwingte Stimmung sorgen.
So erlebten wir gestern einen solchen Abend. Zwar weilte Frau Weber nicht bei uns, sondern wir besuchten sie zu ihrem Soloprogramm „Nicht zu fassen“ in der „Alten Oper“.
Katrin Weber ist das, was man unter einem Multitalent versteht. Sie ist Sängerin, Kabarettistin, Komödiantin und Entertainerin in einer Person und das im allerbesten Sinne.
Als Publikum ist man nicht nur davon begeistert was sie bringt, sondern vor allem, wie sie es bringt.
So ist in der Art von „My Fair Lady“ über „Die Anstalt“ und „Dinner for One“ alles geboten was unseren Alltag irgendwie ausmacht, ihn aber freundlicher erscheinen lässt als er oft daherkommt.
Also schaut mal, ob sie bei euch in der Nähe einen Auftritt hat. Ihr werdet sicher viel Spaß haben!