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„Thüringen das Königreich“ wurde freigebuddelt!


Wir waren dabei, als die Archäologin Susanne Peschel das Königreich Thüringen auf dem Petersberg freilegte.
Unter der Überschrift: „Erfurter Sommertheater“ ist im Kleinkunstformat jährlich einiges hier zu erleben. Diesmal ging es um Königin Radegunde, die nach der verlorenen Schlacht der Thüringer gegen Frankenkönig Chlothar und seine Horden an der Unstrut entführt und nach Frankreich verbracht wurde.
Chlothar I. erklärte dem Hermanfried wegen Wortbruchs den Krieg und tötete ihn im Jahr 529. Radegundes außerordentliche Schönheit bezauberte des Königs Herz so mächtig, dass er sie durch sorgfältigen Unterricht zur Taufe vorbereitete und in den Wissenschaften ausbilden ließ, um sie als seine Gemahlin auf den Thron zu erheben. Das konnte er auch gegen ihren Willen erreichen.
Radegunde floh später nach Noyon, wo sie von Bischof Medardus von Noyon zur Diakonin geweiht wurde. Sie überließ ihr königliches Gewand der Kirche zu Noyon und verschenkte weiteren Besitz an die Armen. Anschließend setzte sie ihre Flucht nach Saix fort. Bereits hier versuchte Chlothar sie zurückholen zu lassen. Zwischen 552 und 558 gründete Radegunde in Poitiers das Kloster Sainte-Marie.
Die Verehrung breitete sich vor allem in Frankreich aus, wo 150 Kirchen nach ihr geweiht sind und neun Gemeinden ihren Namen tragen.

Wir Thüringer haben aber keine Rechnung mit den Franken offen. Ereilte doch vor rund 200 Jahren das einst mächtige Herzogtum Franken ein ebenfalls schreckliches Schicksal. Es fiel an das Königreich Bayern. Der Zusammenbruch Preußens im Krieg gegen Napoleon besiegelte das Ende der fränkischen Herrschaftsgebiete.
Wir Thüringer verfügen immerhin noch über ein eigenes Bundesland.
So fuhren wir neulich ganz ohne Häme in das ehemalige Frankenreich nach Würzburg, dank der genialen grünen Erfindung des 9-Euro Tickets, zu unschlagbarem Preis.
Unsere Zeit reichte aus, um die Innenstadt mit Dom und über die alte Marienbrücke die Festung Marienberg zu erkunden.
Es war mit 2 Stunden und 30 Minuten unsere längste Reise mit besagtem Ticket.
Zur Anregung einige Impressionen für euch:

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Waren der Geheimrat und der Reformator rechtsradikal?


Rechte Wanderlust So ein Artikel von Timo Büchner in der „Zeit“ vom 20.05.2022!
In meiner Gegend gibt es einen Luther Wanderweg und auch einen Goethe Wanderweg um nur die beiden bekanntesten Wandersleute von hier zu benennen.
Wir sind ja häufig zu Fuß in Deutschland und darüber hinaus unterwegs und mein Blog lebt ja teilweise von den Erlebnissen unserer Touren. Ich werde nach obiger Lektüre aber erst eine Konsultations- und Nachdenkpause einlegen! Ihr könnt ja gerne den Artikel des Antiwanderer (Timo Büchner), Link siehe oben, lesen. Wenn ihr davon nicht sonderlich beeindruckt seid, dann hier die Daten zu den benannten Wanderwegen:
Goethe-Erlebnisweg (einer von vielen)
Lutherweg von Erfurt nach Weimar (ein Beispiel von mehreren)
Nun möchte ich mich mit euch der Kultur zuwenden. Wohl wissend, es ist ja ebenfalls ein vermintes Terrain, wie kürzlich in Kassel zur Documenta zu erleben war.
Folgt mir einfach in die Barfüßer Ruine in Erfurt. Es ist eine von drei Kirchen, die im zweiten Weltkrieg in dieser Stadt zerstört wurden. Das Gotteshaus ist nicht wieder aufgebaut wurden und kündet seither als Mahnmal vom Schrecken dieser Zeit. Sie gehörte zu den schönsten Bettelordenskirchen Deutschlands. Nun wird sie seit vielen Jahren im Sommer als Aufführungsort für vorwiegend Shakespeare Stücke und vielfältige musikalische Veranstaltungen genutzt. Gegenwärtig kann man sich an „Viel Lärm um nichts“ erfreuen. Das erinnert sicher Manchen an seinen Arbeitsalltag!
In diesem Jahr haben wir uns aber für ein Musikprogramm entschieden:
Par-ci, Par-là“ für mich noch auf deutsch: Hier und da. Genau das bekamen wir in virtuoser Weise dann zu hören. Von Bach zu Till Lindemann (Rammstein) und Klezmer war alles dabei. Die Instrumentation Bass, Klarinette, Trompete und Akkordeon lassen erahnen warum wir frenetisch Beifall spendeten.
Wenn keine Veranstaltung ist kann die Ruine besichtigt werden. Ein Weg führt um die Ruine und während der Sommermonate steht auch ab Nachmittag eine kleine Gastronomie zur Verfügung. Ein frisches Bierchen, einen Aperol Spritz oder Kaffee sind erhältlich.
Macht was aus dem Sommer; bald wird es Herbst und Herr Lauterbach ist wieder dran. 😉

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Durch Landgrafenschlucht und Drachenschlucht


Momentan nutzen Heidi und ich vorzugsweise das 9-Euro-Ticket. Doch unser befreundetes Paar, mit dem wir öfter gemeinsame Exkursionen unternehmen, ist von den Vorteilen solchen Reisens nicht zu überzeugen gewesen. Also stiegen wir mit in deren Auto und fuhren in Richtung Eisenach.
Wir parkten am verfallenen Jagdschloss „Hohe Sonne“. Dort gibt es einen Parkplatz, Imbiss und besonders wichtig: Toiletten! Mit einem 50 Cent Stück erhält man in seiner Not Zugang.

Um zur Landgrafenschlucht zu gelangen, überquert ihr die B19. Wenn ihr euch links haltet, findet ihr den gut ausgeschilderten Wanderweg. Nach rechts würdet ihr in einigen Metern den Rennsteig erreichen, doch das war ja nicht unsere Absicht.
Der Versuch mit einer Wander-App die Strecke zu erkunden, führt nur zu unnötigen Fragen und Diskussionen. Wir haben es erlebt und raten, haltet euch an die Wegweiser!
Es ist ein schöner schattiger Weg mit einigen wunderbaren Aussichten in Richtung Rennsteig.
Je nach Gehgeschwindigkeit kommt ihr nach etwa 1,5 Stunden oberhalb des Prinzenteiches an. Da seid ihr dann fast in Eisenach.
Nun überquert die B19 wieder auf die andere Seite und folgt dem Weg entlang der Straße bergauf und ihr erreicht in wenigen Minuten das Tor zur Drachenschlucht.
Das ist der etwas anstrengendere Teil der Tour, denn im Gegensatz zur Landgrafenschlucht, die ihr hinter euch habt, geht es nun nur bergauf bis zum Ausgangspunkt „Hohe Sonne“.
Die Route beträgt insgesamt etwa 11km und ist selbst an warmen Tagen sehr angenehm zu gehen, da durch den Schatten und die Feuchtigkeit in den Schluchten ein erfrischendes Klima herrscht.
Ihr könnt euch natürlich auch zuerst für die Drachenschlucht entscheiden oder auch vom Prinzenteich aus starten.
Egal von wo in Deutschland – ihr gelangt momentan mit nur neun Euro Einsatz, wenn ihr wollt nach in Eisenach.
Man kann die Route vom Bahnhof zu Fuß gehen oder den Stadtbus Linie 190 benutzen. Diese verkehrt etwa halbstündig vom Bahnhof.
Dann viel Spaß, egal was ihr so unternehmt.
Schwierigkeit: leicht
Strecke: 11,0 km
Dauer: 3:15 h
Aufstieg: 412 hm
Abstieg: 413 hm
Höchster Punkt: 458 hm
Tiefster Punkt: 247 hm

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Kinder an die Macht


Gebt den Kindern das Kommando…. So Herbert Grönemeyer im Jahre 1986. In Anbetracht der netten Präsente wie 9-Euroticket oder Tankrabat könnte man meinen, Grönemeyers nicht ganz ernst gemeinte musikalische Vision, ist Realität geworden. Ich bin an die Zeit meines Taschengeldes erinnert, welches ich monatlich von den Eltern erhielt. Da wurde zum Geburtstag von Vater oder Mutter auch mal eine Schallplatte gekauft und als Geschenk gereicht. Diese nahmen das Präsent, welches von ihrem Geld finanziert wurde, dann auch dankbar an. Mir fehlte nur die Möglichkeit durch Erhöhung einer nicht vorhandenen Taschengeldsteuer den Fehlbetrag wieder auszugleichen.
Nun haben wir in den zurückliegenden zwei Wochen das 9-Euroticket genutzt und einige Orte besucht, die wir zwar kannten, aber länger nicht bereist hatten.
Wir besuchten das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig, die Kurstadt Bad Salzungen und die alte Residenzstadt Arnstadt.
Unsere Erfahrungen sind durchweg positiv. Wir hatten immer einen Sitzplatz und die Züge erreichten pünktlich den Zielbahnhof. Das gelang deshalb, weil wir immer sehr zeitig am Abfahrtsbahnsteig waren und nicht auf einem Unterwegsbahnhof einsteigen mussten. Der Zuspruch war schon recht beachtlich. Besonders Familien und ältere Menschen nutzten das günstige Angebot. Menschen in ländlichen Regionen, in denen der Nahverkehr im Wesentlichen auf den Schulbus reduziert ist, werden an diesem Ticket nur wenig Freude haben.
Damit ihr einen kleinen Eindruck bekommt, einige Bilder der angesteuerten Ziele. Also erwerbt ein 9-Euroticket, es ist sowieso von euch finanziert.

Arnstadt

Bad Salzungen

Leipzig

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Mich laust der Affe!


Nicht, dass das Einkaufen zurzeit große Freude bereitet. Insbesondere Lebensmittel und Kraftstoffe erreichen ja schwindelerregende Höhen. Doch man kommt ja nicht umhin von Zeit zu Zeit einen Supermarkt aufzusuchen. Wenn die Welt schon so ist wie sie ist, dann wenigstens vernünftig essen!
So suchten wir vor Pfingsten den Einkaufsmarkt unserer Wahl auf. Es lief auch ohne allzu großes Gedränge ab. An den Kassen dann natürlich Stau. Früher machte mich das oft nervös, doch heute betrachte ich mit Gelassenheit was sich da so abspielt. Die Kinder, die es meist schaffen durch entsprechende Forderungen doch ein Überraschungsei zu ergaunern, junge Frauen, die recht eigenwillige Dinge für einen netten Abend in ihrem Korb verstaut haben oder der junge Mann, der sein Portemonnaies noch im Rucksack stecken hat, auch seine Äpfel zu wiegen vergaß und damit den ganzen Ablauf verzögert.
Ein Herr so um die Vierzig, Fitnessstudiobesucher, Kerl wie ein Baum und Tattoos vom Hals bis zu den Füßen. Jeder der tausenden Nadelstiche aus dem Tattoo Studio hätte zu einer Infektion führen können. Er trug eine Maske, während er seine Einkäufe an der Kasse sorgfältig in den Wagen legte.
Da fiel mir zwangsläufig die Studie mit den Affen ein. Ich habe sie neulich mal in einer Runde erzählt und merkte, sie ist gar nicht so bekannt, wie ich annahm.

DAS 5 AFFEN EXPERIMENT
Eine Gruppe von Wissenschaftler um Harry Harlow setzten 5 Affen in einen Käfig, und in der Mitte eine Leiter mit Bananen obendrauf.
Jedes mal, wenn ein Affe die Leiter hinaufstieg, besprühten die Wissenschaftler die anderen 4 Affen mit kaltem Wasser. Sie wiederholten das ein paar Mal. Und jedes mal, wenn ein Affe die Leiter hinaufstieg, griffen ihn die anderen Affen an.
Nach einer Weile traute sich kein Affe mehr die Leiter hochzusteigen, auch wenn die Versuchung groß war.
Die Wissenschaftler tauschten dann einen Affen aus.
Das erste was der neue Affe tat, war die Leiter hinaufzusteigen, um sich die Bananen zu holen. Sofort kamen die anderen Affen und verprügelten den neuen Affen.
Nachdem er mehrfach verprügelt wurde, lernte der neue Affe die Leiter nicht mehr hinaufzusteigen und das, obwohl er nicht mal wusste, was nicht richtig war und warum
er Prügel einstecken musste.
Ein zweiter Affe wurde ausgetauscht und das Ganze wiederholte sich wieder.
Der zuvor eingewechselte Affe nahm an der Prügelei des nach ihm dazu geholten Affen teil.
Der Austausch der Affen wurde fortgesetzt, bis eine Gruppe von 5 Affen im Käfig war die, obwohl sie noch nie mit kaltem Wasser besprüht wurden, jeden Affen verprügelten, der die Leiter hinaufsteigen wollte.
Wenn man die 5 Affen fragen könnte, warum sie das denn so machen, würden sie wahrscheinlich sagen:
„Wir wissen es nicht, das ist hier so üblich!“ oder „Das wird immer so gemacht!“

(Ob dieses Experiment genauso stattgefunden hat? Es darf es bezweifelt werden. Wahrscheinlich ist eher ein wandernder Mythos.)
Kurzum nach über zwei Jahren Coronavirus in Deutschland, ich glaube nun daran: Der Mensch stammt vom Affen ab!
Frohe Pfingsttage; und werdet bitte nicht nass 😉