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eigentlich müssten wir mal…


Ihr kennt es sicher alle. Man hat aus guten Grund den einen oder anderen Vorsatz. Es ist auch keine lästige Pflicht und trotzdem kann es manchmal eine ziemliche Weile dauern bis es endlich soweit ist. Da passt halt manchmal der Zeitpunkt nicht und wenn eigentlich der Zeitpunkt passen würde, denkt man nicht daran, was man ja eigentlich wollte!
Neulich hat aber beides zusammen gepasst. Heidi hatte zwei Tage frei und so fuhren wir endlich nach Gotha und besuchten das Grab von Onkel “G”. Ich denke, er hat verschmitzt geschmunzelt und sich trotz des späten Besuches gefreut.
Wer nach Gotha kommt, denkt sicher kaum daran den Friedhof aufzusuchen. Es ist aber ein Ort mit sehenswerten Besonderheiten.
Das hier befindliche Krematorium von 1878 ist das älteste Deutschlands. Dieser Fakt sei nur am Rande erwähnt und ist sicher ausschließlich für eine spezielle Klientel von Interesse. Vor Jahren fiel mir aber bei einem Besuch eine ganz besondere Urne auf. Diese steht im sogenannten Kolumbarium, welches sehr schön restauriert wurde und trägt die Inschrift “Bertha von Suttner”.

Durch Zufall lernte ich Leben und Werk dieser mutigen und leidenschaftlichen Frau über den Film “Herz der Welt” aus dem Jahre 1952 kennen. Es gibt einige Straßen und wohl auch Gymnasien, die nach ihr benannt sind aber ihr Wirken ist weithin unbekannt.
Sie war Schriftstellerin und erste weibliche Friedensnobelpreisträgerin, die mit ihrem Roman „Die Waffen nieder“ (1899) weltweit für Aufsehen sorgte und weite Kreise für die pazifistische Bewegung gewann. Die Stiftung dieses Preises ging maßgeblich von ihrer Initiative aus. Bis 2016 wurde der Friedensnobelpreis 130 mal verliehen! So gesehen, müssten paradiesische Zustände für alle auf unserer Erde herrschen. Doch wer die Namen der Preisträger durchgeht, könnte schnell bei dem einen oder anderen ins Grübeln geraten. Berücksichtigt man noch die Heiligsprechungen durch den katholischen Klerus (1628 Personen),  müssten Eintracht, Frieden und Nächstenliebe die Beichte überflüssig machen und die meisten staatlichen Exekutivorgane ebenfalls.
Kleine Empfehlung für Interessierte: Eine Liebe für den Frieden

Da Heidi, wie gesagt zwei Tage frei hatte, nutzten wir auch den folgenden Dienstag um einen immer wieder verschobenen  Ausflug nach Mühlhausen/Thüringen endlich abhaken zu können. Im Gegensatz zu Gotha als ehemalige Residenzstadt trug Mühlhausen den Namenszusatz “Freie Reichstadt”, was auch gleichzeitig ihre Bedeutung im Mittelalter unterstreicht. So gehörte sie mit etwa 10 000 Einwohnern zu den größten Städten im Reich. Von dieser Bausubstanz ist vieles erhalten geblieben und liebevoll saniert. Besonders solltet ihr bei einem Besuch die begehbare alte Stadtmauer besichtigen und natürlich die Marienkirche. Interessant ist auch das Bauernkriegsmuseum. Nicht weit, in Bad Frankenhausen, ist das einzigartige, von Werner Tübke gestaltete Panorama Museum zu besuchen.
Falls ihr auch eigentlich mal schon länger gemusst hättet, rafft euch endlich auf!Zwinkerndes Smiley
Besser als weitere Worte: Klick aufs Bild. Folgt uns auf einem kleinen Stattbummel!

Wegweiser Kopie

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Nur nicht aufregen oder Currywurst à la petit jardin


Zeitungsbote01Unsere Qualitätsmedien verteidigen ihren Ruf mit Zähnen und Klauen. Es ist schon etwas zynisch die Leute, die kaum einer von uns zu Gesicht bekommt, die bei Wind und Wetter für einen Hungerlohn, zu Zeiten wo wir uns noch einmal müde im Bett umdrehen, die Zeitung in den Briefkasten schieben als Medienlogistiker zu adeln.
Heidi rät mir immer bei derartigen Nachrichten, ich möchte mich doch nicht so sinnlos aufregen! Deshalb auch schnell ein anderes Thema.
In unserem Kleingarten wachsen zur Zeit die verschiedensten Beeren, Gurken, Zucchini und viele Kräuter. Wir versuchen dann alles, was da teilweise im Überfluss gedeiht, auch zu verarbeiten. So holten wir die, im Ruhrpott und Berlin hochgeschätzte Currywurst, auf den Mittagstisch unserer Gartenterrasse.
Das sieht dann so aus, schmeckt vorzüglich und ich glaube es ist auch durchaus gesund.

Rezept (für zwei Personen)

  • eine kleine gelbe Zucchini (gelb nur wegen der Optik)
  • eine kleine Knoblauchzehe
  • frischen Oregano, Basilikum, Schnittlauch, Rosmarin (eurer Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt)
  • 4 Wienerwürstchen (möglichst nicht aus der Dose)
  • Olivenöl
  • Tomatenmark (wenn Tomaten reif auch geschälte und gewürfelte Tomaten)
  • Salz, Pfeffer, Currypulver

Zubereitung

Die Würste in je vier gleiche Teile schneiden und die Enden über Kreuz einschneiden. Olivenöl mit der in Salz zerdrückten Knoblauchzehe erhitzen und die Wurststücke unter ständigem Wenden, in einer ausreichend großen Pfanne, anbraten.
Die Zucchini wird vom Kerngehäuse befreit und in bissgerechte Würfel geschnitten. Sie kommt, wenn die Wurststücken angebraten sind, ebenfalls in die Pfanne und wird unter Wenden gemeinsam gedünstet.
Als nächstes Tomatenmark (Ketchup oder gewürfelte Tomaten)  hinzugeben. Kräftig umrühren und am Besten mit einem Deckel abgedeckt einige Minute auf kleiner Flamme dünsten.
Die Kräuter, die ihr bereits fein gehackt habt, kommen nun ebenfalls dazu. Alles nochmals kräftig umrühren und mit eurer Currymischung abschmecken (soviel Curry verwenden, dass die Kräuter nicht erschlagen werden).  Dazu Brot, Pommes oder was ihr sonst mögt.
Nun habe ich mich, wie in der Zeitungsannonce, mit  “Currywurst à la petit jardin” natürlich auch der verbalen Hochstapelei bedient. Aber probiert es trotzdem einmal. Bon appétit!

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…frohe Feste……


…Tages Arbeit, Abends Gäste!
Saure Wochen, frohe Feste!
Sei dein künftig Zauberwort… (Goethe, Schatzgräber! wie ihr euch erinnertZwinkerndes Smiley) 

Dieses Wochenende ging es ausschließlich um die frohen Feste. Davon gab es gleich zwei. Der Landtag lud zum “Tag der offenen Tür” ein und die Via Regia, die einst als eine der wichtigsten europäischen Handelsstraßen mitten durch die Stadt  führte, ziert heute noch die Krämerbrücke als einzige bebaute Straßenbrücke nördlich der Alpen. Ihr zu Ehren wurde das “Krämerbrückenfest” zum 42. mal gefeiert.
Der Landtag ist fast unser zu Hause. Da könnten wir in Hauslatschen hingehen, was wir der Würde des Hauses entsprechend aber nicht taten.  Schließlich wurden ehrwürdige Gäste begrüßt, wie der Präsident des Tiroler Landtags, Dr. Herwig Staa, der Direktor des Hessischen Landtages eines befreundeten Bundeslandes aus unmittelbarer Nachbarschaft und nicht zu Letzt, Mitglieder des Freundeskreises Kaliningrad, darunter die Staatssekretärin der Gebietsduma, Ljudmila Poplawskaja.
Da wollen wir mal hoffen, das letzte Gäste nicht nach der bevorstehenden Bundestagswahl zu Spekulationen und Untersuchungsausschüssen führen.

Nach dem sich etwas schwierig gestaltetem Bieranstich
Beim mittlerweile überregionale Größe angenommenen “Krämerbrückenfest” war auf protokollarische Feinheiten weniger zu achten. Die Stadtverwaltung rechnete mit insgesamt bis zu 140.000 Besuchern und so viele werden es bei dem schönen Wetter auch gewesen sein.

Buntes Treiben auf dem Domplatz

Leckerer  Thüringer Bauernkuchen in einem der zahlreichen geöffneten Altstadthöfe

Hinter dem Erfurter Rathaus kam man am Wochenende direkt nach New Orleans – zumindest musikalisch. Denn parallel zum Krämerbrückenfest findet zum 17. Mal auch das New Orleans Festival statt (es spielt gerade mardi gras.bb).
Hier verbringen Heidi und ich immer unterhaltsame Momente mit erstklassigen Bands. So auch in diesem Jahr.
Auch ihr habt sicher saure Wochen hinter euch!? Vergesst also nicht die frohen Feste!

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Ein irrer Duft von frischem Heu


Dieser sinnliche Genuss, von frisch gemähten Bergwiesen, begleitete uns letzte Woche bei herrlichem Wetter im Allgäu. Wir hatten das Glück die erste Heuernte des Jahres zu erleben. Stück für Stück verwandelten sich die üppig blühenden Wiesen in grüne Teppiche auf denen die in langen Reihen gemähten Gräser und Kräuter zu duftendem Heu trockneten.
Das Geläute der Kuhglocken erfüllte die Bergtäler, eine Eidechse kreuzte flink unseren Weg ehe sie unter einem Stein verschwand. Der Kuckuck machte durch seinen typischen Ruf auf seine sexuellen Bedürfnisse aufmerksam. Auf einer Höhe von etwa 1500m konnten wir Gämsen mit ihren Jungen beobachten, die sich ungelenk über noch vorhandene Schneefelder bewegten.
Nun sind wir zurück mit hunderten Fotos, die unsere Eindrücke dokumentieren und etwas davon soll hier zu sehen sein.

Ihr habt sicher schon dieses Verkehrszeichen gesehen. Wir begegnetem ihm während unserer Wanderungen in derartigen Häufung, dass wir glaubten, es könne sich um um ein Wahlplakat der CSU zum Thema  Mütterrente handeln.  Irgendwie bildete ich mir ein, dieses Verkehrstafel schon mal in einer anderen Darstellung gesehen zu haben?
Das lies mir keine Ruhe und tatsächlich, bis 1971 galt diese Tafel:image
in Ost-und Westdeutschland,
ehe obiges Verkehrszeichen an der Brücke, aus für mich unerklärlichen Gründen, Gültigkeit erlangte.
Erstaunlicherweise wurde dieser Geschlechterwechsel auch im Osten Deutschlands
1979 vollzogen und sah so aus:……………………………………………………  image

Ein anderes Thema, welches uns auf unseren Touren begegnete,war der Milchpreis; ein wichtiges Thema der Region.


Und hier die Lösung für 1,50€ wahlweise in Pad-oder Glasflasche aus dem Automaten:
dav

Unsere Ferientage waren abwechslungsreich. Das Thema “Leitkultur” kam ebenfalls vor:


Die überaus erfolgreiche Familienpolitik und in Pisavergleichen gewürdigte Schul- und Bildungspolitik des Freistaates Bayern, konnte nachstehendes pubertäres Problem nicht verhindern:


Ich hatte ja von einigen hundert Fotos gesprochen. Wenn ihr auf das Bild unten klickt, könnt ihr uns ein Stück des Weges begleiten.

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Der Weg ins Kloster


Es gibt ja verschiedene Gründe ins Kloster zu gehen. Bei uns lag es zum Beispiel am Wetter. Normalerweise habe ich um diese Zeit mein erstes Buch im Jahr bereits gelesen. Meist handelt es sich dabei um einen Roman, irgend etwas Schönes um die Seele baumeln zu lassen. Dazu suche ich mir für derartiger Lektüre, ein schattiges Plätzchen im Garten. Doch in diesem Jahr bin ich noch nicht so recht vorangekommen. Die Temperaturen waren so niedrig und häufig wehten auch noch Winde aus Nordost, dass ich erstmals am 10. Mai  bei angenehmen Temperaturen, im Schatten unseres Apfelbaumes, mein bereits begonnenes Buch zur Hand nehmen konnte. Momentan befasse ich mich literarisch mit “Franziskus” von Andreas Englisch.
Ich bleibe aber dabei, es war das Wetter und nicht der derzeitige Papst. Hätte die Sonne uns nur etwas mehr verwöhnt,  wäre ich bereits mit Franziskus durch und hätte vergangenen Sonntag auf der Terrasse gesessen und es mir gut gehen lassen.
davEs war aber kalt und regnerisch und  so musste ein Ersatzplan her.  Da hatte Heidi eine gute Idee! (Sie hat übrigens ausschließlich gute Ideen.)  In einem durch die Stadt herausgegebenen Veranstaltungsplan hatte sie den Hinweis auf ein Galerie-Wochenende im Kartäuserkloster entdeckt. Das ehemalige Kloster ist mittlerweile eine attraktive Wohnanlage und die wenigen historische Räume stehen Besuchern für gewöhnlich nicht offen.
Das sind solche Gelegenheiten, die wir regelrecht suchen. Auf diese Weise bekommt man Dinge zu Gesicht, die aus unterschiedlichen Gründen,  nicht zugänglich sind.
Als wir 11:00 Uhr die Klosterpforte erreichten kam auch Frau Angelika Liebhart, die Galeristin, etwas abgehetzt mit ihrem Fahrrad um die Ecke gebogen. Für uns etwas ungewohnt zu dieser Zeit, bot sie uns ein Gläschen Sekt an und wir führten in der Folge ein nettes Gespräch. Sie zeigte uns die Räume und informierte darüber, dass der Eigentümer plant selbige zu Wohnzwecken umzubauen, was zwar wirtschaftlich sicher sinnvoll aber kulturell ein Verlust darstellen würde.
Als weitere Gäste eintrafen widmeten wir uns den ausgestellten Grafiken von Thomas Ranft, die es uns ja erst ermöglichten, die Räume zu besichtigen.
dav
Warum schreibe ich das nun? Einmal weil schon wieder 14 Tage vergangen sind und zum Anderen wollte ich euch die Idee nahebringen, auf beschriebene oder ähnliche Weise Zugang zu interessanten Räumen zu erhalten, welche für gewöhnlich verschlossen sind oder nur bestimmten Personen  zugänglich.
Also, dann schaut mal; ihr werdet bestimmt fündig.