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Zweimal versetzt!


Das ich zweimal von derselben Dame versetzt wurde, war meiner Erinnerung nach ein Novum. Ja sie ist attraktiv, intelligent auch wortgewandt und blond.
Dies sollte aber doch ein solch abweisendes Verhalten nicht begründen?
Es gibt hier im Zentrum der Stadt einen bekannten Punkt, an dem man sich seit jeher zu Verabredungen traf. Von hier sind es nur kurze Wege zu den Kinos, Theatern und Bars wie Restaurants.
Damit man auch immer die Zeit im Blick hatte, brachte ein Geschäftsmann in den dreißiger Jahren eine knallrote Alpina Uhr mit Schlagwerk an. Irgendwann gab diese dann ihren Geist auf. Nach der Wende stiftete ein Liebhaber Erfurts aus Berlin-Kreuzberg einen neuen Zeitmesser, knallrot, aber funkgesteuert.
Es gab so eine ungeschriebene Regel für ein Rendezvous: maximal wurden 10 Minuten gewartet. Dann entfernte man sich vom vereinbarten Treffpunk. Eventuell blickte man im Gehen noch zweimal zurück, in der Hoffnung es könnte doch noch klappen.
Immerhin hat die Dame sich zweimal für ihr Fernbleiben entschuldigt.
So sollte, allen Vorsätzen zum Trotz, am vergangenen Sonntag, ein dritter Versuch folgen.
Und tatsächlich, da war sie pünktlich um 20:00 Uhr auf der Bühne der „Alten Oper“!

LISA ECKHART

Zu Lisa Eckart lässt sich eine Menge sagen. Das möchte ich mir ersparen. Gebt mal bei Google „Lisa Eckart umstritten“ ein. Da findet ihr die Meinung des Mainstreams. Aber wer ist in diesem Land nicht umstritten, sobald er nur eine eigene Meinung hat und diese gar noch öffentlich äußert.
Also lasst das mit dem Googeln und besorgt euch eine Eintrittskarte für einen Veranstaltungsort in eurer Nähe, bevor derartige Pläne, Corona oder neuestens einer Energiekrise zum Opfer fallen. Bei uns waren die drei Anläufe der Pandemie geschuldet, falls ihr euch erinnert. 😉

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Es stehen nur noch zwei Zahnbürsten im Bad


Nun sind die Ferien zu Ende. Oscar und Fritz sind wieder abgereist und in unserem Bad stehen nur noch zwei Zahnbürsten.

vor der Abreise unserer Gäste
nach der Abreise

Jeder kennt es, glaube ich: bei Besuch ist die Badbenutzung eine logistische Herausforderung, zumal wenn im Bad ein stabiles W-Lan zur Verfügung steht. 😉
Die diesjährigen Ferien der Jungs verliefen jedoch alles in allem recht entspannt. Da sie abwechselnd verschieden Ferienlager besuchten, war meist nur Oscar oder Fritz unser Gast. Lediglich in der letzten Augustwoche verbrachten wir einige Tage im Spessart. Susan hatte zwei Ferienhäuser für uns gebucht, damit ausreichend Platz zur Verfügung stand. „Ziegelhütte“ hieß die Ferienanlage im Flörsbachtal in der Nähe von Lohr am Main.
Für entspannte Tage in waldreicher und ruhiger Gegend nur zu empfehlen. Die Häuschen verfügen alle über eine Sauna und besonders im Herbst fühlen sich viele Gäste dadurch angezogen, so sagte man uns. Wir brauchten derartige Wellnessangebote nicht. Es war immer noch sehr warm und so nutzten wir reichlich das Duschwasser.
Am Mittwoch brachten wir die beiden Jungs nach Nürnberg, von wo sie über Wien dann zurück nach Barcelona flogen.
Für euch einige Impressionen aus dem Spessart als kleine Anregung.

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Die Jungens sind da!


Wir sehen Oscar und Fritz, wegen der großen Entfernungen, oft nur dreimal im Jahr, dann aber meist über längere Zeit. Wie jetzt, in den großen Ferien, sind es fünf Wochen. Da lernt man sich doch ganz anders kennen als zu Familienfeiern oder gelegentlichen Besuchen zum Kaffee trinken. Auch fallen einen die entwicklungsbedingten Veränderungen stärker auf.
Oscars Stimmbruch ist so weit fortgeschritten, dass Heldentenor abgeschrieben werden muss. Held sollte aber noch möglich sein. 😉
Auch die ganze Konversation hat sich verändert. Irgendwie haben wir den Eindruck, wir gehören nun dazu, zu der Runde der Erwachsenen- nicht umgekehrt.
Sie warten neuerdings geduldig darauf, bis wir ebenfalls den letzten Biss vom Brötchen getätigt haben und dann wird auch noch ohne Aufforderung der Tisch abgeräumt.
Irgendwie merken sie das die Gewichte sich verschieben und wir bemerken das auch. Noch haben sie mehr Fragen als Antworten an uns. Das wird sich aber bald umkehren.
Immerhin betrachten sie uns aber noch nicht als weltfremd!
Ohne dass sie jemand dazu angehalten hätte, haben sie uns einige Mitbringsel von ihrer USA-Reise mitgebracht. Das hat uns schon gefreut.

eine kleine Aufmerksamkeit

Nun sind sie schon wieder unterwegs und es geht gerade recht ruhig bei uns zu.
Wenn sie zurück sind, haben wir noch einige gemeinsame Tage im Spessart geplant.
Bis dahin euch einige schöne Tage mit möglichst reichlich Regen.

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„Thüringen das Königreich“ wurde freigebuddelt!


Wir waren dabei, als die Archäologin Susanne Peschel das Königreich Thüringen auf dem Petersberg freilegte.
Unter der Überschrift: „Erfurter Sommertheater“ ist im Kleinkunstformat jährlich einiges hier zu erleben. Diesmal ging es um Königin Radegunde, die nach der verlorenen Schlacht der Thüringer gegen Frankenkönig Chlothar und seine Horden an der Unstrut entführt und nach Frankreich verbracht wurde.
Chlothar I. erklärte dem Hermanfried wegen Wortbruchs den Krieg und tötete ihn im Jahr 529. Radegundes außerordentliche Schönheit bezauberte des Königs Herz so mächtig, dass er sie durch sorgfältigen Unterricht zur Taufe vorbereitete und in den Wissenschaften ausbilden ließ, um sie als seine Gemahlin auf den Thron zu erheben. Das konnte er auch gegen ihren Willen erreichen.
Radegunde floh später nach Noyon, wo sie von Bischof Medardus von Noyon zur Diakonin geweiht wurde. Sie überließ ihr königliches Gewand der Kirche zu Noyon und verschenkte weiteren Besitz an die Armen. Anschließend setzte sie ihre Flucht nach Saix fort. Bereits hier versuchte Chlothar sie zurückholen zu lassen. Zwischen 552 und 558 gründete Radegunde in Poitiers das Kloster Sainte-Marie.
Die Verehrung breitete sich vor allem in Frankreich aus, wo 150 Kirchen nach ihr geweiht sind und neun Gemeinden ihren Namen tragen.

Wir Thüringer haben aber keine Rechnung mit den Franken offen. Ereilte doch vor rund 200 Jahren das einst mächtige Herzogtum Franken ein ebenfalls schreckliches Schicksal. Es fiel an das Königreich Bayern. Der Zusammenbruch Preußens im Krieg gegen Napoleon besiegelte das Ende der fränkischen Herrschaftsgebiete.
Wir Thüringer verfügen immerhin noch über ein eigenes Bundesland.
So fuhren wir neulich ganz ohne Häme in das ehemalige Frankenreich nach Würzburg, dank der genialen grünen Erfindung des 9-Euro Tickets, zu unschlagbarem Preis.
Unsere Zeit reichte aus, um die Innenstadt mit Dom und über die alte Marienbrücke die Festung Marienberg zu erkunden.
Es war mit 2 Stunden und 30 Minuten unsere längste Reise mit besagtem Ticket.
Zur Anregung einige Impressionen für euch:

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Waren der Geheimrat und der Reformator rechtsradikal?


Rechte Wanderlust So ein Artikel von Timo Büchner in der „Zeit“ vom 20.05.2022!
In meiner Gegend gibt es einen Luther Wanderweg und auch einen Goethe Wanderweg um nur die beiden bekanntesten Wandersleute von hier zu benennen.
Wir sind ja häufig zu Fuß in Deutschland und darüber hinaus unterwegs und mein Blog lebt ja teilweise von den Erlebnissen unserer Touren. Ich werde nach obiger Lektüre aber erst eine Konsultations- und Nachdenkpause einlegen! Ihr könnt ja gerne den Artikel des Antiwanderer (Timo Büchner), Link siehe oben, lesen. Wenn ihr davon nicht sonderlich beeindruckt seid, dann hier die Daten zu den benannten Wanderwegen:
Goethe-Erlebnisweg (einer von vielen)
Lutherweg von Erfurt nach Weimar (ein Beispiel von mehreren)
Nun möchte ich mich mit euch der Kultur zuwenden. Wohl wissend, es ist ja ebenfalls ein vermintes Terrain, wie kürzlich in Kassel zur Documenta zu erleben war.
Folgt mir einfach in die Barfüßer Ruine in Erfurt. Es ist eine von drei Kirchen, die im zweiten Weltkrieg in dieser Stadt zerstört wurden. Das Gotteshaus ist nicht wieder aufgebaut wurden und kündet seither als Mahnmal vom Schrecken dieser Zeit. Sie gehörte zu den schönsten Bettelordenskirchen Deutschlands. Nun wird sie seit vielen Jahren im Sommer als Aufführungsort für vorwiegend Shakespeare Stücke und vielfältige musikalische Veranstaltungen genutzt. Gegenwärtig kann man sich an „Viel Lärm um nichts“ erfreuen. Das erinnert sicher Manchen an seinen Arbeitsalltag!
In diesem Jahr haben wir uns aber für ein Musikprogramm entschieden:
Par-ci, Par-là“ für mich noch auf deutsch: Hier und da. Genau das bekamen wir in virtuoser Weise dann zu hören. Von Bach zu Till Lindemann (Rammstein) und Klezmer war alles dabei. Die Instrumentation Bass, Klarinette, Trompete und Akkordeon lassen erahnen warum wir frenetisch Beifall spendeten.
Wenn keine Veranstaltung ist kann die Ruine besichtigt werden. Ein Weg führt um die Ruine und während der Sommermonate steht auch ab Nachmittag eine kleine Gastronomie zur Verfügung. Ein frisches Bierchen, einen Aperol Spritz oder Kaffee sind erhältlich.
Macht was aus dem Sommer; bald wird es Herbst und Herr Lauterbach ist wieder dran. 😉