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Frühling und Katrin Weber


Das Wetter der letzten Woche war so schön, dass es hier nicht unerwähnt bleiben soll. Die Märzenbecher im obigen Bild sahen das ebenso und zeigten sich zu einer Zeit in der eigentlich erst Schneeglöckchen und Winterlinge vom nahenden Frühling künden. Heidi und ich hatten die Vermutung in diesem Jahr etwas zeitiger unsere kleine Tour antreten zu müssen, um das Meer von Blüten nicht zu verpassen. Falls ihr in eurer Nähe ebenfalls einen Laubmischwald oder Auwald vorfindet, es wird also Zeit für einen Spaziergang.
Wir nutzen die Tage, an denen es eher grau, kalt und regnerisch ist, um unseren Bedarf an kulturelle Veranstaltungen zu erfüllen. So hatten wir Karten für Katrin Weber erstanden.
Ihr wisst nicht wer die Dame ist? Ich dachte es mir und habe natürlich mal bei „Youtube“ nachgesehen.

Falls ihr euch etwas Zeit für das Video genommen hattet, kämt ihr sicher kaum auf den Gedanken, zur einzigartigen Hochzeit von Sohn oder Tochter, Frau Weber als Küchenhilfe zu engagieren. Jedoch für die späteren Abendstunden könnte mancher Impuls für beschwingte Stimmung sorgen.
So erlebten wir gestern einen solchen Abend. Zwar weilte Frau Weber nicht bei uns, sondern wir besuchten sie zu ihrem Soloprogramm „Nicht zu fassen“ in der „Alten Oper“.
Katrin Weber ist das, was man unter einem Multitalent versteht. Sie ist Sängerin, Kabarettistin, Komödiantin und Entertainerin in einer Person und das im allerbesten Sinne.
Als Publikum ist man nicht nur davon begeistert was sie bringt, sondern vor allem, wie sie es bringt.
So ist in der Art von „My Fair Lady“ über „Die Anstalt“ und „Dinner for One“ alles geboten was unseren Alltag irgendwie ausmacht, ihn aber freundlicher erscheinen lässt als er oft daherkommt.
Also schaut mal, ob sie bei euch in der Nähe einen Auftritt hat. Ihr werdet sicher viel Spaß haben!

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Forelle im Schnee


Heute Morgen hatten wir die kälteste Nacht mit minus 3,5 Grad und dies am 19. Januar. Schnee, hat es ernsthaft auch noch nicht gegeben. Mit anderen Worten erleben wir so eine Art verlängerten November. Nur gut, dass Antonio Vivaldi seine „Die vier Jahreszeiten“ schon fertigstellte.
Wir lieben aber Winter mit Schnee und frischer Forelle! Mit der Forelle, das hätte ja auch hier geklappt. Um Winter zu erleben, sind aber etwa 50 km, in Richtung Westen zu fahren.
Deshalb hatten wir uns mit Evchen und Randolf zu einem Ausflug verabredet.
Wir fuhren über Arnstadt und als wir Elgersburg erreichten, waren nicht nur die Temperaturen winterlich, auch die Schneedecke war nun geschlossen.
Der Mönchshof selbst ist ein historischer Ort direkt am Rennsteig. Hier lag noch ein halber Meter Schnee. Im Gasthaus fragten wir nach einem passenden Tisch, wo wir die fangfrischen Forellen serviert bekommen könnten.
Alles kein Problem, versicherten uns die netten Mädchen des Services. So verabredeten wir uns für etwa eine Stunde später. Wir unternahmen zwischenzeitig einen kleine Ausflug in Richtung Schmücke. Hin und zurück hätten wir nicht geschafft und so kehrten wir nach 30 Minuten Winterspaziergang um, damit wir auch pünktlich wieder am Gasthaus unserer Verabredung nachkommen konnten.
Kurzum, alles war zu unserer Zufriedenheit. Besonders sei noch der Kamin erwähnt, in dem Holzscheite loderten und eine wohlige Wärme erzeugten.

Der Rückweg führte nach einem Ausflug über die „Hohewarte“ zum Mühlencafe in Geraberg.
Wer die Sendung „Bares für Rares“ mit Horst Lichter mag, ist hier genau richtig. Besonders zu empfehlen, auch wenn die Blase keinen Alarm schlägt, der Gang zur Toilette! 😉
Ich bin, der besonderen Empfehlung von Evchen gefolgt und tatsächlich, das stille Örtchen lädt zum Verweilen ein.
Natürlich bekommt ihr auch leckeren Kuchen und ebensolchen Kaffee.
Mit Mühle verbindet man in der Regel Getreide, Mehl, Müller, Esel und die Farbe weiß. Hier geht es aber um eine Erzaufbereitungsanlage.
Sie ist die einzig erhaltene Mühle für Manganerz (Braunstein) in Europa. Deshalb der Name „Braunsteinmühle“.

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Muss man es wirklich unbedingt gesehen haben?


Wir weilten letzte Woche im Allgäu. Diesmal hatten wir einen Ausflug zum meistbesuchten deutschen Schloss fest eingeplant. Da wir es möglichst bequem haben wollten, nutzten wir den Service des Reisebüros “Brutscher” aus Oberstdorf. So brauchten wir uns weder um Parkplatz noch Eintrittskarten kümmern und wurden durch unseren netten Busfahrer über manches wissenswerte, was auf unserer Route lag, informiert.
Oberstdorf 2018 (189)
Schloss Neuschwanstein wird jährlich von 1,5 Millionen Menschen aus aller Welt und in letzter Zeit besonders durch chinesische Touristen besucht.
Das Bauwerk ist, eingebettet in eine wunderschöne Landschaft, ein inspirierender Blickfang.
Die Eintrittskarte schlägt mit 13€ zu Buche und beinhaltet grundsätzlich eine Führung. Wer sich eine Karte besorgen muss, verbringt einige Zeit in einer beeindruckenden Warteschlange. Es kann auch passieren, dass für einen Tag alle Karten ausverkauft sind. Sicherheitshalber also lieber über das Internet reservieren. (Leider ein etwas vorsintflutliches Verfahren!)
Oberstdorf 2018 (139)
Bis zu unserer Besichtigungstour hatten wir noch zwei Stunden Zeit. So blieb uns die Möglichkeit für eine Rast am Alpsee und in 30 Minuten erreichten wir auch die Marienbrücke.
Die Marienbrücke  in der Gemeinde Schwangau bei Füssen ist eine filigrane Stahlkonstruktion über die Pöllatschlucht unmittelbar hinter und direkt sichtbar vom Schloss Neuschwanstein. Der Blick in den Abgrund sowie auf das Schloss ist faszinierend.

Nun zur eingangs gestellten Frage: Landschaftlich ist es eine wunderschöne Gegend, wie eigentlich alle Gegenden, in denen unsere Eliten ihre Prunkbauten errichten ließen.  Auf Distanz gesehen, wirkt Neuschwanstein, wie oft zu lesen, als bezauberndes Märchenschloss. Bei näherem Hinschauen wird aber schnell klar, es handelt sich um die Spielwiese von Baumeistern, Handwerkern und eines exzentrischen Monarchen. Amerikaner glauben angeblich häufig, die Bayern hätten hier Walt Disney kopiert (Das Cinderella Schloss von W.Disney).
…Die Bauprojekte Ludwigs wurden aus dem königlichen Privatvermögen finanziert… so Wikipedia. Das wäre aber nochmal ein extra Beitrag. Zwinkerndes Smiley
Die Führung kann ich nicht unbedingt empfehlen. Es ist eine Massendurchschleusung durch einige Räumlichkeiten. Die Polstermöbel sind mit weißen Tüchern abgedeckt. Eine Sicht auf Details ist kaum möglich und Fragen sind auch schwer anzubringen. Nach etwa 30 Minuten  ist man durch. Das erfolgt über 6000 mal am Tag.

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Plinz


Würdet ihr gebeten auf einer Karte New York  oder Paris anzuzeigen, wäre das sicher keine große Mühe.
Bei dem Ort Plinz versagt ihr vermutlich, bis auf meinen Freund Jochen, der uns diesen Tipp gab. Da er schon mehrfach nachfragte, ob wir denn schon dort waren und ich bisher verneinte, sahen wir uns in Zugzwang. Also machte ich mich mit Heidi vergangenen Sonntag auf den Weg. Laut Navi war es auch ganz einfach. Doch dann war die Straße ab Milda gesperrt. Das Navi verordnete nach Streckenneuberechnung 10 km zusätzlich um dann am gleichen Schild “Bauarbeiten Ortsdurchfahrt gesperrt” uns zu neuen Überlegungen zu veranlassen.
Wir hatten eine ältere Wanderkarte und mit deren Hilfe gelangten wir zu dem kleinen Örtchen  Rodias. Hier fragten wir einen Herrn, der den Sonntag zur Renovierung seines Hauses missbrauchte. Er war äußerst freundlich und begleitete uns gleich zum Dorfplatz, wo wir das Auto abgestellt hatten. Letztlich überzeugte er uns den Weg nicht zu Fuß zurückzulegen, sondern mit dem Auto über Zimmritz, Kleinkröbitz und Großkröbitz zu fahren. Von dort führte dann der empfohlene aber gesperrte jedoch asphaltierte Wirtschaftsweg nach Plinz.
Plinz-Juergen-Bach (101)
Hier seht ihr das Ortseingangsschild von Plinz! Das ist ja nun schon mal nicht ganz alltäglich. Dann trafen wir Herrn Jochen Bach, welcher entspannt vor seiner Galerie saß und das schöne Wetter, wie die Ruhe zu genießen schien. Nach einem netten Gespräch stellte sich heraus, dass der Ort von zwei Ureinwohnern und vier nicht ganz erwartungsgemäß tickenden Mitmenschen bewohnt wird. Entsprechend haben wir sieben Häuser gezählt. Herr Bach lud uns ein alles anzuschauen, was wir auch staunend und voller Bewunderung taten.
Plinz-Juergen-Bach (22a)
Am Eingang befindet sich ein sehr sinnvoller Aushang, auf welchen Herr Bach gleich mal vorweg die meist gestellten Fragen beantwortet. (FAQ)
Zur besseren Lesbarkeit auf allen Geräten.
– Sie befinden sich hier nicht am A….noch am Ende der Welt, sondern mitten in Deutschland.
– Früher war Plinz mal eine Mühle. Früher wurde Getreide gemahlen, heute Bilder.
– Wir wohnen auch hier, sogar im Winter und das schon seit 1972.
– Wir fühlen uns gar nicht einsam. Es ist hier auch nicht langweilig, weil wir immer etwas zu tun haben.
– Ich habe das alles selbst gemalt, was Sie hier sehen. Auch die Plastiken sind selbst gebastelt.
– Um ein Bild zu malen, braucht man ungefähr eine Woche Zeit. Um es zu verkaufen mitunter Jahre.
– Wir haben keinen Laden in der Stadt, sondern nur hier die Galerie. Wir leben ausschließlich von dem was wir hier verkaufen.
– Die Preise der Bilder verstehen sich incl. 7% Mehrwertsteuer, den Materialkosten (wie Leinwand, Keilrahmen, Malgrund, Malfarben, Pinsel, Malmittel, Firnis und Bilderrahmen), den Energiekosten, aller Versicherungskosten, den Heizkosten, Beschaffungskosten, Werbekosten, Fahrkosten uvm.
– All das, was Sie hier an Bildern und  Plastiken einschließlich der Galerie und des Garten sehen, ist erst in letzter Zeit entstanden.
– Das Sie heute das erste Mal hier sind, bedeutet nicht, dass auch die Anderen uns bislang noch nicht gefunden hätten.
– Wir kennen den Zustand der Straße!!!! Die Straße ist für dieses normale Auto sehr gut befahrbar, unser Auto ist so gut wie nie kaputt. Wenn man langsam fährt, kann man sich sogar noch an der schönen Landschaft erfreuen. Wir sind jedem dankbar, der sich nicht bei uns über den Zufahrtsweg beklagt.
– Selbstverständlich dürfen Sie Werbung für uns machen und Leute, die ein Bild brauchen zu uns schicken.
Weitere Fragen:
leichte Antworten 3€
Antworten bei denen man denken muss 7€
ehrliche Antworten 12€
Und weil es immer wieder vorkommt:
Antworten auf unnötige Fragen 20€

Alles wesentliche ist gesagt. Ich lade euch zu einen kleinen Rundgang ins Reich des  surrealistischen, des ironischen, des etwas schrillen aber immer sympathischen, kurz in die Welt des Jochen Bach aus Plinz ein. Bitte hier entlang ===> Klick aufs Bild funktionier auch!
Plinz-Juergen-Bach (71)

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Harzreise


Weil es in Spanien lange und recht heiße Sommer gibt, sind Oscar und Fritz, wie auch in den vergangenen Jahren, zur Abkühlung hier bei uns in Deutschland. Ha, ha,ha!
Es sind aber vor allen Dingen die langen Sommerferien von 12 Wochen, die es dem warmen Klima geschuldet gibt. Da muss erst mal eine Organisationsform gefunden werden, welchen allen gerecht wird.
Die Kinder sind ja schon zufrieden, wenn ausreichend Pommes, Nudeln, Fanta but first natürlich WLAN gibt!
Irgendjemand muss aber auch noch Geld verdienen. Für solche logistischen Meisterleistungen ist bei uns Heidi zuständig.
Es geht ja auch darum den Jungen zu zeigen, welche Beeren man essen kann, wo sie zu finden sind, wie ein Taschenmesser funktioniert und dass man keine 20€ Eintritt für ein HITEC – Erlebnisbad ausgeben muss und trotzdem Badespaß haben kann.Brocken (18)
Oben seht ihr das Verkehrsmittel unserer Wahl. Besser gesagt, es war Heidis Wahl. Von Nordhausen fuhren wir mit so einem vorzeitlichen, dampfbetriebenem Zug in dreieinhalb Stunden auf den Brocken. Die Kinder fanden diese Art zu reisen äußerst spannend. Besonders die Toilette fanden sie aufregend. Dort konnte sie zwar nicht durchs Fenster sehen, aber dafür war es möglich vom Kloloch auf die Schienen zu gucken. Die Benutzung war wegen der speziellen Entsorgung nicht in den Bahnhöfen gestattet. Einfach toll fanden sie das. Des weiteren konnte während der Fahrt auf den Plattformen der Wagen nicht nur die vorbeihuschende Natur bestaunt werden. Der Geruch, ein Gemisch aus Kohlenabgasen, Öl und Wasserdampf, verzückt jeden Eisenbahnfan.
Die Möglichkeit auf dem Brocken zu übernachte gibt es schon seit 1800. Das heutige Brockenhotel entspricht einem guten drei Sterne Haus. Wir fühlten uns dort sehr gut aufgehoben.
Günstig ist es zwei Übernachtungen zu buchen. Ihr habt dann den Gipfel mit wenigen Hotelgästen zwei Abende ganz allein für euch. Um 19:00 Uhr ist der letzte Tagestourist verschwunden. Den ersten Tag bezieht ihr nachmittags euer Zimmer, genießt Kaffee und Kuchen und zum Abendessen sind automatisch Tische für euch reserviert. Dann habt ihr Gelegenheit das Plateau des Berges zu erkunden. Wenn Ihr, wie wir Glück habt, erwartet euch ein fantastischer Blick mit Sonnenuntergang.

Bei noch mehr Glück folgt am nächsten Morgen ein toller Sonnenaufgang.
Nach einem guten Frühstück traten wir unsere Wanderung zum Torfhaus an. Die Länge für Hin-und Rücktour beträgt etwa 18km und es sind 300 Höhenmeter zu überwinden. Das ist also für den Durchschnittsbürger schaffbar.
Brocken (45)
Solche Bilder hatten wir allerdings nicht erwartet und es gab viele davon. Das ist kein Grund zur Besorgnis, so der Nationalparkdirektor.
Hier handelt es sich quasi um ein Migrationsprojekt für den Borkenkäfer, wobei ein strenges Grenzregime geschaffen wurde. …Auf einem 500 Meter breiten Grenzstreifen werde der Käfer „konsequent bekämpft“… 40 Prozent der Flächen in Nationalpark seien noch „relativ naturfern“, weshalb die Mitarbeiter nachhelfen – Waldentwicklung heißt das…(Volksstimme.de)
Da ich nicht genug davon verstehe, wandern wir weiter zum Torfhaus.
Brocken (69)
Den Hinweg wählten wir entlang des Moores, Goetheweg, Harzer Hexenstieg in Richtung Torfhaus. Zurück dann von der Gaststädte entlang am Skilift in Richtung Schubenstein.
Also viel Spaß, falls das etwas für euch sein sollte.