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Winter in Venedig


Falls ihr von Erfurt nach Venedig reisen möchtet, liegt eine Strecke von etwa 943 km mit dem Auto vor euch. Hier in meiner Heimat, genießen wir den Luxus, dass wir beispielsweise vom Domplatz in wenigen Minuten ebenfalls Venedig erreichen!
“Klein Venedig”, das – wie der Name schon andeutet – ein ganz besonderes Flair auszeichnet. Durch eine parkähnliche Wohngegend fließt die Gera, welche durch ihre vielfachen Verzweigungen an diesem beschaulich-schönen Ort kleine Inseln bildet. Ein Spaziergang am Flussufer, das gesäumt ist von Bäumen und den liebevoll gestalteten Gartenterrassen der Anwohner, führt in die kleinen Kopfsteinpflastergassen bis hin zur bekanntesten Brücke in Thüringen.
Bei so herrlichem Winterwetter konnte man vor nunmehr elf Jahren letztmalig diese Idylle genießen. Wenn ihr mögt, könnt ihr mir von der Großen Ackerhofsgasse in Richtung Krämerbrücke folgen.

Nun ist ja, dieses Winterwetter nicht unbedingt jedermanns Sache. Die aufwändige An- und Auszieherei, unwegsame, schlecht geräumte Straßen und dann das Streugut, welches an den Schuhen haftet und das Parkett verunstaltet. Diese Dinge mag ich auch nicht. Trotzdem habe ich mir so ein kindliches Gemüt bewahrt und schaue gerne früh morgens aus dem Fenster und bestaune wie nachts der Schnee eine Idylle in Weiß gezaubert hat.
In diesem Jahr gab es aber noch eine Besonderheit, die 15 Minuten Tagesschau standen durch die Wetterunbilden nicht nur den Virologen und Ministerpräsidenten zur Verfügung! Also bitte liebes Wetter, noch mehr Schnee und Eis!

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Was ist denn ein Promenadologe?


Wenn ihr dazu eine stimmige Erläuterung habt, mein Respekt! Ich wusste das bisher nicht. Am Dienstag stieß ich zufällig auf diese Bezeichnung und nach kurzer Recherche, dachte ich, gibt vielleicht Stoff für einen Beitrag an dieser Stelle.
Abends im ZDF „heute-journal“ werde ich dann plötzlich in einem Beitrag erneut mit diesem Begriff konfrontiert. Auch diesen Redakteuren war der Promenadologe bisher unbekannt.
Blöd – dachte ich, jetzt kommen die mir noch zuvor. Ich schmeiß doch meine mühselige Recherche nun nicht in den Papierkorb!
Also, falls ihr eure berufliche Karriere noch planen solltet, es handelt sich um einen „Spaziergangwissenschaftler“. Es gibt an der Universität Kassel sogar eine ernsthafte Zuwendung zu diesem Thema!
 Im Spazierengehen steckt mehr als man denken mag. Das gemütliche Schlendern ist nicht nur willkommene Abwechslung, sondern hat sogar gesundheitliche Einflüsse. Auch die Wissenschaft belegt die positiven Wirkungen des Spazierengehens.
Wie komme ich auf das Thema?
Heidi und ich gehen sehr gerne spazieren und in diesen Zeiten der Lockdowns und der Isolation ist es eine der wenigen Möglichkeiten Entspannung zu finden. Es war auffallend, wie viele Menschen man plötzlich an eher einsamen Stellen traf, die ebenfalls einfach in Wald und Flur unterwegs waren. Selbst Kinder konnten zu solch unnützen Tun überredet werden, was durch die Schneefälle der letzten Tage nicht sonderlich schwer gefallen sein dürfte.
Als Flaneur in den Geschäftsvierteln der Städte zu bummeln ist keine gute Idee. Die Boulevards sind verweist, Reisen ist praktisch nicht möglich und so gibt es so eine Art Rückbesinnung auf das Spazierengehen.  
Könige, Zaren und Fürsten ließen sich gigantische Parkanlagen erbauen, um nichts anderes zu tun als darin, ungestört vom gemeinen Volk, spazieren zu gehen und dem Müßiggang zu frönen.
Bevor ich euch auf einen kleinen Winterspaziergang mitnehme, noch der Hinweis: Nicht alle Bundesländer sehen Spaziergänge als grundsätzlich gesundheitsförderlich an und haben zu unserem Schutz mannigfache Regeln erstellt. Also erst informieren und dann die Schuhe anziehen!
STAZ Augsburg: Im Zuge der Kontrollmaßnahmen sei wiederholt aufgefallen, dass viele Menschen das grundsätzlich erlaubte Spazierengehen dazu nutzen, sich auf Parkbänken oder anderen Sitzgelegenheiten im Freien niederzulassen, so die Polizei, die betont:
„Dies ist nicht erlaubt!“ 🙂
Bleibt gesund! Vielleicht treffen wir uns völlig unbeschwert zum Osterspaziergang.

Rennsteig Thüringer Wald

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Toi, Toi, Toi für das Jahr 2021


Es ist ja Brauch , sich zu Beginn eines neuen Jahres alle möglichen guten Dinge wie Gesundheit, Glück und Erfolg zu wünschen. Mancher fast auch Vorsätze um Probleme, die ihn schon lange als Hypothek belasten, einer Lösung näher zu bringen. Also entschließt man sich zum wiederholten mal mit dem Rauchen aufzuhören, den Vorsorgetermin beim Arzt zu vereinbaren oder sich häufiger sportlich zu betätigen.
Es soll auch nicht an meinen guten Wünschen für euch fehlen. Möge alles so gelingen wie ihr es euch vorstellt.
Nun da sich die ersten Tage des Jahres schon in die Zeit gefressen haben, drängt sich der Spruch aus Faust auf: „Die Botschaft hör´ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube“.
Die Beschwörer der Apokalypse sind schon wieder auf allen Kanälen zu vernehmen.
Ich will mich aber hier nicht auch noch in aller Ausführlichkeit echauffieren.
Heidi und ich versuchen das Thema so gut es geht zu verdrängen. So verschoben wir das Thema Urlaub vorerst auf einen Termin nach Ostern .
Wir haben zum Beispiel gestern mit Freunden einen Neujahrsspaziergang unternommen (zwei Familien vier Personen). Dabei ließen wir uns auch nicht durch gesperrte Wege und morastigen Untergrund abhalten. So erreichten wir Schloss Tiefurt bei Weimar. Unseren Proviant hatten wir natürlich dabei, denn die gastronomischen Einrichtungen stehen ja nicht zur Verfügung. Auf diese oder ähnliche Art, hoffen wir die nächsten Wochen zu bestreiten ohne größeren Schaden zu nehmen. In diesem Sinne nochmals alles Gute für das bereits begonnene Jahr!

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Die Perückensträucher im Jenaer Mühltal


Eigentlich sollte ich ja an dieser Stelle mal wieder etwas zu Theater, Film oder den ansonsten im Herbst reichlich besuchten Buchlesungen schreiben.
Da geht es mir aber nicht anders als euch in dieser Zeit. Glücklicherweise bleibt uns, wie oft in diesem Jahr, die Natur.
Heidi hatte in einem Magazin einen Bericht über die Perückensträucher an der Lutherkanzel oberhalb des Mühltals bei Jena gelesen. Jetzt Ende Oktober, Anfang November bietet sich hier ein besonderes Schauspiel. Die Perückensträucher leuchten mit ihrem roten Laub weit in das Tal hinein und verleihen dem Hang ein ganz besonderes Flair.
Also zieht euch die dickere Jacke an, wir haben hier nachts schon Minusgrade und tagsüber waren letztlich die Temperaturen im einstelligen Bereich. Folgt uns einfach auf der B7 in Richtung Jena. Über Apolda kommend, gleich am Ortseingang, erreicht ihr linker Hand das Mühltal, wo auch Parkmöglichkeit vorhanden ist.

Unsere Route führte von der Gasthausbrauerei Papiermühle zum Napoleonstein, vorbei am „Museum 1806“. Das Museum ist einem historischen Ereignis der europäischen Geschichte des 19. Jahrhundert gewidmet: der Doppelschlacht bei Jena und Auerstedt vom 14. Oktober 1806. Wir querten das Naturschutzgebiet Windknollen zurück zu unserem Ausgangspunkt Papiermühle. Es sind etwa 160 Höhenmeter zu bewältigen, welches mit festem Schuhwerk und Trittsicherheit kein Problem darstellen dürfte. Mit etwa 6 km Wegstrecke ist die Wanderung recht kurz aber es gibt tolle Ausblicke in einer sehr reizvollen Landschaft.
Möglicherweise ist die Farbenpracht durch die niedrigen Temperaturen schon Vergangenheit, trotzdem sollte sich der Ausflug lohnen oder merkt ihn euch einfach vor.

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Der Seeweg nach Indien


Bis der Seeweg nach Indien entdeckt wurde, gelangten Gewürze zu Land über Karawanenwege des Vorderen Orient nach Europa. Gewürze waren begehrt aber durch den Zwischenhandel und die riesigen Entfernungen teuer.
Heidi und ich kaufen eigentlich nur drei Gewürze im Handel: Zimt, Muskat und Pfeffer. Was wir ansonsten benötigen, haben wir in unserem Garten kultiviert. Salbei, Minze, Oregano, Majoran, Thymian, Rosmarin und mehr gedeihen hier und sogar Lorbeer konnten wir vergangenes Jahr erfolgreich anziehen.
Weitere Gewürze entnehmen wir direkt aus der Natur. Da ist zum einen Beifuß, der steht an fast jedem Feldweg und muss nicht extra gesucht werden. Den nehmen wir bei passender Gelegenheit einfach mit und hängen ihm zum Trocknen auf. Dann gibt es aber noch den Wacholder. Um ihn zu ernten haben wir vor Jahren eine ertragreiche Stelle am Fuße von Schloss Tonndorf entdeckt. Das Schloss liegt von Weimar wie auch von Erfurt etwa 20 km entfernt in einer waldreichen Gegend unweit des Ilmtals und des Thüringer Waldes.
Das historische Gemäuer wird seit einigen Jahren durch eine bunte Gemeinschaft unterschiedlichster Menschen bewohnt und bewirtschaftet. Ein Besuch im Café des Schlosses ist möglich.
Wir fahren immer durch den Ort Tonndorf, vorbei an den Steinkreuzen und parken oberhalb des dortigen Sportplatzes. Das Schloss ragt aus dem Wald heraus und ist schon von Weitem gut sichtbar. Unterhalb des Schlosses geht ein bequemer Weg zum historischen Rundlingsdorf Tiefengruben. Diesen benutzen wir dann auch und sammeln einen kleinen Vorrat der dunkelblauen Wacholderbeeren, welche rechter Hand am Waldrand reichlich wachsen.

Nun, warum verrate ich euch das? Handelte es sich um eine ertragreiche Stelle, wo jährlich reichlich Steinpilze zu finden sind, würde ich mein Wissen nicht so ausbreiten.
Es sind die „Härtesten“, die es sich antuen aus dem äußerst stacheligen Zweigen des Wacholders die kleinen Beeren zu pflücken.
Wir verwenden Wacholder ausschließlich als Gewürz in der Küche, besonders zu Wildgerichten lieben wir das Aroma.
Die Beeren sind auch Rohstoff bei der Herstellung einiger alkoholhaltiger Getränke wie: Gin, Genever oder Steinhäger. Wie nicht anders zu erwarten, gibt es natürlich noch hervorragende Heilwirkungen des Wacholders.
Also keine Angst vor den stachligen Zweigen, ihr werdet sie sicher auch in eurer Nähe entdecken; versucht es mal!