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Die Spiegel-Affäre


Gegen alle Regeln, saß Heidi in unserem Schlafzimmer an ihrer Nähmaschine und erledigte irgend eine kleinere Reparatur. Normalerweise wird das gute Stück nur bei Regenwetter und insbesondere in den trüben Herbstmonaten benutzt. Der Verstoß gegen dieses ungeschriebene Gesetz sollte sich noch rächen.
Wie ich nun, mit anderen Dingen des Haushaltes beschäftigt war, vernahm ich plötzlich Heidis eindringliche Forderung, mich ganz schnell mal im Schlafzimmer einzufinden.
Alles stehen und liegen lassend, eilte ich zu ihr. Und ehe sie mir ihre Wahrnehmung erklärt hatte, bemerkte ich ebenfalls den typischen Geruch nach verschmorten Kunststoff. Wir überprüften alle Steckdosen, Lichtschalter und Lampen. Nix! Auch die Sicherungen waren alle in Ordnung. Nicht nur, dass  wir nichts Brenzliges feststellen konnten, auch der Geruch war nicht mehr wahrnehmbar. Möglicherweise hatte er seinen Weg durch das offene Fenster ins Zimmer gefunden. Bei der Zigarette von Herrn “A” ist es ja ebenfalls immer so.
Bis zum Sonntagabend ging nun alles seinen gewohnten Gang. Wir genossen das schöne Frühlingswetter und hatten den merkwürdigen Geruch schon vergessen.
Als am Abend Heidi die Jalousien im Schlafgemach herunter lies, machte sie eine Entdeckung, die meine Anwesenheit unbedingt und schnellstens erneut erforderlich machte.
Am Fensterrahmen, der wie heute üblich aus Kunststoff besteht, war eine verbrannte Stelle?????

Die Quelle des Geruchs war nun also gefunden. Wer hat hier aber gezündelt? Heidi hatte auch gleich einige Erklärungen für mein unverantwortliches Handeln und ich war überzeugt, sie habe Bügeleisen oder Föhn unsachgemäß zum Einsatz gebracht. Auch diesmal konnten wir der Sache nicht endgültig auf den Grund gehen.
Irgendwie ließ mich die Angelegenheit schlecht schlafen. In meinen REM-Schlafphasen tauchten immer wieder Begriffe wie konkav, konvex oder Einfallswinkel gleich Ausfallswinkel auf.
Gegen Morgen hatte ich es dann endlich!!!
Noch vor dem Frühstück baute ich, nach streng wissenschaftlichen Vorgaben, eine Versuchsanordnung auf.

Ausgangspunkt war dieser Spiegel. Er dient uns sozusagen als analoger “Photoshop”. Da er konkav ist, also ein Hohlspiegel, kann man auf Grund der Vergrößerung pixelgenaue kleine Retuschen an Gesicht und Wimpern vornehmen. Bei größeren gesellschaftlichen Ereignissen, an denen wir gelegentlich teilnehmen, wird dann hin und wieder Hand angelegt. (Eitelkeit wäre ein gesondertes ThemaVor Lachen auf dem Boden wälzen)
Nun hatte dieser Spiegel, der gewöhnlich auf der Nähmaschine steht, aber bei Heidis Flickerei gestört. Also stellte sie ihn auf die Fensterbank. Das wäre auch noch kein Problem gewesen, wenn sie ihre Arbeiten wie üblich bei Regenwetter erledigt hätte. Da aber die Sonne schien und sie es fertigbrachte, den Spiegel so zu positionieren wie hier, war das Ergebnis wie beschrieben.

Höchstens zwei Sekunden dauerte es bis die ersten Rauchwölkchen aufsteigen!
„Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir“
Könnt ihr euch noch erinnern? In diesem Sinne, eine schöne Woche.

 

 

 

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Komplexität


Nun wollen wir am Sonnabend die ersten Äpfel ernten. Die lagern wir dann immer im Keller unseres Gartenhauses ein. Bisher war das kein Problem. Die Regale werden mit Zeitungspapier ausgelegt und darauf kommen dann die Äpfel. In diesem Jahr stehen wir nun aber vor einer nicht erwarteten Schwierigkeit! Wir haben nämlich unser Zeitungsabonnement gekündigt.
Erstens, überlegten wir: können wir so fast 300,00€ im Jahr sparen. Nach anderthalb Jahren ergibt das locker ein „iPad“.
Zum Zweiten, riss uns der heutige Einheitsjournalismus auch nicht vom Hocker. Es muss ja nicht gleich eine „Spiegel-Affäre
her, aber dass es völlig wurscht ist, welches Presseerzeugnis man erwirbt…..!
Jedenfalls hatten wir die Komplexität unseres Handelns nicht bedacht.
Ja, man muss nun nicht bei jedem Sauwetter die völlig durchnässte Zeitung aus dem Briefkasten bergen, aber sie fehlt doch nun an allen Ecken und Enden.
Wie eingangs schon erwähnt, ist die Lagerung der Äpfel betroffen. Wenn wir nun hoffentlich bald wieder Pilze sammeln können, mit was stopfen wir dann anschließend unsere im Unterholz aufgeweichten Schuhe aus? Bei Renovierungsarbeiten haben wir mit alten Zeitungen den Fußboden geschützt und die Weihnachtspäckchen wurden mit eben diesen ausgepolstert, damit Heidis Weihnachtsplätzchen nicht pulverisiert den Empfänger erreichten. An einen Wohnungswechsel will ich schon gar nicht denken. Jeder Teller, jede Vase wurde bruchfest in Zeitungspapier verpackt. Kann sich noch einer an das Klopapier in den 50er Jahren erinnern? Na, soweit wird es wohl nicht kommen, trotz Eurokriese.