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Ein ungemütlicher Empfang


Selbst als wir gestern Abend schlafen gingen, dauerte es eine Weile bis unser Bett uns in wohlige Wärme hüllte. Weitaus ungemütlicher war es nach der Landung auf dem Frankfurter Airport. Natürlich hatten wir die Wettermeldungen über Deutschland mitbekommen und die Jacken so verpackt, dass sie schnell hervorzuholen waren. Aber, damit wir uns auch gleich richtig zu Hause fühlten, durften  wir den Anleger am Gate nicht benutzen und stiegen, von Windböen begleitet, ersatzweise, in den bereitgestellten Zubringerbus. Wir hatten am letzten Tag unseres Urlaubes immerhin Mittagstemperaturen von 27° C und nachts fiel das Thermometer kaum unter 20°  C.
Letztlich waren wir froh, dass alles so gut und pünktlich geklappt hatte. Juristisch gesehen sind wir von Spanien nach Deutschland gereist. Da unser Flug in Barcelona startete, gab es schon einige Bedenken, ob denn das Selbstverständliche auch weiterhin selbstverständlich ist.
In den letzten zehn Jahren sind wir mindesten im Frühjahr und im Herbst nach Barcelona geflogen um Teilen der Familie einen Besuch abzustatten. Natürlich war uns nicht verborgen geblieben, dass die Katalanen, ähnlich wie bei uns die Bayern, gerne  ihre Großartigkeit und unerreichte Leistungsfähigkeit betonen. Nun ist jedoch eine Zuspitzung herbeigeführt worden, die dazu führen könnte, dass wir nächstes Jahr ein Visa für die freie “Republik Katalonien”  benötigen mit Geldumtausch und Zollkontrolle verbunden.
Wir hatten jedoch etwas Glück mit unserem Besuch in der katalanischen Hauptstadt. Für unser Vorhaben die “Sagrada Familia” zu besichtigen, hatte Susan uns Karten für den Montag besorgt. Das war auch gut so, denn am Dienstag wurde auch hier gestreikt. Nur einige wenig Demonstranten blockierten am Ausgang der Kathedrale Montags kurzzeitig die “Hop on Hop off Busse”. Bis auf den Schmuck der Häuser mit der katalanischen Flagge, die wir aber auch in den zurückliegenden Jahren häufig sahen, war die Stadt friedlich und entspannt wie immer.

Wir erlebten noch in Torredembarra, einer 15-tausend Einwohner zählenden Stadt, eine kleinere aber sehr lautstarke Demonstration am Streiktag vor dem dortigen Rathaus.

Da wir, wie schon erwähnt, recht häufig in dieser Region unterwegs waren, dienten wir Freunden, die in Altafulla ein kleines Strandhaus gemietet hatten, gleichzeitig als Reiseguide. Ich hoffe, der Eine oder Andere wird auch künftig Katalonien besuchen, hier noch einige interessante Ausflugsziele:
Etwa 30 km von Tarragona entfernt, liegt in bizarrer Berglandschaft, das 36 Seelenörtchen Siurana.
Eine schmale Straße schlängelt sich vorbei am Stausee Panta de Siurana zum Ort auf 737 m Höhe. Ihr habt eine tolle Aussicht und werdet auch landestypisch bewirtet. Vergesst nicht die romanische Kirche Santa Maria zu besuchen.

Stausee Panta de Siurana

Kirche Santa Maria
Mehr zufällig und deshalb zum ersten Mal, besuchten wir das Kloster “Santes Creus”( in voller Länge:„Königliches Kloster der Heiligen Maria von den Heiligen Kreuzen“). Eigentlich wollten wir zum schon besuchten Kloster “Santa Maria de Poblet”. Da weder wir noch unsere Freunde diese wunderschöne Klosteranlage aus dem 12. Jahrhundert  kannten, war der Irrtum kein Verlust. Beide Klöster gehören zur “Ruta del Cister” zu der auch das Kloster  Vallbona gehört.

Kloster “Santes Creus”
Wer lieber etwas kulturloser in der Sonne liegen mag, dem sei Sitges empfohlen. Es ist ein beliebter Badeort mit breitem Sandstrand, einer hübschen Altstadt mit zahlreichen Boutiquen und Kneipen. Hier kann man sein Geld ausgeben und gut essen, was wir auch taten.
Dann träumt mal vom nächsten Urlaub in der spanischen Provinz Katalonien.

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