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Herbstzeit ist nicht nur Kürbiszeit


Laut Kalender haben wir nun nach einem langen, heißen und trockenem Sommer Herbst! Die Temperaturen ließen das bisher noch nicht vermuten, aber immerhin, einige spärliche Niederschläge gab es bereits.
Nun hoffen wir auf Nebelschwaden, bunte Wälder, Wind, der die letzten verbliebenen Blätter von den Bäumen reißt, Spinnennetze, in denen der Morgentau hängt und von Raureif überzogenen Wiesen.
Herbst ist für uns aber auch immer Zeit der kulturellen Erbauung.
Dies begann in den letzten Jahren meist mit der Kürbisaustellung auf der EGA. So nutzten wir das angenehme Wetter auch letzte Woche, um zu sehen welche Kunstwerke nicht nur zu Halloween aus Kürbissen entstehen können.
Der Kürbis ist aber auch ein genialer Grundstoff für eine leckere Kürbissuppe. Das hatte ich bereits vergangenes Jahr ausführlich beschrieben: Halloweensuppe.

Ich erwähnte es schon, Herbstzeit ist auch der Besuch aller möglichen kulturellen Veranstaltungen. So machten wir uns gemeinsam mit Evi und Randolf auf den Weg zur Ruine der Barfüßerkirche.
Die Barfüßerkirche gehörte bis zu ihrer Zerstörung durch einen Bombenangriff im Jahre 1944 zu den bedeutendsten Kirchenbauten Erfurts und zu den schönsten Bettelordenskirchen Deutschlands.  Seit einigen Jahren wird das zerstörte Langschiff im Sommer für Theateraufführungen genutzt.
Es gibt aber noch einen kleineren unversehrt gebliebenen Raum, die Annenkapelle. Heidi und ich hatten sie vor einiger Zeit rein zufällig entdeckt. Dadurch, dass sie auch für Veranstaltungen genutzt wird, konnten wir sie durch den Erwerb der Eintrittskarten für: „Erfurt in Licht und Schatten„, von innen studieren.
Wir erlebten eine unterhaltsame Zeitreise, die mit beeindruckenden Schattentheaterszenen 1200 Jahre Erfurter Geschichte humorvoll beleuchtete.

Damit aber noch nicht genug der kulturellen Aktivitäten. Vergangenen Sonntag waren wir im Rahmen der „JAZZMEILE THÜRINGEN“ mit guten Freunden im Waldhaus, einem im Jahre 1888 erbauten Ausflugsrestaurant, verabredet.
Hier erlebten wir Boogieman’s Friend. Wenn ihr wollt hört mal rein:

Nach einem guten Bier aus der hauseigenen Brauerei und einer Pizza, die ich mit Heidi teilte, begaben wir uns in Richtung Bismarckturm. Hier hörten wir noch eine Weile dem Peter Glessing Dixie Trio zu.
Als wir dann in unserem Garten zum Kaffee saßen, hatten wir etwa 10 km Fußweg absolviert. Hätten wir alle drei Spielorte aufgesucht ( Espach-Café ) wären wir auf weitere 5 km gekommen. Im Wandern zu den einzelnen Spielorten besteht der eigentliche Sinn der Veranstaltung (11. Erfurter Jazzwanderung). Also nicht nur berieseln lassen, selbst aktiv sein!

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HSK


Heidi und ich weilten einige Tage in einer Gegend, in der 90% der Autokennzeichen mit den Buchstaben „HSK“ begannen. Das steht für Hochsauerlandkreis. Dieser wird von der Ruhr und Lenne durchflossen, die beide bei Winterberg entspringen. Die restlichen 10% der Nummernschilder sind gelb und den zahlreichen Holländern zuzurechnen.
In Winterberg hatten wir Quartier bezogen. Von hier kann man das Rothaargebirge über gut ausgeschilderte Wanderwege erkunden.
Da wir lange Strecken meist mit der Bahn bewältigen, ist eine gute Anbindung an das öffentlich Verkehrsnetz uns besonders wichtig.
Winterbergs Bahnhof wurde 2018 übrigens zum „Bahnhof des Jahres“ gekürt. Leider ist er in diesem Jahr nur wenig genutzt, da wegen Bauarbeiten die Fahrgäste von Olsberg den Bus benutzen müssen. Der Vorteil für uns, der Bus endete nicht am Bahnhof und wir erreichten unser Hotel auf kurzem Weg, da wir bis Ortsmitte fahren konnten..
Das „AVITAL Resort“ ist ein ordentliches Hotel mit Hallenbad und Wellnessbereich, jedoch vier Sterne ist einer zu viel.
Wir hatten drei Wandertage eingeplant und hofften auf besseres Wetter als von den Metherologen vorhergesagt.
Die erste Tour von Winterberg zum „Kahlen Asten“ bescherte uns einen sonnigen Wandertag bei angenehmen Temperaturen. Mit 843,2 m ist er der dritthöchste Berg in dieser Region. Mit knapp 200 Höhenmetern und etwa 15Km hielten sich die Anstrengungen in Grenzen.
Unterwegs gab es Unmengen von Heidelbeeren. Ich glaube, die meisten Menschen sind der Auffassung sie könnten giftig sein. Außer uns bediente sich niemand der köstlichen Früchte.

Unsere zweite Tour führte uns durch den Schluchtenweg, entlang des Flüsschens Helle, vorbei an einer alten Wassermühle, dem Bodensee (habe mich nicht vertan, heißt wirklich so), der Wüstung Wernsdorf nach Elkeringshausen.
Wir hatten wieder eine Wegstrecke von etwa 15km zu absolvieren, nur waren die Steigungen diesmal auf dem Heimweg zu bewältigen.

Dieses Fachwerkhaus fanden wir in Elkeringshausen. Es ist eines der wenigen, wo die ursprüngliche Fassade und das Fachwerk nur gering verändert wurde. Wir hoffen das die gegenwärtige Sanierung denkmalgerecht erfolgt.

Am Sonntag lenkten wir, schließlich befanden wir uns im Ruhrgebiet, unsere Schritte in Richtung Ruhrquelle. Das Wetter hatte sich eingetrübt und hin und wieder fiel leichter Nieselregen. Das war aber kein Problem. Die Strecke betrug diesmal ja nur 10km und hatte kaum Steigungen.
Würde eurer Wasserhahn so sprudeln wie die Ruhrquelle, wäre das ein Fall für den Klempner.
Von der Ruhrquelle wanderten wir in Richtung des gleichnamigen Skigebietes und folgten nach einer kurzen Rast der alten Königsstraße nach Winterberg.

Habt ihr euch nach einem größeren oder kleinerem Ausflug frisch gemacht, solltet ihr unbedingt das Kaffeehaus Winterberg aufsuchen! Es handelt sich um ein 200 Jahre altes Gebäude mit gemütlichem Ambiente und worauf es letztlich ankommt: Tolle Kuchen und Torten!

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Pilgerwege


Seit dem Hape Kerkelings beschwerlicher Weg nach Santiago de Compostela in Buchform erschien und die ganze Geschichte auch noch verfilmt wurde, sollen vor allem deutschsprachige Touristen den Jacobsweg regelrecht okkupiert haben. Da wir das vermutet hatten, haben wir, da wir solchen Hypes ungern folgen erst einmal Abstand genommen.
Ich folge ja den einem oder anderem Blog und las kürzlich eine reich bebilderte und nett beschriebene Route von Emily Star, die sich dem Ziel Santiago de Compostela von Porto aus näherte.
Mal sehen, vielleicht denken wir noch mal neu darüber nach?

Pilgern hat ja heute nicht mehr die Bedeutung wie im Mittelalter. Zwar wird es auch noch häufig aus religiösen Motiven unternommen. Viele sehen darin aber auch einfach nur die Möglichkeit, dem hektischen Alltag zu entfliehen und auf Schusters Rappen Natur und Landschaft zu genießen.  Das ist auch Heidis und meine Motivation. So haben wir im laufe der Zeit eine Art Ritual entwickelt.
Sonntagsmorgen sitzt Heidi vor dem Sekretär und hat das unterste Schubfach herausgezogen. So hat sie auf dem Teppich sitzend, einige Wanderarten, der meist näheren Umgebung um sich herum verteilt. Sie sucht nun akribisch nach Denkmalen und Steinkreuzen. Aber auch Türme, Wind- und Wassermühlen wie Wallanlagen sind von Interesse.
Neulich hatte sie zum Beispiel ein Steinkreuz zwischen Paulinzella und Singen entdeckt (Landkreis Saalfeld-Rudolstadt).
Wir parkten unser Auto in Paulinzella. Hier kannten wir uns gut aus, da wir häufig die Ruine der mächtigen Klosteranlage besuchen, die zu den bedeutendsten romanischen Bauwerken in Deutschland gehört.
Am Parkplatz ist mit Hilfe eines Automaten ein kleiner Obolus zu entrichten. Ausgerüstet mit einer schon etwas betagten Wanderkarte kamen wir, dank Heidis außergewöhnlichen topographischen Kenntnisse, bald auf den rechten Weg. Das ist schließlich ganz im Sinne des klassischen Pilgerns – den rechten Weg zu finden. 😉
Oft sind solche Wege gut ausgeschildert, jedoch haben wir trotz umfangreicher Wegweiser manchmal den entscheidenden Abzweig verpasst, weil an dieser Stelle der örtliche Heimatverein einen entscheidenden Hinweis unterlies.
Das war auch bei der Suche des „Nonnenkreuzes“ der Fall. Aber wie schon gesagt, ich war ja nicht allein!
Das schöne an unseren Steinkreuz-Pilgertouren sind besonders die spannenden wie rührenden Geschichten, welche meist dazu zu finden sind. Damit lassen sich sogar Smartphon affine Kinder erfolgreich ködern.

Nicht immer ist, wie in diesem Falle, die Geschichte an einer Tafel vor Ort nachzulesen. Dann braucht man den etwas zweifelhaften Freund „Google“.
Wir lieben diese Geschichten, die meist auf mündlichen Überlieferungen beruhen. Sie lassen eine Welt erahnen, die lange zurück liegt und uns doch etwas zu sagen hat. Es ist ein Unterschied ob wir irgendwo dazu etwas lesen oder hören oder ob wir uns auf den Weg begeben um dem Geschehenen nahe zu sein.
Wir sehen darin auch so eine Art Pilgerweg. Versucht es mal. Es gibt allein in Deutschland 6604 dokumentierte derartige Denkmale. Falls ihr keine Karten eurer Umgebung habt, schaut mal auf dieser Seite: http://www.suehnekreuz.de/
Viel Spaß und neue Erkenntnisse beim Pilgern. 😉

Solltet ihr rein zufällig in dieser Gegend weilen, eine kurze Wegbeschreibung:

Nonnenkreuz oder Frauenkreuz

Folgt mir noch in die Ruine des ehemaligen Benediktiner Klosters, in welches die Nonne Roswitha nicht zurück fand.

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Gleich um die Ecke das Bauhaus


Grundsätzliches

Wir hatten uns vorgenommen das neue Bauhausmuseum, welches zum Jubiläum 100 Jahre Bauhaus in Weimar, als Neubau eröffnet wurde, zu besuchen.
Den ersten Ansturm warteten wir aber erst einmal ab. Außerdem gab es im hiesigen Angermuseum eine Ausstellung „Bauhausmädels“ , welche wir sehr ansprechend fanden. Lange waren die Schülerinnen der legendären Bauhaus-Designschule vergessen.  Eine Würdigung war längst überfällig.
Nun lenkten wir aber am Donnerstag unser Auto in Richtung Weimar. Das Museum war immerhin in letzter Minute fertiggestellt, was ja für deutsche Bauleistungen nicht unbedingt selbstverständlich ist.
Solltet ihr das Auto benutzen, „Greta“ würde euch dringend zur Bahn raten, was natürlich ebenfalls möglich ist. Ihr könnt im Weimarer „Atrium“ parken. Das ist eines der zahllosen Einkaufszentren, von dem ihr nur wenige Minuten zum Bauhausmuseum benötigt.
Habt ihr das geschafft, steht ihr vor dem grauen Betonkubus, den ich hier als erstes Bild zeige.
Ich hatte ja einige Beiträge von Besuchern auf Google Maps gelesen und war mit einer gewissen Skepsis aufgebrochen. Lest selber! Es gibt derzeit 622 Berichte und eine Note von 3,8. Wenn ihr das Museum besucht, werdet ihr schnell feststellen, dass es schon immer eine Polarisierung gegeben hat. Über Geschmack lässt sich nun bekanntlich nicht streiten. Also lasse ich es auch.
Ungeachtet dessen würde ich aber einen Besuch empfehlen. Ihr bekommt nicht nur für schlappe 11,00 € Eintritt in das Bauhausmuseum, sondern auch in das “ Neue Museums Weimar“ und in das „Haus am Horn„. Dazu erhaltet ihr die „Bauhauscard„. Diese hat eine Gültigkeit von zwei Tagen. Wir haben übrigens die Karten online erworben. Da besteht die Möglichkeit eine entsprechende Uhrzeit zu buchen. Dadurch erspart man mögliche Wartezeiten.
Das „Neue Museum“ dient der Präsentation zeitgenössischer Kunst, mit derzeit einer Ausstellung „Van de Velde, Nietzsche und die Moderne um 1900“.
Das „Haus Am Horn“ ist die einzige Architektur, die das Bauhaus in Weimar realisiert hat.
Hierhin könnt ihr mit dem Auto fahren oder mit der Buslinie 1, die unmittelbar am Atrium erreichbar ist. Natürlich kann man auch in Richtung Schloss durch den Ilmpark, am Fluss entlang in Richtung Belvedere, zu Fuß gehen. Links oberhalb des Bienenmuseums findet ihr dann nach etwa einer Stunde „Das Haus am Horn“.
Bauhaus ist aber nicht nur Weimar. Hier einige Stationen, welche vielleicht in eurer Nähe zu finden sind: BAUHAUS ARCHITEKTUR 24 STATIONEN.

Falls euch das Bauhaus egal ist, das Cafe Frauentor solltet ihr auf jeden Fall besuchen!

Cafe Frauentor mit dem leckersten Kuchen der Stadt!

Neubau des Bauhausmuseums

Haus am Horn