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Fragen


Nun ist der erste Urlaub für 2016 gebucht. Wir wollen jetzt endlich nach Athen fliegen. Schon mehrfach wurde die Reise verschoben. Das wird im eigentlichen Sinne kein Urlaub sein, sondern eher eine Studienreise. Es ist so ziemlich die letzte europäische Hauptstadt, die wir noch nicht bereisten.
Das heißt, durch die zu tiefst demokratischen Umgestaltungsprozesse seit 1991 im ehemaligen Jugoslawien,  haben wir noch einige unerledigte Hauptstädte des Balkans auf unserer Agenda.
Athen genießt aber absolute Priorität!
Da seit Wochen in jeder Talkshow und den Leitmedien unsere “Werte” als unveräußerlich und absolut verteidigungswürdig im Focus stehen, wollen wir der Frage nachgehen: “Welches sind denn nun eigentlich diese viel beschworen Werte?”
Was liegt also näher als eine Reise nach Griechenland. Hier ist das Mutterland der Demokratie. Hier wirkten Plato und Aristoteles, zu einer Zeit, als in Europa das dunkle Mittelalter noch nicht einmal begonnen hatte. Wo soll sich sonst die Frage nach wenigstens einem der beschworen westlichen Werte, dem der Demokratie, erklären lassen.
Es gibt Menschen, die werden durch weitaus mehr Fragen geplagt als Heidi und ich.
So postete Jahn Böhmermann, in Folge der Ereignisse von Paris, ganze 100 Fragen. Ihm wurde es leicht gemacht. Umgehend beantwortete ein Herr Rosenfelder alle 100 Fragen!
Jener Herr hatte gar nicht bemerkt, dass nicht zwingend jede Frage eine Antwort erfordert, dass die Frage schon die Antwort ist!
Ich erinnerte mich an einen Aufsatz zu Schulzeiten, der wie folgt bewertet war: Thema verfehlt, mangelhaft. Ich fand das damals sehr peinlich.
Eine Frage nicht erschöpfend zu beantworten passiert, aber sie nicht einmal zu verstehen?
Herr Rosenfelder ist übrigens bei der “Welt” vom Axel-Springer-Verlag beschäftigt. Ihr habt es schon geahnt? Der Vollständigkeit halber sei es trotzdem erwähnt.
Der Post auf Facebook ist momentan nicht erreichbar. Versucht es bei Interesse hier: 100 Fragen von J.B.
Für alle, die Jan Böhmermann nicht kennen sollten, er stellt sich im nachstehenden Video vor.

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Veröffentlicht in Gesellschaft, Literatur, Politik

Die Schock-Strategie


Eigentlich sind ja Familie und Freunde angewiesen keine Geburtstags- und Weihnachtsgeschenke für mich zu erstehen. Gegen ein Buch oder eine Flasche Wein wie auch italienischen  Espresso-Kaffee ist aber nichts einzuwenden. So erhielt ich zu Heiligabend obiges Buch von der kanadischen Journalistin Naomi Klein. Es umfasst übrigens 768 Seiten (100 Seiten dürften allerdings Quellennachweise sein).
Dieses Pensum habe ich nun hinter mir! Ich bin auch froh es geschafft zu haben. Denn, nun im Garten, wo ich auch gerne lese, hätte ich gerne etwas amüsantes, etwas entspannendes. Aber da liegt ja noch der “Darm mit Charme” im Regal, den ich schon mehrfach zurückgestellt hatte.
Ja, das sollte das nächste Buch sein! Denn “Die Schock-Strategie” ist nicht unbedingt gut für den Verdauungstrakt. Mir ist sie schon ab und an auf den Magen geschlagen.
Ich hätte ja bei dem Präsent schon etwas ahnen können. Habe ich es doch von Alex bekommen und der hat griechische WurzelnZwinkerndes Smiley !
Nein, nein ich möchte nicht durch gängige Vorurteile dieses Buch diskreditieren, ganz im Gegenteil! Es ist ein sehr lesenswertes Buch. Wer sich ein wenig für gesellschaftliche und ökonomische Fragen interessiert, wird auch das Ende auf Seite  768 erreichen. Das Buch ist ein Abriss der Wirtschaftsexperimente der letzten 50 Jahre. Ich habe diese Ereignisse ob in Chile, Argentinien, Indonesien oder in den osteuropäischen Staaten alle noch recht genau im Gedächtnis. Das alle diese Experimente auf einen Mann, nämlich Milton Friedman und seiner “Chicagoer Schule” basierten, war mir jedoch nicht bekannt.
Nach diesen Prinzipien sind Weltbank und IWF bis heute ausgerichtet. Wer sich die Mühe mit dem Buch macht, wird sicher die Situation in Griechenland ganz neu betrachten.
Der “Shades of Gray” Leser  befand sich natürlich in einer opulenten Mainstream Gesellschaft. Allein bei Amazon gibt es zu diesem Werk 2560 Rezensionen. Naomi Klein schafft es mit ihrem wesentlich fesselnderem Werk auf nur 21 Rezensionen. Also dann mal Mut zur Randgruppe.

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Wir sind systemrelevant!


Erfurt RadisonSAS (14)
Kaufmannskirche, Radisson BLU
Vergangenen Donnerstag folgten wir der Einladung unserer Bank ins hiesige “Radisson BLU”. Zur Erbauung gab es Sekt und leckere Canapes. Das war ein absolutes Novum. Noch nie hatten wir von einer der Banken oder Sparkassen, die unsere mühsam erarbeiteten Einlagen verwalten, eine derartige Einladung bekommen.
Ganz richtig ist das  nun auch nicht. Ich habe schon zu meiner Geburt einen denkwürdigen Gutschein erhalten, den ich eigentlich nun mal einlösen müsste.
SP-Pößneck01
Zurück ins Radisson BLU. Im 17. Stock des Hauses fand unsere Informationsveranstaltung statt. Passend zum Thema, hatte Mario Draghi wenige Stunden vorher den massenhaften Ankauf von Staatsanleihen  verkündet. Und die Konsequenzen wurden uns von kompetenter Seite nun erläutert. Fazit war letztlich, wer sein Geld auf Spar- oder Festgeldkonto lässt, muss in 10 Jahren mit einem Kaufkraftverlust von 30% rechnen!
Aber, so wurde uns versichert, es gibt eine Lösung!
Auch wenn die meisten von uns den Namen der Bank falsch aussprechen, (bei “Santander” wird nicht die Betonung auf das “a” in der ersten Silbe gelegt, sondern auf das “e” in der zweiten) für weitere gute Geschäfte ist das nicht hinderlich.
Die Lösung ist dann ganz einfach: Aktien und Fonds statt Festgeld oder Lebensversicherung. Damit wird die Bankenrettung für uns nicht ganz so schmerzhaft und mit etwas Glück winkt ein kleiner Gewinn. Mit etwas Pech…… Na das lassen wir mal weg.
Und da es sich bei unserer Bank um die zweitgrößte in Europa handelt, ist sie natürlich systemrelevant und wir als
Kunden damit selbstverständlich auch.
Ich für meinen Teil bin ja schon zufrieden, wenn mich meine Familie als systemrelevant erachtet.Bin gleich zurück

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Post vom Pressesprecher!!!


WahlTH2014
Ich schrieb ja schon, dass wir in unmittelbarer Nähe zur Macht unsere Wohnung haben. Da genießt man zwangsläufig auch eine bevorzugte Behandlung. So erhielten wir vor einigen Tagen Post vom Pressesprecher des Thüringer Landtages. Darin wurden wir höflich in Kenntnis gesetzt, dass zahlreiche Fernsehsender und Radiostationen über die stattfindenden Wahlen berichten möchten und deshalb Verkehrseinschränkungen und Straßensperrungen unumgänglich seien.
Am Montag ging es dann auch los. Fahrzeug um Fahrzeug rollte an. Es wurden Stromaggregate aufgebaut, Kabel verlegt und Übertragungswagen in Stellung gebracht.
Im, am Landtag angrenzenden kleinen Park, beseitigten mit Gasbrennern ausgerüstete Arbeiter sogar den Wildwuchs von Gras und Unkraut an  den Rändern der Kieswege.
Sonnabendmorgen dröhnten dann ab 06:30 Uhr die Motorkettensägen einer Baumpflegekolonne.
Nun gleicht der Landtag einer belagerten Festung mit hervorragender Landschaftspflege. Medial werden wir am Sonntag den Eindruck vermittelt bekommen, epochalen Geschehnissen beizuwohnen.
Am Montag ist der Tross von Journalisten verschwunden. Den Rest erledigen dann die Roadies in der kommenden Woche.
So kehrt wieder unsere geliebte provinzielle Ruhe ein. Es wird wieder das eine oder andere Skandälchen geben, welches von Journalisten dann zum Skandal hochstilisiert wird.
Der Polizeibericht meldet eine 78 jährige Dame, die beim Ausparken drei Fahrzeuge demolierte und die Laubeneinbrüche sind bisher noch ungeklärt. Ein Auto steht im Gleisbett der Straßenbahn. Dadurch erreicht der Eine seinen Zug nicht und ein Anderer kommt zu spät zur Arbeit.
Allen eine schöne Woche frei von allen Unbilden des täglichen Wahnsinns.
Ach so, wer regiert den nun den so bedeutsamen Freistaat?
Schaut doch einfach mal in der Rubrik was sonst noch passierte nach oder Videotext sollte auch gehen!
KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERA
KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERA

 

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Endlich


Nun sind sie endlich vorüber die ständigen Wahlsonderberichte in den Medien. Neulich verpasste ich deshalb sogar die erste Halbzeit vom Champions Leaguespiel Dortmund gegen Neapel. Was war das doch für ein Spiel!
Die Pflaumen hängen übrigens auch noch am Baum. Das wird nun heute erledigt. Denn, die Abnehmer unseres hausgemachten Pflaumenmus sollen ja auf ihre Kosten kommen.
Knapp, wird es sicher auch mit der Entfernung der unzähligen Wahlplakate von den Masten der Straßenbeleuchtung. Schließlich muss die Illumination für Weihnachten angebracht werden. Seit Wochen wird schon diverses Weihnachtsgebäck angeboten.
Eins, zwei, drei im Sauseschritt es läuft die Zeit, wir laufen mit.
Wilhelm Busch
Heidi und ich hielten in den letzten Tagen mal Ausschau nach essbaren Pilzen. Es sieht schlecht aus! Selbst giftige und ungenießbare konnten wir nicht finden. Wir hoffen mal noch auf den Oktober.
Allen eine stressfrei neue Woche. Ihr verpasst nichts, lasst euch Zeit.Zwinkerndes Smiley