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"Der Leser ist schlauer, als viele denken"


Seit etwa drei Jahren lese ich nur noch gelegentlich eine Zeitung. Also ich lese sie schon aber nicht in dem vertrauten Papierformat.
Ich sitze, nach dem ich ein iPad geschenkt bekam, mit selbigen täglich am angestammten Platz und lese die Inhalte, die auch letztlich in der Printausgabe zu finden sind. Nur Sonnabends bringt Heidi manchmal vom Bäcker die hiesige Tageszeitung mit. Sie findet es ausgesprochen blöd, wenn ich mit meiner technischen Errungenschaft die News durchforste und sie sich mit dem Sudokubuch ersatzweise beschäftigt. Das zerlegen der Tageszeitung in den Sportteil, Lokalberichte, Feuilleton, Todesanzeigen sorgte immer für eine gerechte Aufteilung und eine Stunde entspannter Unterhaltung, das beschränkt sich heute maximal auf die Sonnabende.
Also, für eine Tageszeitung berappten wir ja im Jahr so an die 300,00€. Ein halbwegs vernünftiges Tablet bekomme ich für den gleichen Preis. Da ist es doch durchaus vernünftig sein Abonnement zu kündigen, was wir auch taten.
Nun wird uns “Billiglesern” aber verstärkt in die Parade gefahren. Etwa 100 Blätter haben, durch verschiedene Bezahlmodelle, starke Geschütze gegen meine Klientel aufgefahren. So haben die hiesigen Lokalzeitungen nach Vorbild von “BILD”, (TA+) “Thüringer Allgemeine” oder (TLZ+) “Thüringer Landeszeitung”  eingeführt. Das hat mich nur bedingt verärgert, ist es doch ihr gutes Recht.
Ob es aber klug ist, wird sich noch zeigen. Die Schlagzeile müssen sie ja mindestens anbieten und damit ist in vielen Fällen meine Neugier schon befriedigt.
Ganz ohne eigene finanzielle Aufwendungen aber, kann man bei Bahn und Lufthansa, mit etwas Glück auch in entspannter Atmosphäre, ein Blick in unsere Qualitätsmedien werfen. Auf diese Weise kam ich neulich beim Check-in in den Besitz des “Handelsblattes”.
Dort gab es einen Artikel, dessen Überschrift ich mir für meinen heutigen Beitrag mal geliehen habe, einen Bericht über das Düsseldorfer Terrassengespräch mit den Journalisten/in Miriam Meckel, Giovanni di Lorenzo, Sven Afhüppe.
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Falls ich eure Neugier geweckt habe, hier würdet ihr landen. Dann könnt ihr ja überlegen, ob es die Sache wert ist.
Irgend wie hatte ich beim Lesen den Eindruck, man redete über eine zerrüttete Beziehung. So richtig wurde kein Gedanke zu Ende geführt. Mit der Digitalisierung hatte man sich wohl abgefunden. Jedoch fühlte sich die “Lügenpresse” falsch verstanden und der “Wutbürger” zeige zu wenig Kompromissbereitschaft.
Allein die Frage: Ist die “Bild” guter Journalismus? wurde so beantwortet, dass hier dringend ein Paartherapeut bemüht werden sollte.
PS: Übrigens kann ich die Todesanzeigen meiner Lokalzeitung nach 7 Tagen kostenlos lesen! Zur Trauerfeier schaffe ich es dann zwar nicht aber ein Sträußchen am Grab ist drin.

Entwicklung der verkauften Auflage der Tageszeitungen in Deutschland in ausgewählten Jahren von 1991 bis 2015

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Frau M. ist tot!


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Es ist etwa zwanzig Jahre her, da begegnete Heidi und mir bei einem Stadtbummel ein Dame, die ein Fahrrad schob, an welchem ein Korb in dem sich einige Rosen befanden, befestigt war. Ihre Kleidung war etwas skurril, folkloristisch, jedenfalls trifft man Menschen in ähnlichem Outfit eher an Rosenmontagen als an gewöhnlichen Werktagen.
Heidi stupste mich an und sagte: “Sieh mal die Frau mit dem Rad und den Blumen war mal meine Klassenlehrerin”.
Da waren wir auch schon auf gleicher Höhe und Heidi wurde sofort als ehemalige Schülerin erkannt. Nach einem kurzen, freundlichem Gespräch setzten wir unsere Wege fort.
Ich erfuhr dann, dass Heidis ehemalige Lehrerin zwei Töchter hat und nach der Lehrertätigkeit  ihr Geld als Fotografin verdiente. Jedenfalls begegnete ihr Heidi bei dieser Tätigkeit, als Andreas im Kindergarten war.
Hier in der Stadt wurde sie bekannt, wie wir sie vor zwanzig Jahren trafen und da die meisten nicht wussten wer sie war und wie sie hieß entstand der Name “Rosen-Rosi”.
Denn mit ihren Rosen zog sie durch die Innenstadtkneipen und Lokale, verdiente so den einen oder anderen Euro als Zubrot. Bei manchem Gast erzeugte sie ein Lächeln durch ihre Geschichten und Lieder. Es gab aber auch die, welche lieber die Straßenseite wechselten als sich in ein Gespräch verwickeln zu lassen.
Vor einigen Tagen ist sie nun verstorben. Es sind in der Vergangenheit auch andere Originale der Stadt zu Grabe getragen worden, aber eine derartige Anteilnahme habe ich noch nicht erlebt.
Schweigeminute bei einer Demonstration vor dem Rathaus, der Bürgermeister soll sich respektvoll geäußert haben und Blumen und Kerzen auf den Domstufen. Es gibt sogar eine Onlinepetition zur Errichtung eines Denkmals für Rosen-Rosi.
Hätte sie so etwas selbst gewollt? Würde es ihr nicht besser gerecht, wir schauten etwas genauer auf die uns umgebenden Menschen mit ihren Sorgen und Nöten? Hat sie nicht mit ihrem Rosenverkauf, ihren Liedchen und Geschichten nur einen Weg aus der Einsamkeit gesucht? Wie ist sie zu dieser Eliza Doolittle mit umgekehrten Vorzeichen geworden?

 

 

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Post vom Pressesprecher!!!


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Ich schrieb ja schon, dass wir in unmittelbarer Nähe zur Macht unsere Wohnung haben. Da genießt man zwangsläufig auch eine bevorzugte Behandlung. So erhielten wir vor einigen Tagen Post vom Pressesprecher des Thüringer Landtages. Darin wurden wir höflich in Kenntnis gesetzt, dass zahlreiche Fernsehsender und Radiostationen über die stattfindenden Wahlen berichten möchten und deshalb Verkehrseinschränkungen und Straßensperrungen unumgänglich seien.
Am Montag ging es dann auch los. Fahrzeug um Fahrzeug rollte an. Es wurden Stromaggregate aufgebaut, Kabel verlegt und Übertragungswagen in Stellung gebracht.
Im, am Landtag angrenzenden kleinen Park, beseitigten mit Gasbrennern ausgerüstete Arbeiter sogar den Wildwuchs von Gras und Unkraut an  den Rändern der Kieswege.
Sonnabendmorgen dröhnten dann ab 06:30 Uhr die Motorkettensägen einer Baumpflegekolonne.
Nun gleicht der Landtag einer belagerten Festung mit hervorragender Landschaftspflege. Medial werden wir am Sonntag den Eindruck vermittelt bekommen, epochalen Geschehnissen beizuwohnen.
Am Montag ist der Tross von Journalisten verschwunden. Den Rest erledigen dann die Roadies in der kommenden Woche.
So kehrt wieder unsere geliebte provinzielle Ruhe ein. Es wird wieder das eine oder andere Skandälchen geben, welches von Journalisten dann zum Skandal hochstilisiert wird.
Der Polizeibericht meldet eine 78 jährige Dame, die beim Ausparken drei Fahrzeuge demolierte und die Laubeneinbrüche sind bisher noch ungeklärt. Ein Auto steht im Gleisbett der Straßenbahn. Dadurch erreicht der Eine seinen Zug nicht und ein Anderer kommt zu spät zur Arbeit.
Allen eine schöne Woche frei von allen Unbilden des täglichen Wahnsinns.
Ach so, wer regiert den nun den so bedeutsamen Freistaat?
Schaut doch einfach mal in der Rubrik was sonst noch passierte nach oder Videotext sollte auch gehen!
KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERA
KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERA

 

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Heute habe ich keine Idee!


Nun sind schon wieder zwei Wochen ins Land gegangen. Zeit mal einen Beitrag im Blog zu verfassen. Eigentlich habe ich aber gar keine so rechte Idee. Ich kann mich noch an Klassenarbeiten erinnern, wo es mir ähnlich erging. Frage 1. und 2. der Biologiearbeit waren gerade noch so zu beantworten aber bei 3., 4. und 5. musste ich passen. Konsequenterweise schrieb ich dann auch nicht irgendwelches wirre Zeug. Anders machten es meist die Mädchen. Die fanden immer einige Sätze auch wenn sie nicht im Entferntesten der Beantwortung der gestellten Fragen dienten. Meist wurde durch die Lehrer der gute Wille mit einem Hilfspunkt honoriert. Dadurch erhielten sie (die Mädel) noch eine Note „3“ wo bei mir eine „4“das Maß der Dinge war.
So ähnlich habe ich es auch bei dem Thema Brüderle wahrgenommen. Während die Mädchen, wie beispielsweise Frau Schwarzer und Frau Roth ganze Worttiraden dazu an das staunende Publikum sendeten, habe ich dazu nichts zu sagen. Der „Focus“ titelte: „Gleich 33 Gäste diskutieren in sechs Talkshows über die Sexismus-Debatte“.
Jetzt geht es munter weiter mit dem Thema Frau Dr. Schawan, und das „Peerblog“ könnte auch noch eine Weile für Erheiterung sorgen.
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Dabei gibt es durchaus Themen mit Diskussionsbedarf. Herr Thomas de Maizière hält bewaffnete Dronen für die Bundeswehr für unverzichtbar. Dazu gab es im deutschen Fernsehen meines Wissens keine Talkshow. Immerhin haben einige Zeitungen dieses Thema kritisch begleitet. So der „Spiegel“ mit dem Beitrag: „Nato-Projekt:Bundestag lässt Drohnen-Etat durchfallen“
Nun habe ich trotz Ideenlosigkeit doch noch einigen Text zusammen fabuliert.
Für alle die es mögen, drei tolle Tage. Helau!Nur ein Scherz

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Komplexität


Nun wollen wir am Sonnabend die ersten Äpfel ernten. Die lagern wir dann immer im Keller unseres Gartenhauses ein. Bisher war das kein Problem. Die Regale werden mit Zeitungspapier ausgelegt und darauf kommen dann die Äpfel. In diesem Jahr stehen wir nun aber vor einer nicht erwarteten Schwierigkeit! Wir haben nämlich unser Zeitungsabonnement gekündigt.
Erstens, überlegten wir: können wir so fast 300,00€ im Jahr sparen. Nach anderthalb Jahren ergibt das locker ein „iPad“.
Zum Zweiten, riss uns der heutige Einheitsjournalismus auch nicht vom Hocker. Es muss ja nicht gleich eine „Spiegel-Affäre
her, aber dass es völlig wurscht ist, welches Presseerzeugnis man erwirbt…..!
Jedenfalls hatten wir die Komplexität unseres Handelns nicht bedacht.
Ja, man muss nun nicht bei jedem Sauwetter die völlig durchnässte Zeitung aus dem Briefkasten bergen, aber sie fehlt doch nun an allen Ecken und Enden.
Wie eingangs schon erwähnt, ist die Lagerung der Äpfel betroffen. Wenn wir nun hoffentlich bald wieder Pilze sammeln können, mit was stopfen wir dann anschließend unsere im Unterholz aufgeweichten Schuhe aus? Bei Renovierungsarbeiten haben wir mit alten Zeitungen den Fußboden geschützt und die Weihnachtspäckchen wurden mit eben diesen ausgepolstert, damit Heidis Weihnachtsplätzchen nicht pulverisiert den Empfänger erreichten. An einen Wohnungswechsel will ich schon gar nicht denken. Jeder Teller, jede Vase wurde bruchfest in Zeitungspapier verpackt. Kann sich noch einer an das Klopapier in den 50er Jahren erinnern? Na, soweit wird es wohl nicht kommen, trotz Eurokriese.