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Ausflug nach Gramont


„Ah, ca c`est Gramont!“ (Ah, das ist Gramont) soll Napoleon beim Blick auf die Stadt Apolda bei seinem Rückzug von der verloren Schlacht bei Jena Auerstedt 1806 bewunderungsvoll ausgerufen haben.
Die Wahrscheinlichkeit, dass ihr keine Ahnung habt wo dieser Ort zu finden ist, dürfte recht groß sein. Die Stadt bildet ein Städtedreieck mit Weimar und Jena. Sie ist eine typische kleine deutsche Industriestadt, die besonders durch Strick- und Wirkwarenherstellung sowie die über 250 jährige Tradition des Glockengießer-handwerkes, eine gewisse Bedeutung und Bekanntheit erreichte (Die Glocke dicker Pitter im Dom zu Köln wurde 1923 von Glockengießermeister Heinrich Ulrich (1876–1924) in Apolda gegossen).
Davon ist heute nicht mehr viel übrig. So hat auch hier die Bevölkerung seid 1989 um etwa 21% abgenommen.
Der Besuch des Städtchens ist ungeachtet dessen empfehlenswert.
Wir hatten ja eigentlich einen Winterausflug in den Thüringer Wald geplant. Ich hoffte auf eine schöne Winterlandschaft und gutes Essen. Das haben wir nun für dieses Jahr aber ad acta gelegt.
Da es in Apolda einen sehr rührigen Kunstverein gibt, der eine sehenswerte Dürerausstellung auf die Beine gestellt hatte, so war es jedenfalls zu lesen, haben wir unser Absichten in diese Richtung geändert.
Im Kunsthaus erwartete uns eine wirklich sehr beeindruckende Ausstellung von Meisterwerken der Renecance.
Dem außergewöhnlichen Sammlungsbestand der österreichischen Zisterzienserabtei Stift Stams, ist die Präsentation von über 100 Holzschnitten und Kupferstichen zu verdanken. (Schaut mal unter Werke Albrecht Dürer)
Übrigens, 1495 gründete Albrecht Dürer seine eigene Werkstatt in Nürnberg.
Am 7. Juli 1494 hatte er die Ehe mit Agnes Frey, die einer Patrizierfamilie entstammte, geschlossen. Die ausgehandelte Mitgift von 200 Gulden reichte gerade für die Werkstatt.
Diese Tatsache machte mich doch nachdenklich. Ich habe bis heute noch kein vergleichbares Objekt!?
In der Ausstellung wird zudem die „Ehrenpforte“ Kaiser Maximilians I. präsentiert, welche den Stammbaum sowie die Geschichte der Habsburger huldigt (Bild unten).

„Ehrenpforte“ Kaiser Maximilians I. Sie wurde auf 190 einzelnen Holzstöcken gedruckt und anschließend zusammengeklebt.

Der Eintritt war mit 6€ recht moderat. Eine Kombikarte kostet 2€ zusätzlich und ermöglicht den Besuch des sehenswerten Glockenmuseums in dem auch eine Ausstellung zur textilen Industriegeschichte Apoldas präsentiert wird.
Ein Wehrmutstropfen soll nicht unerwähnt bleiben, ich benötige einen neuen Regenschirm. Eine heftige Windböe bescherte meinem Wetterschutz ein jähes Ende.
Das sollte euch nicht entmutigen. Es war ein lohnenswerter Ausflug.