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TRAS LA CRISIS DE TURINGIA


(Nach der Thüringer Krise, AKK schließt Merkelnachfolge aus.) So ein spanischer TV-Sender.

Eigentlich wollte ich zu diesem Thema meinen Senf für mich behalten. Doch nach diesem Aufmacher im spanischen TV sage ich doch ein paar Worte zum zänkischen Bergvolk in der Mitte Deutschlands (die Thüringer), zu denen ich im übrigen auch gehöre.
Wir leben hier in einer absolut ruhigen Wohngegend mit schönen Gründerzeithäusern, gepflegten Vorgärten, Parkanlagen, in denen die in letzter Zeit arg dezimierten Vögel, soweit noch vorhanden, bereits den nahenden Frühling verkünden.
Unsere räumliche Nähe zum Landtag, dieser ist in unser unmittelbares Wohnumfeld eingebettet, bringt neben der vorzüglichen Lage auch weitere Privilegien mit sich. So werden wöchentlich, wenn auch relativ geräuschintensiv, die Bürgersteige gereinigt und die Polizei zeigt eine Präsenz, die in Wohngebieten eigentlich unüblich ist. Es lebt sich hier nicht nur gut sondern auch sicher.
Letzte Woche wurde diese Idylle aber doch erheblich beeinträchtigt. Journalisten über Journalisten, jede Menge im Parkverbot abgestellte Fahrzeuge mit fremden Nummernschildern und in unserem Schlafzimmer konnten wir eine heftig zugeschlagene Tür im Fraktionsraum der CDU, nach einem Telefonat mit Entscheidungsträgern in der Hauptstadt vernehmen (So dicht leben wir nämlich am Geschehen).

Das hätte man als Uneingeweihter vermuten können (Bild oben), doch es ging diesmal nicht um eine solche Kuschelveranstaltung. Das ist ja selbst dem politisch völlig uninteressierten Bürger nicht verborgen geblieben.
Mittlerweile ist nun etwas Ruhe eingekehrt. Die Lichter im Verwaltungsgebäude des Landtages verlöschen wieder zur üblichen Zeit und die Parkordnung wird ebenfalls halbwegs eingehalten. Wie geht es nun weiter?
In einigen Wochen werden wir erneut Wahlen erleben und vermutlich gibt es ein Ergebnis, welches nicht alle zufrieden stellt, doch eine handlungsfähige Regierung beschert.
Falls das nicht eintreten sollte, gibt es weiterhin ratlose Politiker und mit Deutungsversuchen überforderte Journalisten wie Politikwissenschaftler, die in den reichlich ausgestrahlten Talkshows, ihr meist nicht lösungsorientiertes Wissen zum Besten geben.
Das Volk geht unterdessen seiner Arbeit nach, bringt die Kinder über das Wochenende zu den Großeltern, weil am neuen Häuschen noch so viel Arbeit wartet oder man besucht mit Freunden ein Konzert, auf welches man sich schon lange freute.
Anschließend in gemütlicher Runde bei einem Glas Wein zitiert doch dann jemand diesen Satz: Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient. Habt ihr sicher auch schon gehört.
Der stammt übrigens von Joseph Marie de Maistre, französischer Schriftsteller sowie Diplomat, Staats- und Geschichtsphilosoph (1753 – 1821) (von mir gegoogelt).
Ich schlage vor, darüber denken wir nun mal gemeinsam nach! 😉
In diesem Sinne, eine unaufgeregte Woche und etwas Frühling.

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Ausflug nach Gramont


„Ah, ca c`est Gramont!“ (Ah, das ist Gramont) soll Napoleon beim Blick auf die Stadt Apolda bei seinem Rückzug von der verloren Schlacht bei Jena Auerstedt 1806 bewunderungsvoll ausgerufen haben.
Die Wahrscheinlichkeit, dass ihr keine Ahnung habt wo dieser Ort zu finden ist, dürfte recht groß sein. Die Stadt bildet ein Städtedreieck mit Weimar und Jena. Sie ist eine typische kleine deutsche Industriestadt, die besonders durch Strick- und Wirkwarenherstellung sowie die über 250 jährige Tradition des Glockengießer-handwerkes, eine gewisse Bedeutung und Bekanntheit erreichte (Die Glocke dicker Pitter im Dom zu Köln wurde 1923 von Glockengießermeister Heinrich Ulrich (1876–1924) in Apolda gegossen).
Davon ist heute nicht mehr viel übrig. So hat auch hier die Bevölkerung seid 1989 um etwa 21% abgenommen.
Der Besuch des Städtchens ist ungeachtet dessen empfehlenswert.
Wir hatten ja eigentlich einen Winterausflug in den Thüringer Wald geplant. Ich hoffte auf eine schöne Winterlandschaft und gutes Essen. Das haben wir nun für dieses Jahr aber ad acta gelegt.
Da es in Apolda einen sehr rührigen Kunstverein gibt, der eine sehenswerte Dürerausstellung auf die Beine gestellt hatte, so war es jedenfalls zu lesen, haben wir unser Absichten in diese Richtung geändert.
Im Kunsthaus erwartete uns eine wirklich sehr beeindruckende Ausstellung von Meisterwerken der Renecance.
Dem außergewöhnlichen Sammlungsbestand der österreichischen Zisterzienserabtei Stift Stams, ist die Präsentation von über 100 Holzschnitten und Kupferstichen zu verdanken. (Schaut mal unter Werke Albrecht Dürer)
Übrigens, 1495 gründete Albrecht Dürer seine eigene Werkstatt in Nürnberg.
Am 7. Juli 1494 hatte er die Ehe mit Agnes Frey, die einer Patrizierfamilie entstammte, geschlossen. Die ausgehandelte Mitgift von 200 Gulden reichte gerade für die Werkstatt.
Diese Tatsache machte mich doch nachdenklich. Ich habe bis heute noch kein vergleichbares Objekt!?
In der Ausstellung wird zudem die „Ehrenpforte“ Kaiser Maximilians I. präsentiert, welche den Stammbaum sowie die Geschichte der Habsburger huldigt (Bild unten).

„Ehrenpforte“ Kaiser Maximilians I. Sie wurde auf 190 einzelnen Holzstöcken gedruckt und anschließend zusammengeklebt.

Der Eintritt war mit 6€ recht moderat. Eine Kombikarte kostet 2€ zusätzlich und ermöglicht den Besuch des sehenswerten Glockenmuseums in dem auch eine Ausstellung zur textilen Industriegeschichte Apoldas präsentiert wird.
Ein Wehrmutstropfen soll nicht unerwähnt bleiben, ich benötige einen neuen Regenschirm. Eine heftige Windböe bescherte meinem Wetterschutz ein jähes Ende.
Das sollte euch nicht entmutigen. Es war ein lohnenswerter Ausflug.