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Mordsteine und Sühnekreuze


Die weiße Frau von Tonndorf lebte einst mit ihrem ritterlichen, stolzen Gemahl, einem Grafen von Orlamünde, auf der Burg.
Tonndorf0105 (16)
(SchlossTonndorf bei Bad Berka)
Kinder waren ihr versagt geblieben. Der Graf, ihr Gatte  beteiligte sich an einem Kreuzzuge, um am heiligen Grabe Gottes um einen Stammhalter anzuflehen. Unversehrt kehrte er nach langer Zeit in die Heimat zurück.  Er machte bei seiner Heimkehr, nur von einem Knappen bekleidet, einen Umweg über das von seiner Gemahlin gegründete Kloster Muncheszella, (München an der Ilm) um dem Prior Reliquien zu übergeben, welcher er aus dem heiligen Lande mitgebracht hatte.
Nach seinem Gebet in der dortigen Kapelle , wo er dem Herrgott  für seine glückliche Rückkehr gedankt hatte, ritt er in Richtung Tonndorf. Von den Zinnen winkte ihm glücksstrahlend mit einem langen weißen Schleier seine Gemahlin  zu.
In der Nähe des  Dorfes erschien plötzlich eine feindliche Schar aus einem Hinterhalt. Bevor Hilfe von der Burg heran kam, wurde der Graf vor den Augen seiner entsetzten Gemahlin am Fuße der Feste erschlagen. Voll Grauen über das Geschehen, in dem Drange, zu ihm eilen, ihm helfen zu wollen, beugte sie sich weit über die Zinnen der Mauer und stürzte in den Graben hinab. Vergebens suchte man überall nach ihr.
Drei Tage bahrte man den Leichnam des Ritters in der Burgkapelle auf.  Um Mitternacht erblickten seine  Wache haltenden Knappen, am Kopfende des Sarges die verschwundene Gräfin.  Sie begaben sich vor die Kapelle, um die hohe Frau nicht zu stören.
Am Morgen war die Gräfin noch immer nicht hinaus gekommen. Als sie die Kapelle betraten, war sie leer.
Drei Nächte lang wiederholte sich dies. Man sah sie kommen, aber keiner sie gehen. Auch nach der Beisetzung in der Tonndorfer Kirche blieb sie verschwunden. Am Jahrestage des Mordes, als drei Sühnekreuze am Ort der Untat gesetzt wurden, sah man sie nachts dort sitzen. Sie soll dorthin alljährlich vom Schlosse aus hinabschweben, nachdem sie durch alle Zimmer gegangen ist. Weithin ist der Schein ihres Lichtes zu sehen. Wer bei den Kreuzen die weiße Frau sitzen sieht, wird in dem Jahre sterben, so die Geschichte.
Steinkreuze
(ursprünglich sollen hier drei Kreuze gestanden haben)
Warum erzähle ich euch so eine schaurig schöne Geschichte? Ganz in eurer Nähe stoßt ihr auf ähnliche spannende Überlieferungen. Schaut mal auf die Seite: http://www.suehnekreuz.de/!
Jetzt wo es auf der Trasse nicht mehr so gemütlich ist und ein Tee am Kamin den Vorzug genießt, könntet ihr ja vorher noch einen Spaziergang planen. Es ist sogar möglich Kindern eine Smartphone-Pause  schmackhaft zu machen (Wir waren da schon erfolgreich).

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Drei mal Gundermann


…Es ist einer der differenziertesten, besten Filme über die DDR: Aus dem aufregend widersprüchlichen Leben des Liedermachers Gerhard Gundermann hat Andreas Dresen ein faszinierendes Porträt geschaffen – unser Film der Woche…. (Spiegel)
Dieser Meinung waren Heidi und ich ebenfalls nachdem wir das Kino verlassen hatten. Endlich mal nicht die ständig sich wiederholenden Klischees und Vorurteile.
Mir war Gundermann ja nicht ganz unbekannt aber über sein Leben und seine Musik wusste ich nur sehr wenig. Im Film wurde sein künstlerisches Schaffen durch das Einfügen zahlreicher Lieder und Balladen gewürdigt und dem Publikum näher gebracht. So nahe, dass Heid gleich die CD zum Film erstand.
Und aller guten Dinge sind drei!
Am 3. Oktober gab es ein Konzert mit der “Randgruppencombo”. Zehn Musiker (bei uns nur neun), vierzig Instrumente, drei Stunden Gundermann. Mittlerweile hat wohl fast die Hälfte des begeisterten Publikums selbst nie Gerhard Gundermann live erlebt. Er starb bereits 1998 viel zu jung mit 43 Jahren.
bty
Die Randgruppencombo ist ein Projekt des Landestheaters Tübingen, welches aus einer Idee des Autors, Musikers, Intendanten und Regisseurs Heiner Kondschak entstand. Er bekam eine Audiokassette übergeben, mit der Aufforderung hör dir das mal an. Gundermann, dachte er, wer ist denn das? Bei einer Autofahrt war Gelegenheit zur Beantwortung dieser Frage. Im Ergebnis besorgte  er sich danach alle CD, Bücher und Videos und stellte mit Schauspielern und Theaterleuten- von der Sekretärin bis zum Verwaltungsdirektor- eine Combo zusammen.
Premiere war der 3.Oktober 2000. Es folgten Konzertabende mit weit über 100 Aufführungen.
Wir erlebten ein tolles Konzert. Falls ihr euch jemals die Frage stellen solltet: Gibt es ein Leben nach dem Tod?  Gerhard „Gundi“ Gundermann, der singende Baggerführer beweist es.
(Es gibt übrigens noch drei Konzerte der “Randgruppencombo “ am 27.12. und 28.12. in Berlin wie am 29.12. 2018 in Leipzig).

Gundermann „Linda“ Cover von Andreas Dresen und Alexander Scheer