Veröffentlicht in Fotos, Klimawandel, Natur, Photo, Wandern

Alle reden vom Wetter, ich auch!


Im Jahre 1968 behauptete die “Deutsche Bundesbahn”: “Alle reden vom Wetter, wir nicht”!
Das war nicht nur ein großspurig herausposaunter Werbeslogan, es war auch weitestgehend Realität. Heute muss sich das Unternehmen Bahn die hämische Frage gefallen lassen, was sind die größten Feinde der Bahn?  Antwort: Die Bahn hat vier Feinde, Frühling, Sommer, Herbst und Winter.
Das Wetter spielte für die Menschen immer eine bedeutende Rolle. Es ließ Rekordernten gedeihen und verursachte Hungersnöte. Es sorgte für gesellschaftspolitische Weichenstellungen ungeahnten Ausmaßes. So verdanken wir die Reformation einem heftigem Gewitter bei Erfurt. In seiner Todesangst soll Martin Luther den Satz gesagt haben:„Heilige Anna, hilf! Lässt Du mich leben, so will ich ein Mönch werden.“ Der Rest ist euch bekannt.
Das Thema Wetter eignet sich auch ausgezeichnet zum Smalltalk. Einer Einladung folgend trifft man auf lauter unbekannte Menschen. An einem der Stehtische ist man plötzlich zu zweit. Da passt das Thema Wetter, unabhängig von Geschlecht, Religion oder Parteizugehörigkeit, bestens dazu dieses aneinander Vorbeischweigen zu überbrücken.
Der “Tagesspiegel” schrieb letztes Jahr “…Dabei ist weniger erstaunlich, wie viele Menschen übers Wetter reden, als vielmehr, wie wenige es tun, ohne sich wegen des Gesprächsstoffs zu schämen oder gar glauben, sich dafür entschuldigen zu müssen. Denn das Wetter ist, neben der Gesundheit, die letzte große Schicksalsmacht…”
Wir reisen in den Urlaub und richten uns nach dem Wetter, unsere Kleidung wählen wir entsprechend aus und erstehen sie am liebsten im Sommer- oder Winterschlussverkauf. Selbst unsere Laune ist bei Sonne und warmen Temperaturen für unsere Mitmenschen erträglicher.
Wie komme ich überhaupt auf dieses Thema, welches ich nicht ansatzweise erschöpfend hier darstellte?
Heidi und ich haben so einige Lieblingsorte. Da genießen wir die Natur, sammeln Beeren und Pilze. (Das ist überhaupt nicht spießig!)
Trotz der Trockenheit der letzten Wochen unternahmen wir einen Ausflug zum Riechheimer Berg.  Hier gedeihen meist reichlich Walderdbeeren. Das war auch dieses Jahr nicht anders, nur waren sie winzig klein geraten. Wenn es nicht viel zu sammeln gibt, ist doch meist noch ein interessantes Foto die Ausbeute.
Das folgende Bild knipste ich so nebenbei. Eigentlich nicht unbedingt erwähnenswert. Doch fast auf den Tag vor zwei Jahren entstand das zweite Foto.
Durch den Vergleich gelangte ich zum ausgiebigen Sinnieren über das Wetter, woran ich euch etwas teilhaben lassen wollte. Ihr seht, trotz Trockenheit und Dürre muss das Wetter nicht zwangsweise ein trockenes Thema sein.Zwinkerndes Smiley
Bild 1:Sonntag‎, ‎8‎. ‎Juli‎ ‎2018 11:56 Bild 2:Sonntag‎, ‎26‎. ‎Juni‎ ‎2016 11:39
Riechheimer-Hohenfelden (13)
Riecheimer Berg (7)

Advertisements
Veröffentlicht in Art, Fotos, Gesellschaft, Kultur & Veranstaltungen, Kunst

Es hört doch jeder nur, was er versteht.


Überschrift: (Zitat von Goethe)

Da wo ich zu Hause bin, findet fast wöchentlich ein Festival des Frohsinns und der Ausgelassenheit statt.
Diese Woche feierten wir “La Fête de la Musique”, eine Woche zuvor kamen etwa 150 000 Besucher zum “Krämerbrückenfest” und so geht das schon seit dem 1.Januar. Es ist hier nicht der Platz, um alle kleinen und größeren Volksbelustigungen zu erwähnen.
Nun hat die deutsche Mannschaft die nächste Runde bei der Fußball WM doch nicht erreicht! (Eigentlich hatte ich diese Passage hier der allgemeinen Euphorie folgend schon anders formuliert.) Irgendwie hat das ja auch etwas Gutes, gewinne ich doch dadurch etwas Zeit. Schon am Donnerstag, den 28. Juni, startet mit der “Danezare” ein internationales Folklorefestival.
Also, nun zum Fest rund um die “Krämerbrücke”. Selbige wird jedes Jahr in ein Kunstprojekt einbezogen.
In Erfurt narrte Till Eulenspiegel, einst der Überlieferung nach, die Professoren der hiesigen Universität, indem er ihnen vorgaukelte, einem Esel das Lesen beigebracht zu haben. So treibt der Narr alljährlich am Wochenende vor Sommeranfang Unwesen mit der Bevölkerung und den Gästen der Stadt. Diesmal hat er nicht nur die Eröffnung des Festes vorgenommen.
Laut der  Erzählung aus dem 16. Jahrhundert spannte Till Eulenspiegel einst ein Seil über einen Fluss und kündigte allen Anwesenden an, ein Kunststück zu vollbringen. Er bat die Neugierigen um deren linken Schuh, band in der Folge alle zusammen, kletterte auf das Seil und schmiss alle im Bündel auf den Boden. Weil alle ihren Schuh wieder haben wollten, entstand ein einziges Gerangel. In Anlehnung an diese Geschichte hängte er in diesem Jahr, neben 20 Zitaten berühmter Größen der Geschichte, auch  eine Menge von Schuhen über die Brücke.
Zum Abschluss des Festes konnte erlebt werden, wie Till Eulenspiegel die auf der Krämerbrücke aufgehängten Schuhe  wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholte. Einige Schuhe gehörten einst prominenten Zeitgenossen, manche enthielten kleine Überraschungen.
Damit ihr einen kleine Eindruck habt, folgen einige Bilder, die ich für Smartphone-Nutzer zusätzlich beschriftet habe.
Erfurt KB (3)
Madonna: Den Verlust meiner Jungfräulichkeit habe ich als Schritt auf der Karriereleiter angesehen.Erfurt KB (10)
Woody Allen: Sex ist nur schmutzig, wenn er richtig gemacht wird.Erfurt KB (12)
Udo Lindenberg: Jeder lügt so gut er kann!
Erfurt KB (14)
Marilyn Monroe: Wer morgens betet, hat den Rest des Tages Zeit für Spaß und Sauereien.
Erfurt KB (15)
Donald Trump: Das Schöne an mir ist, dass ich sehr reich bin!
Erfurt KB (19)
Martin Luther: Kein Irrtum ist so groß, der nicht seine Zuhörer hat.