Veröffentlicht in Essen, Genuss, Natur, Photo, Wandern

Singen


…Euer Singsang ist ein Graus. Statt daran sich zu ergötzen, reißt der Zar sich vor Entsetzen
lieber alle Haare aus…
Nein, nein, es geht nicht ums Singen und schon gar nicht um die “Singschule” aus Zar und Zimmermann. Ihr seht ja an Herrn Lindner(FDP), wie brisant russische Themen heute sind.
Ich wollte euch mal in den Wald, in der Nähe des kleinen  Örtchens “Singen” am Fuße des Thüringer Waldes mitnehmen.
Jeder verbindet ja mit dem Wald die verschiedensten Dinge. Er hat die Menschen immer fasziniert aber auch geängstigt. Hänsel und Gretel verliefen sich und gelangten in die Fänge der grausamen Hexe. Rotkäppchen kam beim Besuch der kranken Großmutter vom Weg ab und landete im Bauch des Wolfes. Die Römer wurden im Teutoburger Wald von Hermann  dem Cherusker vernichtend geschlagen.
Das wird euch mit mir alles nicht widerfahren. Wir werden uns den Genüssen hingeben, die der Wald in dieser Gegend bereit hält.

Singen in Thüringen (als wäre die Welt noch in Ordnung)
Hierher gelangen wir in etwa 30 Minuten mit dem Auto. Unser vornehmliches Ziel ist nicht in schöner Natur zu wandern, sondern wir widmen uns den Früchten des Waldes und da kann, je nach Fleiß und Witterung, einiges zusammenkommen. Natürlich genießen wir auch die wunderschöne Landschaft mit ihren jahreszeitlichen Fassetten.

Den Singer Wald erreicht man von der Ortsmitte in etwa 10 Minuten. Wir benutzen meist den Wanderweg in Richtung “Paulinzella”. Die dortige Klosterruine wäre einen extra Aufsatz wert.
Unser erstes Ziel sind dann in jedem Jahr die Walderdbeeren. Sie wachsen hier etwa von Ende Juni bis Mitte Juli. Die Ausbeute ist bei diesen Beeren nicht gerade üppig. In diesem Jahr hat es gerade einmal für ein Glas Marmelade gereicht. Das Aroma ist aber einzigartig und so wollen wir nicht verzichten. Walderdbeeren wachsen an sonnigen Wegen, Bahndämmen und Waldrändern. Es lohnt sich, wie bei allen Beeren und auch Pilzen, die Standorte zu merken um sie in den folgenden Jahren wieder aufzusuchen.
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Im Singer Wald findet man in den Monaten Juli und August reichlich Waldheidelbeeren. Wir sammeln meist so etwa drei Liter dieser Köstlichkeit und benötigen dafür an die zwei Stunden Zeit. Daraus entsteht bei uns in der Weiterverarbeitung leckerer Kuchen und Konfitüre.
Den Pilzen widmen wir uns von August bis November. Obigen Korb haben wir vergangenes Wochenende gefüllt. Es scheint, aufgrund der diesjährigen Witterung, eine ergiebige Pilzsaison zu werden. Um Pilze auch schadlos essen zu können, ist jedoch ein gewisses Wissen unabdingbar.

Das ist der “ Flockenstielige Hexenröhrling”,  den wir auch in unserem Korb hatten. Name und Aussehen lassen schlimmes vermuten. Es ist aber ein guter Speisepilz. Doch er hat einen Doppelgänger, der ihm in Namen und Aussehen ähnelt, den “Satanspilz”. Er löst heftige Magen-Darm-Beschwerden aus.
Solltet ihr Lust auf Pilze haben, besorgt euch ein gutes Pilzbuch (unser Tipp:Pilze sicher bestimmen”), welches ihr auch unterwegs handlich nutzen könnt. Am besten beginnt ihr eure erste Pilzsafari mit einem erfahren Sammler, ehe ihr auf eigene Faust das Abenteuer sucht. Im Zweifelsfall fragen und dann zubereiten.
Wir waren in diesem Jahr schon mehrfach auf Beeren- und Pilzsuche unterwegs. In keinem Fall haben wir Menschen im Wald angetroffen. Früher konnte ein anderer Pilzsammler auch einmal nach “essbar” oder “giftig” befragt werden. Hatte man vor lauter Euphorie die Orientierung verloren, lief einem über kurz oder lang ein Ortskundiger über den Weg. Das ist heute nur noch sehr selten der Fall. Euer Handy wird vermutlich wegen eines Funkloches keine Hilfe sein.
Ihr könnt natürlich auch in den Wäldern eures unmittelbaren Wohnortes Beeren und Pilze sammeln. Sollte es euch aber in den kleinen Ort “Singen (Ilmtal)” verschlagen, besucht die dortige ”Brauerei Schmitt”. Hier wird noch wie vor 100 Jahren gebraut. Rührwerke und Würzepumpe werden am Brautag von einer 12-PS Dampfmaschine angetrieben, die Bierwürze im Holzbottich vergoren, das Bier in Eichenholzfässern gelagert.
Singen 001
Dann mal Prost! Für 1,50€  pro Flasche könnt ihr auch eine Kostprobe mitnehmen!

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Meine Interessen: Familie, Genuss, Humor, Kunst, Literatur, Photographie, Politik, Reisen, Computer

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