Veröffentlicht in Familie, Fotos, Natur, Wandern

Unheimliche Orte, Mordsteine und Sühnekreuze


Heidi saß über eine unserer schon etwas betagten Wanderkarten gebeugt. Nach einer Weile war sie fündig geworden und sagte: “Dahin werden wir heute mal laufen!”
Ich wurde natürlich aufgefordert ihren genialen Gedanken an Hand der Karte zu begutachten. Es handelte sich diesmal nicht um ein altes Sühnekreuz oder einen Mordstein, die in unserer Gegend häufig zu finden sind. Oft sind sie mit düsteren Geschichten und Sagen verbunden. Deshalb beziehen wir sie gerne in unsere Wanderungen ein. Diesmal hatte sie einen Gutshof oberhalb des Ilmtals,  unweit von Kranichfeld, entdeckt. Er lag auf einer alten Wüstung, der “Kaffenburg” wie sich herausstellte.
Kaffenburg03
So sieht das ganze in Google aus. Also bestenfalls ein kleiner Spaziergang. Wir hatten noch nie davon gehört.
Erreichbar ist dieses abgelegen Gut mit einem Fahrzeug nur über den blau gepunkteten Feldweg,  gutes Wetter vorausgesetzt. Wir gingen natürlich zu Fuß. Doch kam der Weg uns länger vor als angegeben. Da es nur bergauf ging und recht warm war, werden wir wohl auch etwas mehr Zeit benötigt haben. Kaum hatten wir aber den höchsten Punkt erreicht, standen wir schon unmittelbar am Ziel.
Völlig unerwartet herrschte ein buntes Treiben. Junge Menschen aus den verschiedensten Ecken Deutschlands hatten hier Zelte aufgeschlagen und nutzten das Sommerwetter für ein Wochenende in dieser doch recht verlassenen Gegend.

Da wir etwas mehr erfahren wollten, suchten wir nach einer kompetenten Person. Das war nicht ganz einfach, da auf die  50  Anwesenden nur eine junge Frau kam,  die uns etwas erklären konnte. Die hatten wir dann auch gefunden und so erfuhren wir von einem Filmdreh im Jahr 2009 als dieses Anwesen als Kulisse diente. Es ging um einen fürchterlichen Mord in Oberbayern im Jahr 1922, bei dem sechs Personen der Familie Gruber erschlagen   aufgefunden wurden. Bis heute ist der Fall ungelöst.
Nun fanden wir im Internet reihenweise Hinweise auf diese gruselige Mordgeschichte und stießen auf den Film “Tannöd”. Den besorgten wir uns dann, mussten aber zur Kenntnis nehmen, dass unser Drehort dort nicht vorkam. Also half nur erneutes Googeln.  Da stellten wir erstaunt fest, im selben Jahr wurde zum Thema ein zweiter Film gedreht, “Hinterkaifeck”, so ist der tatsächliche Ortsname des grauenhaften Verbrechens.
Also nun den richtigen Film besorgt und tatsächlich war der Drehort, den wir ja persönlich in Augenschein genommen hatten, zu erkennen.
Beide Filme zu vergleichen macht keinen rechten Sinn. Sie beziehen sich zwar auf das gleiche blutige Ereignis aber erzählen doch sehr unterschiedliche Geschichten. Während in “Tannöd” die tatsächlichen  Geschehnisse rekonstruiert werden, sind  sie  in “Hinterkaifeck” innerhalb einer Rahmenhandlung thematisiert.
Uns gefiel der Film “Hinterkaifeck” in sofern besser, da er nicht ganz so düster war und vor allen Dingen hochdeutsch gesprochen wurde. Beide Filme waren schauspielerisch toll besetzt.
Tannöd: Julia Jentsch, Monica Bleibtreu,  Volker Bruch
Hinterkaifeck: Alexandra Maria Lara, Henry Stange, Benno Fürmann

Ein Blick in den Hof der Kaffenburg  (so ähnlich wie im Film)
Falls ihr noch keinen Plan für das kommende Wochenende habt, geht mal auf diese Webseite: suehnekreuze.de. Ihr werdet staunen, wie viele solche spannende Orte auch in eurer Nähe zu finden sind. Es sind hier so ziemlich alle Standorte mit ihren Informationen im deutschsprachigem Raum verzeichnet. Versucht es mal. Es macht durchaus Spaß!

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Meine Interessen: Familie, Genuss, Humor, Kunst, Literatur, Photographie, Politik, Reisen, Computer

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