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Mit Hermann Hesse nach El Moli De Can Aulet


Nachdem nun der Osterstress vorbei ist, wie versprochen ein kleiner Bericht über unsere zurückliegende Reise.
Ich hatte ja eigentlich nicht so rechte Lust auf diesen Trip. Es schien mir etwas zu früh um angenehmes Frühlingswetter zu haben und überhaupt stand mir der Sinn nicht so nach Reisen. Heidi meinte, ich hätte immer etwas zu nörgeln! Das sehe ich natürlich ganz anders. Ich melde mich maximal mit fünf kritischen aber konstruktiven Anmerkungen jährlich zu Wort!
Für schlechtes Wetter nahm ich mir das “Glasperlenspiel” von Hermann Hesse mit. Das Buch war vor Jahren Kult, ein absolutes MUSS. Es befand sich aber im Status “unerledigt” und das nun schon seit unendlicher Zeit.
Ich bekomme freundlicherweise hin und wieder Bücher geschenkt, die ich dann bevorzugt lesen muss, um die obligatorischen Nachfragen, wie denn meine Bewertung sei, zu beantworten. Letztlich hatte ich es mit dem neuesten Buch von Frau Krone-Schmalz zu tun, davor Scholl-Latour und so weiter.
Die Anreise nach Frankfurt klappte trotz Deutscher Bahn pünktlich und komfortabel. Check in problemlos, bei der Personenkontrolle piepste wie immer ein vergessener Gegenstand. Als dann alle Hürden überwunden schienen, war beim Boarding Schluss. Die französischen Fluglotsen kämpften um ihre Arbeitsplätze und wir nun mit der Ungewissheit!
Letztlich hatten wir Glück. Unser Flug wurde nicht gecancelt und so landeten wir mit dreistündiger Verspätung gegen 23 Uhr in Barcelona.
Susan, Oscar und Fritz holten uns ab. Nun hatten wir noch gut eine Stunde Autofahrt vor uns.
El Moli De Can Aulet liegt südwestlich von Girona.  Das Haus ist eine alte Mühle aus dem 16. Jahrhundert, welches liebevoll restauriert wurde. Die Straßen in Spanien sind ja sehr gut ausgebaut und so kamen wir zügig zum Ziel. Nur die letzten tausend Meter waren, seit dem der letzte Esel seinen Sack Getreide zur Mühle transportiert hatte, unverändert geblieben.
Mittlerweile war es weit nach Mitternacht und so freuten wir uns auf das hier!

Unsere Mühle hatte trotz ihres Alters aber alle Segnungen der modernen Technik vorzuweisen. Was für deutsche Verhältnisse schier unmöglich ist, in dieser Abgeschiedenheit waren Handyempfang und W-LAN kein Problem!
Wir verlebten wirklich entspannte Frühlingstage. Es stimmte einfach alles: das Wetter, die netten Wirtsleute, eine erwachende Natur und besonders Oscar und Fritz, die alle Eindrücke begeistert aufsogen.
So lernten sie im nahen Korkeichenwald die banale Geschichte des Flaschenkorkens kennen. Selbstverständlich musste ein Stück dieser Baumrinde für das Kinderzimmer-Asservatenregal mitgenommen werden.
Das schöne Wetter und die damit einhergehende gute Stimmung sorgten zum Leidwesen von Hermann Hesse zur nicht ausreichenden Würdigung seines “Glasperlenspiels”.
Aber ich kam immerhin bis Seite 64 und bin noch dran! (Es sollen schon Leser früher gescheitert sein)
Wenn man vom Spanienurlaub redet, berichteten die meisten von kilometerlangen Stränden, von Sonne und Meer ggf. noch von ausgelassenen Feiern mit Sangria aus dem Eimer.
Es gibt aber auch andere schöne Ecken!

(Mit Klick aufs Bild könnt ihr uns ein wenig auf der Reise begleiten)

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